BSW-Fraktion in Thüringen löst sich nach Parteiaustritten auf
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 12:01 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie BSW-Landtagsfraktion in Thüringen will sich nach dem Austritt der meisten Mitglieder aus der Partei auflösen. Die bisherige Fraktionsspitze kündigte am Montag in Erfurt an, dass die Auflösung in einer Sitzung am Mittwoch vollzogen werden soll.
Fraktion verliert Großteil ihrer Abgeordneten
Der Schritt folgt auf einen tiefen Konflikt zwischen der Bundespartei und der Thüringer BSW-Spitze, der sich in den vergangenen Monaten zugespitzt hatte. Infolge des Streits traten die meisten Fraktionsmitglieder aus der Partei aus, sodass von ursprünglich 15 BSW-Landtagsabgeordneten nur noch zwei in der Partei verbleiben. Die ausgetretenen Abgeordneten wollen ihre Mandate im Thüringer Landtag behalten.
Neue Partei „Thüringen Gerecht“ gegründet
Bereits am Sonntag hatten ehemalige Spitzenpolitiker der BSW-Fraktion eine neue Partei mit dem Namen „Thüringen Gerecht" gegründet. Die frühere BSW-Landesvorsitzende und stellvertretende Ministerpräsidentin Katja Wolf wurde zur Vorsitzenden der neuen Partei gewählt. Infrastrukturminister Steffen Schütz und Steffi Eschrich wurden als stellvertretende Vorsitzende bestimmt.
Organisatorische Folgen für den Landtag
Mit der geplanten Auflösung der BSW-Fraktion verliert die Bundespartei im Thüringer Landtag einen Großteil ihres bisherigen parlamentarischen Rückhalts. Zugleich entsteht mit „Thüringen Gerecht" eine neue politische Kraft, deren zukünftige Rolle im Landtag und im Parteiensystem des Landes noch nicht absehbar ist.
Die angekündigte Auflösung der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag markiert eine Zäsur in der kurzen Geschichte des Bündnisses Sahra Wagenknecht in Thüringen. Die dts-Meldung beschreibt eine weitgehende Entkernung der bisherigen Landtagsfraktion: Von ursprünglich 15 Abgeordneten verbleiben nur zwei in der Partei, während die übrigen zwar austreten, ihre Mandate aber behalten.
Bruch zwischen Landesgruppe und Bundespartei
Der über Monate eskalierende Streit zwischen der Bundespartei und der Thüringer BSW-Spitze zeigt typische Konfliktlinien neuer Parteien: Die Balance zwischen zentraler Führung und regionaler Eigenständigkeit ist fragil. Wenn eine Landesfraktion geschlossen aus der Partei austritt, ist das ein besonders deutliches Signal mangelnder innerparteilicher Geschlossenheit. Zugleich macht der Vorgang sichtbar, wie stark persönliche und strategische Differenzen eine junge Partei belasten können.
Gründung von „Thüringen Gerecht“ als Neuanfang
Mit der Gründung der neuen Partei „Thüringen Gerecht“ versuchen Katja Wolf und weitere ehemalige Spitzenpolitiker der BSW-Fraktion, ihre politische Arbeit organisatorisch neu zu verankern. Dass die ausgetretenen Abgeordneten ihre Mandate behalten wollen, ist rechtlich üblich: In Deutschland sind Mandate verfassungsrechtlich nicht an eine Partei gebunden. Politisch bedeutet es jedoch, dass im Landtag eine neue Gruppierung entsteht, während die Bundespartei BSW ihren institutionellen Einfluss im Parlament weitgehend verliert.
Folgen für die Landtagsarbeit in Erfurt
Für die Landtagsarbeit in Erfurt dürfte der Vorgang unmittelbare Konsequenzen haben: Die formale Auflösung der Fraktion verändert Ausschussbesetzungen, Redezeiten und finanzielle Ausstattung, weil diese an Fraktionsstärke gekoppelt sind. Wie „Thüringen Gerecht“ künftig parlamentarisch eingebunden wird und ob sich aus den verbliebenen zwei BSW-Abgeordneten eine arbeitsfähige Restfraktion oder andere Konstellation ergibt, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen. Klar ist aber bereits, dass sich die Kräfteverhältnisse und Kooperationsmuster im Landtag neu sortieren müssen.
