Borussia Mönchengladbach, FSV Mainz 05

Bundesliga-Krise: Gladbach verliert spektakulär 3:4 gegen Mainz und bleibt punktlos

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 17:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Borussia Mönchengladbach verliert auch unter Interimstrainer Jan-Moritz Lichte ein spektakuläres Spiel gegen Mainz 05 und bleibt punktlos. Sportchef Rouven Schröder kündigt einen erfahrenen neuen Cheftrainer rechtzeitig vor dem rheinischen Derby an.

  • Eric Martel erzielte das dritte Mainzer Tor. - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Eric Martel erzielte das dritte Mainzer Tor. - Bild: Federico Gambarini/dpa
  • Gladbacher und Mainzer lieferten sich enge Duelle. - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Gladbacher und Mainzer lieferten sich enge Duelle. - Bild: Federico Gambarini/dpa
  • Florian Neuhaus (r) brachte die Borussia früh in Führung. - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Florian Neuhaus (r) brachte die Borussia früh in Führung. - Bild: Federico Gambarini/dpa
Eric Martel erzielte das dritte Mainzer Tor. - Bild: Federico Gambarini/dpa Gladbacher und Mainzer lieferten sich enge Duelle. - Bild: Federico Gambarini/dpa Florian Neuhaus (r) brachte die Borussia früh in Führung. - Bild: Federico Gambarini/dpa

Borussia Mönchengladbach hat auch das erste Spiel nach der Trennung von Trainer Eugen Polanski verloren und unterlag dem FSV Mainz 05 im Borussia-Park mit 3:4.

Gladbach bleibt punktlos – Mainz feiert Auswärtssieg

Unter Interimstrainer Jan-Moritz Lichte blieb die Elf vom Niederrhein auch nach vier Bundesligapartien ohne Punktgewinn. Vor 50.717 Zuschauern im Borussia-Park geriet Gladbach trotz dreier eigener Treffer erneut auf die Verliererstraße und steht als einziges Team der Liga weiterhin ohne Zähler da. Mainz hingegen kann mit dem Saisonstart zufrieden sein und sammelte mit dem Erfolg in Mönchengladbach insgesamt sieben Punkte.

Für die Gäste trafen Phillip Tietz in der 18. Minute, Sheraldo Becker in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, Eric Martel in der 78. Minute und Danny da Costa kurz vor Schluss in der 89. Minute. Für Gladbach waren Florian Neuhaus früh in der 11. Minute, Isac Lidberg in der 59. Minute sowie Shuto Machino per Handelfmeter in der fünften Minute der Nachspielzeit erfolgreich.

Vergebene Chancen und wacklige Defensive

Gladbach begann druckvoll und ging durch Neuhaus nach einem Schuss von Lukas Ullrich, den der Mittelfeldspieler unhaltbar abfälschte, in Führung. In dieser Phase verhinderte Mainz-Keeper Alexander Schwolow mit einer starken Parade gegen einen Kopfball von Jan Leszczynski das mögliche 2:0. Anschließend nutzte Tietz eine Unachtsamkeit der Gladbacher Defensive nach einem Einwurf zum Ausgleich.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte offenbarte die neu formierte Dreierkette erneut Schwächen: Becker hatte im Strafraum viel Platz und köpfte eine Flanke von rechts zur Mainzer 2:1-Führung ins Tor. Nach dem Seitenwechsel erhielt Gladbach nach einem Handspiel von Tietz und Videostudium einen Strafstoß, doch Kevin Diks traf in der 57. Minute nur den Pfosten.

Gladbach-Aufholjagd bleibt unbelohnt

Die Gastgeber steckten den vergebenen Elfmeter zunächst weg und erhöhten den Druck. Der Einsatz zahlte sich durch den Ausgleich zum 2:2 aus, den Kleindienst-Vertreter Lidberg erzielte. Trotz der Offensivbemühungen reichte dies am Ende nicht für einen Punkt.

