Bundespräsidentenwahl: Merz schlägt Aigner für den 30. Januar vor
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 20:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Wahltermin rückt näher
- CDU-Chef Friedrich Merz will Ilse Aigner am Montag den Spitzengremien seiner Partei vorschlagen.
- Die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier.
- Aigner ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags und gehört der CSU an.
Merz schlägt Aigner für das höchste Staatsamt vor
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz will den CDU-Spitzengremien am Montag die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner als Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl vorschlagen. Das kündigte Merz bei einem Abendessen mit der CDU-Führung in Berlin an, wie aus Parteikreisen bekannt wurde.
Formelle Beratung am Montag
Die Führungsgremien der CDU sollen den Vorschlag am Montag beraten. Aigner gehört der CSU an und soll bei der Wahl am 30. Januar für die Union antreten.
Die Bundesversammlung entscheidet über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier. Das Gremium setzt sich aus den Mitgliedern des Bundestags und einer gleichen Zahl von Delegierten der Länder zusammen.
Aigner führt Bayerischen Landtag
Aigner ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags. Zuvor gehörte sie dem Bundeskabinett an und war Bundeslandwirtschaftsministerin.
Mit ihrer Nominierung würde die Union eine erfahrene Landes- und Bundespolitikerin für das höchste Staatsamt vorschlagen. Die Wahl selbst findet am 30. Januar statt.
Mit dem Vorschlag für Ilse Aigner konkretisiert Friedrich Merz die Suche nach einer Nachfolge für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die Bundesversammlung soll das neue Staatsoberhaupt am 30. Januar wählen; Steinmeiers Amtszeit endet nach zwei Amtszeiten.
Aigner bringt für das Amt politische Erfahrung auf Landes- und Bundesebene mit. Sie ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags und war zuvor Bundeslandwirtschaftsministerin. Als Landtagspräsidentin steht sie zugleich für ein Amt, das auf Ausgleich und parlamentarische Repräsentation angelegt ist.
Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung
Die Bundesversammlung besteht aus den Mitgliedern des Bundestags und einer gleichen Zahl von Delegierten der Länder. Nach der bisherigen politischen Zusammensetzung verfügen Union und SPD über eine Mehrheit, sodass Aigner bei gemeinsamer Unterstützung gute Wahlchancen hätte.
Für die Union ist der Vorschlag deshalb mehr als eine Personalentscheidung: Er soll CDU und CSU auf eine gemeinsame Kandidatur festlegen und zugleich den Anspruch der Union auf das Vorschlagsrecht unterstreichen. Die Grünen haben sich zuvor offen für Aigner gezeigt, während aus der Opposition der Wunsch nach einer stärker überparteilichen Kandidatur geäußert wurde.
Historische Bedeutung einer möglichen Wahl
Mit Aigner könnte erstmals eine Frau das Amt des Bundespräsidenten übernehmen. Eine Wahl wäre damit politisch auch ein Signal für die Repräsentation von Frauen im höchsten Staatsamt.
Der nächste formelle Schritt ist die Beratung der CDU-Spitzengremien am Montag. Erst die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar endgültig über die Nachfolge Steinmeiers.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Erste Frau in dem Amt? Ilse Aigner soll laut ARD-Informationen Bundespräsidentin werden“ (06.11.2026)
Der Beitrag ordnet Aigners erwartete Nominierung in die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier ein und verweist auf die Mehrheit von Union und SPD in der Bundesversammlung. Einen anderen Schwerpunkt setzt er auf die mögliche historische Bedeutung einer ersten Bundespräsidentin sowie auf die Unterstützung und Kritik aus Grünen und Linken.
Stern: „Bundespräsidentenwahl: Unionseinigung auf Aigner erfreut ihren Förderer Seehofer“ (07.11.2026)
Der Artikel stellt die politische Verbindung zwischen Ilse Aigner und dem früheren bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer heraus. Während die tagesschau vor allem Mehrheiten und die Rolle des Amtes beleuchtet, konzentriert sich der Stern auf Aigners politischen Weg von Berlin in die bayerische Landespolitik.
Beide Beiträge gehen von einer gemeinsamen Unionskandidatur Aigners aus. Unterschiede bestehen vor allem beim Schwerpunkt: parlamentarische Mehrheiten und gesellschaftliche Bedeutung stehen der persönlichen politischen Vorgeschichte gegenüber.
