Brigade Litauen, Bundeswehr

Brigade Litauen: Nur 183 Soldatinnen für 4.800 Dienstposten

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 08:47 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

In der Panzerbrigade 45 sind bislang 183 Soldatinnen eingeplant oder eingesetzt. Zugleich muss die Bundeswehr für die bis Ende 2027 geplante Einsatzbereitschaft mehrere hundert weitere Soldaten gewinnen oder verpflichten.

Geringer Frauenanteil in Litauen-Brigade
Bundeswehr-Soldat (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

In der ständigen Brigade der Bundeswehr in Litauen sind Soldatinnen bislang nur in geringem Umfang vertreten. Nach Angaben einer Sprecherin des Verteidigungsministeriums sind mit Stand 16. September 183 Soldatinnen für die Brigade eingeplant oder bereits in den Verbänden der Kampftruppenbrigade eingesetzt.

Freiwilligenquote liegt bei fast 80 Prozent

Das Ministerium erklärte zugleich, es sei damit zu rechnen, dass sich auch in den kommenden Wochen und Monaten weitere Soldatinnen und Soldaten freiwillig melden. Zuletzt waren fast 80 Prozent der Stellen in der Panzerbrigade 45 „Litauen“ mit Freiwilligen besetzt.

Bei der vorgesehenen Zielgröße von 4.800 Soldaten entspricht das rund 3.840 Kräften. Die 183 Soldatinnen hätten daran einen Anteil von knapp 4,8 Prozent.

Mehrere hundert Soldaten sollen verpflichtet werden

Die Bundeswehr hat Schwierigkeiten, die Brigade allein mit Freiwilligen zu besetzen. Deshalb sollen nun mehrere hundert Soldaten verpflichtet werden.

Die Brigade soll bis Ende 2027 vollständig einsatzbereit sein.

Die Brigade Litauen ist ein zentrales Vorhaben der deutschen Landes- und Bündnisverteidigung. Deutschland baut dafür dauerhaft eine kampfstarke Formation in Litauen auf und übernimmt damit langfristig Verantwortung an der östlichen NATO-Flanke. Die Zielgröße von 4.800 Soldaten macht das Vorhaben personell deutlich anspruchsvoller als einen zeitlich begrenzten Auslandseinsatz.

Der geringe Frauenanteil steht dabei im Zusammenhang mit der allgemeinen Personalstruktur der Bundeswehr und der besonderen Zusammensetzung einer Panzerbrigade. Frauen können in der Bundeswehr grundsätzlich in allen militärischen Laufbahnen dienen; ihr Anteil fällt in einzelnen Kampftruppenverbänden jedoch häufig geringer aus als im Gesamtdurchschnitt. 183 eingeplante oder bereits eingesetzte Soldatinnen entsprechen gemessen an der genannten Zielgröße knapp 4,8 Prozent.

Personalgewinnung bleibt entscheidend

Fast 80 Prozent der Brigade-Stellen sollen zuletzt mit Freiwilligen besetzt gewesen sein. Bei 4.800 vorgesehenen Dienstposten entspricht das rund 3.840 Soldaten. Dass dennoch mehrere hundert Soldaten verpflichtet werden sollen, zeigt den Zeitdruck beim Aufbau: Bis Ende 2027 soll die Brigade vollständig einsatzbereit sein.

Für die Bundeswehr geht es damit nicht nur um zusätzliche Kräfte für Litauen, sondern auch um die dauerhafte Bindung von Personal an einen anspruchsvollen Standort außerhalb Deutschlands. Die weitere Entwicklung der Freiwilligenzahlen und die Integration neuer Soldatinnen und Soldaten werden maßgeblich dafür sein, ob die Brigade ihre geplante Einsatzbereitschaft erreicht.

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