Olympia-Bewerbung Berlin, DOSB

Olympia-Bewerbung: Berlin zieht sich vor DOSB-Entscheidung zurück

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 04:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Berlin zieht seine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 zurück. Damit entscheidet der DOSB am Samstag in Baden-Baden nur noch zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr.

  • Olympia in Berlin? Das dürfte für lange Zeit erledigt sein. (Archivbild) - Bild: Elisa Schu/dpa
    Olympia in Berlin? Das dürfte für lange Zeit erledigt sein. (Archivbild) - Bild: Elisa Schu/dpa
  • Berlins Olympia-Bewerbung soll zurückgezogen werden. (Archivbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
    Berlins Olympia-Bewerbung soll zurückgezogen werden. (Archivbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
  • Auch für 2000 klappte es mit der Hauptstadt nicht. (Archivbild) - Bild: Peer Grimm/dpa
    Auch für 2000 klappte es mit der Hauptstadt nicht. (Archivbild) - Bild: Peer Grimm/dpa
Olympia in Berlin? Das dürfte für lange Zeit erledigt sein. (Archivbild) - Bild: Elisa Schu/dpa Berlins Olympia-Bewerbung soll zurückgezogen werden. (Archivbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa Auch für 2000 klappte es mit der Hauptstadt nicht. (Archivbild) - Bild: Peer Grimm/dpa

Berlin zieht seine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 zurück und scheidet damit vor der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) als deutscher Kandidat aus.

Entscheidung vor der DOSB-Versammlung

Der Berliner Olympiabeauftragte Kaweh Niroomand, der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) fassten den Beschluss am Mittwoch. Die offizielle Verkündung soll an diesem Donnerstag um 10.00 Uhr auf einer Pressekonferenz erfolgen.

Am Samstag entscheidet die außerordentliche DOSB-Mitgliederversammlung in Baden-Baden über den deutschen Bewerber für die Spiele 2036, 2040 oder 2044. Nach dem Berliner Rückzug stehen nur noch München und Köln-Rhein-Ruhr zur Auswahl.

Politischer Wechsel belastet Bewerbung

Berlin hatte zuletzt mehrere Rückschläge verkraften müssen. Der schwarz-rote Senat, der die Olympia-Pläne vorangetrieben hatte, wurde bei der Abgeordnetenhauswahl am Sonntag abgewählt. Wahlsiegerin Elif Eralp (Linke), die neue Regierende Bürgermeisterin werden könnte, lehnt eine Olympia-Bewerbung ab.

Anders als in München und Nordrhein-Westfalen gab es in Berlin kein Bürgerreferendum. Dort hatten sich jeweils große Mehrheiten für Olympia ausgesprochen. Die fehlende direkte Zustimmung der Bevölkerung und die unklare politische Zukunft schwächten die Berliner Chancen.

DOSB bewertet Berlin deutlich schlechter

Auch der Abschlussbericht der DOSB-Evaluierungskommission fiel für Berlin schlechter aus als für die Konkurrenz. München erreichte 87 von 100 Punkten, Köln-Rhein-Ruhr kam auf 85 Punkte. Berlin erhielt 74,6 Punkte.

Niroomand kritisierte Eralps Haltung scharf. Sie habe mit ihrer Äußerung binnen 45 Sekunden die gesamte Bewerbung vom Tisch gewischt und dadurch die Verbände verunsichert. Berlin scheitert damit nach 1993 und 2015 zum dritten Mal mit einem Olympia-Projekt.

Frühere Bewerbungen ohne Erfolg

1993 verlor Berlin die Abstimmung um die Sommerspiele 2000 bereits in der zweiten Runde. Sydney erhielt den Zuschlag. 2015 setzte sich Hamburg in der deutschen Auswahl gegen Berlin durch, scheiterte anschließend aber an einem Referendum.

Politischer Rückhalt als Schlüsselfaktor

Eine Olympia-Bewerbung benötigt nicht nur ein sportliches und logistisches Konzept, sondern auch langfristige politische Stabilität. Genau hier lag Berlins entscheidender Nachteil: Der bisherige Senat unterstützte die Bewerbung, wurde bei der Abgeordnetenhauswahl jedoch abgewählt. Die designierte politische Mehrheit lehnt das Projekt ab.

Hinzu kommt die fehlende direkte Zustimmung der Berliner Bevölkerung. In München und Nordrhein-Westfalen hatten sich Bürgerinnen und Bürger zuvor mit deutlichen Mehrheiten für Olympia ausgesprochen. Ein vergleichbares Referendum gab es in Berlin nicht. Damit fehlte der Bewerbung ein sichtbares demokratisches Mandat, das bei einem langfristigen und kostenintensiven Großprojekt besonderes Gewicht besitzt.

Folgen für Deutschlands Olympia-Pläne

Mit dem Rückzug reduziert sich die Auswahl des Deutschen Olympischen Sportbunds auf München und Köln-Rhein-Ruhr. Der Evaluierungsbericht bewertete beide Konzepte höher als Berlin: München erreichte 87 von 100 Punkten, Köln-Rhein-Ruhr 85 Punkte, Berlin 74,6 Punkte. Besonders bei Stabilität und Unterstützung fiel die Hauptstadt zurück.

Für Berlin endet damit der dritte Anlauf nach den erfolglosen Bewerbungen für 2000 und 2024 beziehungsweise der deutschen Ausscheidung für 2024. Für die verbleibenden Bewerber beginnt nun ein Zweikampf um die nationale Nominierung. Die Entscheidung des DOSB am Samstag bestimmt, welche deutsche Region ihre Finanzierung, Infrastruktur und öffentliche Zustimmung anschließend international vertreten kann.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesspiegel: „Kurz vor Abstimmung auf DOSB-Mitgliederversammlung: Berlin will Olympiabewerbung zurückziehen“ (23.09.2026)

Der Bericht führe den Rückzug auf den fehlenden Rückhalt in der Berliner Bevölkerung, den politischen Wechsel und das schwächste Ergebnis im DOSB-Evaluierungsbericht zurück. Er betone zudem, Berlin sei nun aus dem Rennen, während München und Köln-Rhein-Ruhr den nationalen Bewerber unter sich ausmachten, und lasse offen, welcher der beiden verbliebenen Konzepte international überzeugender auftreten könne.

tagesschau: „Berlin zieht Olympia-Bewerbung zurück“ (23.09.2026)

Der Bericht bestätige den bevorstehenden Rückzug und setze einen stärkeren Schwerpunkt auf die Folgen der Abgeordnetenhauswahl sowie die Haltung der möglichen künftigen Regierungsparteien. Er hebe außerdem die Kritik des CDU-Spitzenkandidaten an der Entscheidung hervor; offen bleibe dabei, wie sich der Rückzug auf die politische Debatte über Sport- und Infrastrukturinvestitionen auswirke.

Beide Berichte stimmten darin überein, dass Berlin vor der DOSB-Abstimmung ausscheide. Unterschiede lägen vor allem in der Gewichtung: Der Tagesspiegel konzentriere sich stärker auf fehlende Zustimmung und die Bewertung der Bewerbung, während die tagesschau die politischen Folgen und parteipolitischen Reaktionen hervorhebe.

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