In der Schlussphase schlug Mainz erneut zu: Zunächst sorgte Martel mit seinem Treffer für Jubel bei den mitgereisten Fans, bevor der eingewechselte da Costa das vierte Tor für die Gäste markierte. Mit insgesamt 16 Gegentoren nach vier Spielen bleibt die Gladbacher Abwehr deutlich hinter Bundesliganiveau zurück, das späte 3:4 von Machino bedeutete nur noch Ergebniskosmetik.

Schröder über den neuen Trainer – Lichte verändert die Startelf

Vor der Partie hatte Sportchef Rouven Schröder eine zeitnahe Verpflichtung eines neuen Cheftrainers angekündigt. Er sprach von einem klaren Favoriten für die Nachfolge Polanskis und hob „Erfahrung“ als wichtigen Faktor hervor, nannte aber keinen konkreten Namen. Die erste Partie des neuen Trainers soll nach der anstehenden Länderspielpause das rheinische Derby beim 1. FC Köln sein.

Interimscoach Lichte musste beim Spiel gegen seinen früheren Klub Mainz auf den gesperrten Kapitän Tim Kleindienst verzichten und stellte seine Mannschaft im Vergleich zum 0:5 in Freiburg auf vier Positionen um. Unter anderem kehrte Neuhaus in die Startelf zurück, obwohl der 29-Jährige ursprünglich verkauft werden sollte und zuvor in dieser Saison keine Rolle gespielt hatte. Gegen Mainz meldete er sich mit einem frühen Tor eindrucksvoll zurück, konnte die nächste Niederlage seines Teams aber nicht verhindern.

Tabellenlage und sportliche Bedeutung

Die erneute Niederlage gegen Mainz verschärft die sportliche Krise von Borussia Mönchengladbach erheblich. Nach vier Spieltagen steht die Mannschaft ohne Punkt da und hat bereits 16 Gegentore kassiert – ein Wert, der früh in der Saison auf massive strukturelle Probleme in der Defensive hinweist. Das spektakuläre 3:4 verdeutlicht, dass die Offensive durchaus in der Lage ist zu treffen, während die Abwehr eine hohe Anfälligkeit zeigt.

Für Mainz hingegen bestätigt der Auswärtssieg den gelungenen Saisonstart. Sieben Punkte aus vier Spielen und die Fähigkeit, in einem torreichen und wechselhaften Spiel mehrfach zurückzuschlagen, stärken die Position von Trainer Urs Fischer und geben der Mannschaft Selbstvertrauen. Der Erfolg auswärts in einem emotional aufgeladenen Umfeld wie dem Borussia-Park unterstreicht zudem die Stabilität des Mainzer Kaders.

Trainersuche und sportliche Perspektive

Die Aussagen von Sportchef Rouven Schröder zur Trainersuche sind vor dem Hintergrund des Spiels besonders bedeutsam. Nach der Trennung von Eugen Polanski soll zeitnah ein neuer Cheftrainer präsentiert werden, der direkt nach der Länderspielpause mit dem rheinischen Derby beim 1. FC Köln eine äußerst anspruchsvolle Premiere erhält. Der Fokus auf „Erfahrung“ als zentrales Kriterium zeigt, dass der Klub in der aktuellen Situation einen Stabilitäts- und Krisenmanager sucht, der sowohl mit hohem Druck als auch mit Erwartungen im Umfeld umgehen kann.

Der starke Auftritt des zuvor außen vor gelassenen Florian Neuhaus illustriert, dass der Kader grundsätzlich Qualität besitzt, aber bisher nicht optimal genutzt wurde. Für die Fans und das Umfeld bedeutet die Lage, dass kurzfristig vor allem Schadensbegrenzung und das Verhindern eines Fehlstarts historischen Ausmaßes im Vordergrund stehen. Zugleich eröffnet der Trainerwechsel die Chance auf einen Neustart in Spielidee, Rollenverteilung und Mentalität – allerdings unter der Voraussetzung, dass zentrale defensive Probleme konsequent angegangen werden.

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