Bundeskanzler Merz: Unionsfraktionschef Frei erklärt Rückhalt trotz schwacher Umfragen unumstößlich
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 09:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUnionsfraktionschef Thorsten Frei hat wenige Tage vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin den Rückhalt für Bundeskanzler Friedrich Merz in der CDU bekräftigt.
Frei stellt sich klar hinter Kanzler Merz
Im Morgenformat «Frühstart» von RTL und ntv erklärte Frei, er sei sich sicher, dass Merz auch in einer Woche noch unumstößlich Partei- und Regierungschef sein werde. Die Fraktion stehe hinter dem Kanzler, betonte der CDU-Politiker. Damit wies er Zweifel an der Unterstützung für Merz innerhalb der Partei zurück.
Zugleich machte Frei deutlich, dass die schwachen Umfragewerte und jüngsten Wahlergebnisse Auswirkungen auf die Stimmung in Partei und Fraktion haben. "Das will ich gar nicht in Abrede stellen", sagte er. Aus seiner Sicht sei jedoch entscheidend, bei Reformen weiterzukommen.
Innenpolitische Arbeit statt UN-Vollversammlung
Frei bewertete es als richtig, dass Merz in der kommenden Woche nicht zur UN-Vollversammlung nach New York reist. In Deutschland gebe es aus seiner Sicht "jede Menge Aufgaben", etwa in der Gesundheits-, Renten- und Pflegepolitik sowie beim Haushalt.
Die Debatte über die Person des Kanzlers ordnete Frei als Ausdruck einer verunsicherten Lage ein, sowohl mit Blick auf innerparteiliche Diskussionen als auch auf die Wahl- und Umfrageergebnisse. Er knüpfte die Beruhigung dieser Debatte an Fortschritte in der Wirtschafts- und Finanzpolitik.
Wirtschaftliche Wende als Schlüssel für politische Ruhe
Gelinge eine wirtschaftliche Wende, würden sich nach Freis Darstellung auch viele andere Themen auflösen lassen. Dazu zählte er "selbstverständlich" auch die Diskussion um Merz. Mit dieser Aussage verband Frei die Warnung vor anhaltenden Personaldebatten mit einem klaren Fokus auf inhaltliche Reformarbeit.
Vor den Landtagswahlen und inmitten einer angespannten Stimmung in der Partei setzt die Unionsfraktion damit ein Signal der Geschlossenheit hinter dem Kanzler und verweist zugleich auf die politischen Baustellen im Inland.
CDU intern: Geschlossene Spitze trotz schwacher Zahlen
Die Aussagen von Thorsten Frei verdeutlichen den Spagat der Union zwischen demonstrativer Geschlossenheit und erkennbarer Verunsicherung. Wenn der Fraktionschef den Rückhalt für Friedrich Merz als «unumstößlich» bezeichnet, signalisiert er der eigenen Basis und möglichen Koalitionspartnern Stabilität an der Spitze. Zugleich verweist er offen auf die gedrückte Stimmung in Partei und Fraktion infolge schwacher Umfragen und Wahlergebnisse. Die Botschaft an die eigene Anhängerschaft lautet: Personaldebatten sollen zugunsten inhaltlicher Arbeit zurückstehen.
Landtagswahlen als Stimmungstest für Kanzler Merz
Die anstehenden Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gewinnen unter diesen Vorzeichen den Charakter eines wichtigen Stimmungstests für den Kanzler und seinen Kurs. In Ostdeutschland steht die CDU traditionell unter starkem Druck durch andere Parteien, während die Hauptstadtwahl zusätzlich bundespolitische Debatten über innere Sicherheit, Migration und soziale Fragen widerspiegelt. Bleiben die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurück, dürfte der Druck auf die Parteiführung weiter zunehmen – auch wenn Frei ihn mit klaren Loyalitätsbekundungen vorweg zu begrenzen versucht.
Innenpolitische Prioritäten statt UN-Bühne
Bemerkenswert ist Freis Unterstützung für die Entscheidung, dass Merz nicht zur UN-Vollversammlung nach New York reist. Damit setzt die Bundesregierung ein Signal, innenpolitische Hausaufgaben – von Gesundheits- über Renten- und Pflegepolitik bis hin zum Haushalt – über internationale Sichtbarkeit zu stellen. Frei knüpft die Lösung der Personaldebatte direkt an eine wirtschaftliche Wende: Aus dieser Perspektive hängt die Stabilität an der Parteispitze weniger an kurzfristigen Wahlresultaten, sondern daran, ob Kanzler und Regierung greifbare Verbesserungen in Alltagsthemen wie Kaufkraft, Versorgung und soziale Sicherung erreichen.
