Bundespräsidentenwahl: Merz schlägt Aigner als Kandidatin vor
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 20:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBundesversammlung entscheidet im Januar
- Friedrich Merz will Ilse Aigner den CDU-Spitzengremien als Kandidatin vorschlagen.
- Die Bundespräsidentenwahl findet am 30. Januar in der Bundesversammlung statt.
- Aigner ist bayerische Landtagspräsidentin und gehört der CSU an.
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz will der CDU-Spitze am Montag die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner als Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl vorschlagen. Das kündigte Merz bei einem Abendessen mit der CDU-Führung in Berlin an, wie aus Parteikreisen bekannt wurde.
CDU-Spitzengremien beraten am Montag
Die CDU-Spitzengremien sollen am Montag über den Vorschlag beraten. Aigner gehört der CSU an und steht damit für eine gemeinsame Kandidatur der Unionsparteien.
Die Wahl des Staatsoberhaupts ist für den 30. Januar angesetzt. Die Bundesversammlung entscheidet dann über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier.
Aigner führt Bayerischen Landtag
Ilse Aigner ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags. Zuvor war sie von 2008 bis 2013 Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Eine Kandidatur Aigners war bereits zuvor innerhalb der Union und parteiübergreifend auf Zustimmung gestoßen. Mit dem angekündigten Vorschlag beginnt nun das formelle Verfahren in den Parteigremien.
Wahltermin steht fest
Die Bundesversammlung tritt am 30. Januar zusammen. Erst ihre Entscheidung bestimmt, wer Frank-Walter Steinmeier im Amt des Bundespräsidenten nachfolgt.
Die Bundespräsidentenwahl am 30. Januar findet durch die Bundesversammlung statt. Das Gremium besteht aus den 630 Bundestagsabgeordneten und ebenso vielen Vertreterinnen und Vertretern der Länder.
Für die Union ist die Personalie deshalb politisch bedeutsam, weil CDU und CSU gemeinsam mit der SPD nach den vorliegenden Mehrheitsverhältnissen über eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen verfügen. Die AfD will einen eigenen Kandidaten aufstellen, dessen Wahlchancen als gering gelten.
Aigner bringt breite Unterstützung mit
Aigner ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags und war zuvor Bundeslandwirtschaftsministerin. Unterstützung für ihre mögliche Kandidatur kam bereits vor dem formellen Vorschlag aus Teilen der Union, der SPD und von den Grünen.
Eine Wahl Aigners würde zudem eine Zäsur in der Geschichte des Amtes bedeuten: Nach zwölf Männern könnte erstmals eine Frau das höchste Staatsamt der Bundesrepublik übernehmen. Zugleich müsste der Bayerische Landtag nach ihrer Wahl ein neues Präsidium bestimmen.
Entscheidung der Bundesversammlung steht aus
Der Vorschlag der CDU-Führung ist noch nicht die Wahl. Über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheidet allein die Bundesversammlung am 30. Januar; bis dahin können weitere Kandidaturen und politische Gespräche folgen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Erste Frau in dem Amt? Ilse Aigner soll laut ARD-Informationen Bundespräsidentin werden“ (06.11.2026)
Der Beitrag habe berichtet, CDU und CSU wollten Aigner als Kandidatin vorschlagen, und die formelle Entscheidung solle am Montag fallen. Einen Schwerpunkt habe er auf die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung sowie auf Aigners mögliche Rolle als erste Frau im Amt gelegt.
Der Artikel habe die bevorstehende Vorstellung Aigners und ihren politischen Werdegang hervorgehoben. Anders als der Beitrag der tagesschau habe er außerdem mögliche Folgen für die Spitze des Bayerischen Landtags und die Kritik am Auswahlverfahren thematisiert.
Beide Beiträge hätten Aigner als favorisierte Kandidatin eingeordnet. Offen geblieben sei zu diesem Zeitpunkt die endgültige Wahl durch die Bundesversammlung.
