Deutschland, Soziales

Kranken- und Rentenversicherung wird für Gutverdiener teurer

08.10.2025 - 12:01:05

Beschäftigte zahlen einen Teil des Gehalts in die Sozialversicherungen ein. Bei höheren Einkommen soll dafür - nach einer regelmäßigen Anpassung - bald mehr fällig werden.

Erwerbstätige mit höheren Einkommen müssen sich darauf einstellen, im kommenden Jahr mehr für die Renten- und Krankenversicherung zu bezahlen. Das Bundeskabinett billigte einen Verordnungsentwurf des Sozialministeriums, der jährlich vorgesehene Anpassungen der Rechengrößen dafür festlegt. Die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung soll demnach von 5.512,50 Euro auf 5.812,50 Euro steigen. Bis zu dieser Grenze des Monatsgehalts werden Beiträge fällig, vom darüber liegenden Gehalt werden dann keine Beiträge mehr abgezogen.

In der Rentenversicherung soll diese Schwelle von derzeit 8.050 Euro zum neuen Jahr auf 8.450 Euro angehoben werden. Hintergrund sind laut Ministerium Gesetzesregelungen für eine regelmäßige Fortschreibung der Rechengrößen. Sie knüpfen nun an die Lohn- und Gehaltsentwicklung von 2024 an - und die durchschnittliche Lohnzuwachsrate lag demnach damals bei gut fünf Prozent. Die Verordnung bedarf noch der Zustimmung des Bundesrats.

Keine Veränderung für die Mehrheit der Versicherten

Das Ministerium erläuterte, von der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen seien nur diejenigen betroffen, die bisher über diesen Grenzen lagen. Für die überwiegende Mehrheit der Versicherten ergebe sich keine Veränderung. Mit der Fortschreibung werde sichergestellt, dass sich Versicherte entsprechend der Lohnentwicklung an der Finanzierung der Sozialversicherung beteiligen. Auch die Renten würden jährlich mit der Lohnentwicklung angepasst.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

DGB beklagt «vergiftete Debatte» über den Sozialstaat. Sie widerspricht den Wünschen der Arbeitgeber diametral. Willkommen im Jahr der Reformen. Zum Jahresbeginn stellt der Deutsche Gewerkschaftsbund seine eigene Reformagenda vor. (Politik, 20.01.2026 - 14:51) weiterlesen...

Immer mehr Kinder wegen psychischer Probleme in Kliniken. Viele müssen wegen psychischer Probleme in Kliniken. Die Wartezeit ist oft lang. Pandemie, Kriege, Zukunftsängste: Kinder und Teenager stehen unter Druck. (Wissenschaft, 19.01.2026 - 16:25) weiterlesen...

Städtetag: Sozialstandards überprüfen – «Geld ist alle». Städtetagspräsident Jung plädiert für grundlegende Reformen und mehr Digitalisierung. Kommunen schlagen Alarm: Die Sozialkosten steigen rasant, ihr Defizit wächst. (Politik, 17.01.2026 - 09:59) weiterlesen...

Wo sich das Bürgergeld ändert - Was Ängste auslöst. Die Opposition attackiert die Regierung. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Härtere Sanktionen, Arbeit vor Qualifizierung: Auf Millionen Menschen im Bürgergeld kommen Änderungen zu. (Politik, 15.01.2026 - 15:38) weiterlesen...

Was beim Bürgergeld geplant ist - und die Kritik daran. Bärbel Bas hat es nicht leicht. Und das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Schlagabtausch im Bundestag: Die Regierung verteidigt ihre Bürgergeld-Pläne. (Politik, 15.01.2026 - 12:27) weiterlesen...

Studie: In Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen. Nach einer Studie des Pestel-Instituts behindert der Wohnungsmangel den Weg aus der Wirtschaftskrise. Die Wohnungssuche hat sich in vielen Regionen zum Albtraum entwickelt, Besserung nicht in Sicht. (Wirtschaft, 15.01.2026 - 10:30) weiterlesen...