Bundeshaushalt 2028, CDU

Bundeshaushalt 2028: CDU sieht Lücke von 28 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
In der Union wächst der Druck auf Finanzminister Lars Klingbeil, die Finanzplanung für 2028 frühzeitig zu korrigieren. Mehrere Haushaltspolitiker verlangen Einsparungen statt weiterer Belastungen über Steuern und Abgaben.

Union fordert Einsparungen für 2028

  • Fritz Güntzler beziffert die derzeitige Lücke im Bundeshaushalt 2028 auf rund 28 Milliarden Euro.
  • Die Union will noch vor Weihnachten mit Beratungen über mögliche Einsparungen beginnen.
  • Olav Gutting lehnt zusätzliche Einnahmen als alleinige Lösung ab und fordert einen grundsätzlichen Abbau staatlicher Ausgaben.
  • Andreas Mattfeldt nennt Subventionen und den Sozialbereich als mögliche Felder für Einsparungen.
Fritz Güntzler (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

CDU sieht Milliardenlücke im Bundeshaushalt 2028

Die Union sieht im Bundeshaushalt für das Jahr 2028 eine Lücke von 28 Milliarden Euro. Der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Fritz Güntzler, dringt deshalb auf Beratungen noch vor Weihnachten.

Güntzler verlangt frühe Haushaltsberatungen

„Wir müssen noch in diesem Jahr anfangen, uns konkret um den Bundeshaushalt 2028 zu kümmern“, sagte Güntzler der „Bild“ für deren Samstagausgabe. Aktuell klaffe dort eine Lücke von rund 28 Milliarden Euro.

Nach seinen Worten müsse die Union diese Lücke schließen und Ausgaben senken. Deshalb solle noch vor Weihnachten darüber beraten werden, an welchen Stellen Kürzungen möglich seien.

Union setzt auf Ausgabenkürzungen

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Finanzpolitiker Olav Gutting sprach sich dafür aus, nicht die Einnahmen zu erhöhen, sondern die Ausgaben zu senken. Wenn der Staat nicht grundsätzlich an Ausgaben und Aufgaben herangehe, reichten kleinere Änderungen bei Steuern auf Tabak, Plastik oder Zucker nicht aus, sagte Gutting der Zeitung.

Die Zitrone sei bereits ausgepresst, so Gutting weiter. Damit wendet er sich gegen eine Haushaltsstrategie, die vor allem auf zusätzliche Einnahmen aus einzelnen Verbrauchssteuern setzt.

Mattfeldt nennt Subventionen und Sozialbereich

Der Haushaltspolitiker Andreas Mattfeldt forderte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und die übrigen Minister zum Sparen auf. Bei einem Haushalt von rund 600 Milliarden Euro sei es mit einem systematischen Vorgehen möglich, 30 Milliarden Euro einzusparen, sagte er der „Bild“.

Mattfeldt verwies auf Subventionen auf allen Ebenen und auf Einsparmöglichkeiten in sämtlichen Bereichen. Auch im Sozialbereich müsse gekürzt werden. Zugleich könne darüber gesprochen werden, ob Menschen mit hohen Einkommen zusätzlich belastet werden sollten.

Die von der Union genannte Lücke für 2028 steht im Zusammenhang mit einem längerfristig angespannten Finanzrahmen des Bundes. Für die Jahre bis 2030 wird zugleich über zusätzliche Einnahmen aus Verbrauchsteuern diskutiert, unter anderem auf Zucker, Tabak und Alkohol. Solche Maßnahmen können einzelne Haushaltspositionen gegenfinanzieren, ersetzen aber keine strukturelle Entscheidung über die Ausgaben.

Die Debatte berührt damit zwei unterschiedliche politische Ansätze: Während Teile der Union Einsparungen bei Subventionen, staatlichen Aufgaben und Sozialausgaben verlangen, werden in der Koalition auch höhere Einnahmen als Finanzierungsquelle erwogen. Die genannten 28 Milliarden Euro entsprechen bei einem Bundeshaushalt von rund 600 Milliarden Euro einem erheblichen, aber grundsätzlich begrenzten Anteil des Gesamtvolumens.

Entscheidungen über Ausgaben und Einnahmen

Für Bürger dürfte die weitere Haushaltsplanung vor allem dort spürbar werden, wo Kürzungen oder neue Abgaben konkrete Leistungen und Preise beeinflussen. Einsparungen im Sozialbereich, bei Förderprogrammen oder Subventionen hätten andere Folgen als höhere Verbrauchsteuern. Die angekündigten Beratungen vor Weihnachten markieren deshalb den Beginn eines politischen Verteilungskonflikts, nicht bereits dessen Lösung.

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