AfD, Bundespräsidentenwahl

Bundespräsident: AfD nennt Unionskandidaten ungeeignet

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 12:06 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
AfD-Fraktionsgeschäftsführer Bernd Baumann lehnt die bislang in der Union gehandelten Namen für die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier ab. Er fordert eine überparteiliche Persönlichkeit und kritisiert den amtierenden Bundespräsidenten scharf.

AfD fordert anderen Kurs im Staatsamt

  • Bernd Baumann nennt die derzeit in der Union gehandelten Personen für Steinmeiers Nachfolge ungeeignet.
  • Der AfD-Politiker kritisiert Steinmeiers Amtsführung und spricht von einem Versagen beim Zuschütten politischer Gräben.
  • Baumann nennt keinen eigenen Kandidaten, verlangt aber eine parteipolitisch unabhängige Person ohne Unterstützung der Brandmauer-Politik.
Bernd Baumann (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

AfD kritisiert Kandidatensuche für Steinmeier-Nachfolge

Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, hält die derzeit in der Union gehandelten Personen für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für ungeeignet. Auch Steinmeier selbst habe im Amt „versagt“, sagte Baumann dem Nachrichtensender „Welt“.

Baumann greift mögliche Unionskandidaten an

Die gehandelten Personen seien dem „Mainstream“ zuzuordnen und verträten wie Steinmeier eine „pseudo-ausgleichende“ Linie, sagte Baumann. Zugleich warf er dem Bundespräsidenten vor, die politischen Gräben nicht zugeschüttet und die AfD sowie Wähler im Osten nicht angemessen an Gesprächen beteiligt zu haben.

AfD-Politiker nennt keinen eigenen Namen

Baumann sagte, Deutschland erlebe eine Polarisierung, die einer bürgerlichen Gesellschaft und einer demokratischen Republik nicht guttue. Er kritisierte zudem einen möglichen „knallharten Lagerwahlkampf“ zwischen einem linken Block und der AfD und fragte nach der Rolle der CDU.

Der Bundespräsident müsse ausgleichend wirken und die Beteiligten an einen Tisch bringen, so Baumann. Einen eigenen Kandidaten-Namen nannte er nicht; gesucht werden müsse aus seiner Sicht eine Person, die nicht parteipolitisch aus den Parteien komme, die die sogenannte Brandmauer-Politik fortsetzten.

Die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier ist politisch bereits deutlich vor dem Ende seiner Amtszeit in den Mittelpunkt gerückt. Die Wahl des nächsten Bundespräsidenten ist für den 30. Januar 2027 vorgesehen; damit beginnt die Suche nach einem gemeinsamen Personalvorschlag der Union in einer Phase, in der die parteiübergreifende Verständigung besonders umkämpft ist.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich dafür ausgesprochen, dass eine Frau das Amt übernehmen soll. Als mögliche Kandidatinnen werden unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bildungsministerin Karin Prien, die frühere CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und die hessische Fraktionsvorsitzende Ines Claus genannt. Eine Festlegung auf eine Person ist damit noch nicht verbunden.

Wahlverfahren und politische Bedeutung

Gewählt wird der Bundespräsident von der Bundesversammlung, die aus den Mitgliedern des Bundestages und einer gleichen Zahl von Delegierten der Länder besteht. Die Länder benennen ihre Wahlleute bereits, während die Union ihre Personalentscheidung vorbereitet.

Baumanns Kritik zielt damit auf eine zentrale Funktion des Amtes: Der Bundespräsident soll über parteipolitischen Lagern stehen und gesellschaftliche Konflikte moderieren. Zugleich zeigt die Debatte, dass die AfD ihre Beteiligung an politischen Gesprächen und die sogenannte Brandmauer zum Maßstab für ihre Bewertung der Kandidaten macht. Für die anstehende Wahl wird entscheidend sein, ob die Union eine mehrheitsfähige Persönlichkeit findet und wie SPD, Grüne, Linke und AfD auf den Vorschlag reagieren.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDFheute: „Steinmeier-Nachfolge: Merz spricht sich für Frau aus“ (02.11.2026)

Der Beitrag bestätigt Merz’ Präferenz für eine Frau als Nachfolgerin Steinmeiers und ordnet sie als Signal für die unionsinterne Kandidatensuche ein. Der Schwerpunkt liegt auf der Position des Kanzlers, während Baumanns Bewertung der gehandelten Personen dort nicht im Mittelpunkt steht.

tagesschau: „Merz spricht sich bei Steinmeier-Nachfolge für Frau aus“ (02.11.2026)

Die tagesschau nennt mehrere Frauen aus der Union, die als mögliche Kandidatinnen gelten. Damit ergänzt der Beitrag die politische Grundsatzposition Merz’ um konkrete Namen; eine endgültige Entscheidung der Union bleibt offen.

Beide Beiträge stimmen darin überein, dass Merz eine Frau für das Amt bevorzugt und die Union noch keine Kandidatin festgelegt hat. Unterschiedliche Akzente liegen bei der Auswahl der genannten Namen und der Frage, wie die Parteien auf einen späteren Vorschlag reagieren.

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