Berlin, Linke

Berlin-Wahl: Linke wird stärkste Kraft und will regieren

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 20:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Linke ist nach dpa-Hochrechnungen in Berlin stärkste Kraft geworden und will regieren. Im Zentrum der Debatte stehen nun Koalitionsoptionen und der Streit um Mieten, Wohnen und Enteignungen.

  • Elif Eralp will große Wohnungskonzerne enteignen.  - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
    Elif Eralp will große Wohnungskonzerne enteignen. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
  • Stefan Evers kündigt Gespräche an.  - Bild: Fabian Sommer/dpa
    Stefan Evers kündigt Gespräche an. - Bild: Fabian Sommer/dpa
  • Steffen Krach gibt sich demütig.  - Bild: Christoph Soeder/dpa
    Steffen Krach gibt sich demütig. - Bild: Christoph Soeder/dpa
  • Linken-Spitzenkandidatin Eralp will regieren.  - Bild: Britta Pedersen/dpa
    Linken-Spitzenkandidatin Eralp will regieren. - Bild: Britta Pedersen/dpa
  • Kristin Brinker sieht sich in der Oppositionsrolle.  - Bild: Britta Pedersen/dpa
    Kristin Brinker sieht sich in der Oppositionsrolle. - Bild: Britta Pedersen/dpa
Elif Eralp will große Wohnungskonzerne enteignen.  - Bild: Sebastian Gollnow/dpa Stefan Evers kündigt Gespräche an.  - Bild: Fabian Sommer/dpa Steffen Krach gibt sich demütig.  - Bild: Christoph Soeder/dpa Linken-Spitzenkandidatin Eralp will regieren.  - Bild: Britta Pedersen/dpa Kristin Brinker sieht sich in der Oppositionsrolle.  - Bild: Britta Pedersen/dpa

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus ist die Linke nach Hochrechnungen klar stärkste Kraft geworden. Spitzenkandidatin Elif Eralp will Regierende Bürgermeisterin werden.

Linke deutlich vorn

Nach den Hochrechnungen kommt die Linke auf 25,3 bis 25,4 Prozent und verbessert sich damit deutlich gegenüber 2023. Die Partei erzielt ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl und könnte erstmals die Regierungschefin in Berlin stellen.

CDU verliert, Gespräche stehen an

Die CDU landet auf Platz zwei und verfehlt mit einem CDU-geführten Dreierbündnis knapp die Mehrheit. Spitzenkandidat Stefan Evers kündigt Gespräche mit den anderen Parteien an, ohne bereits von Sondierungen zu sprechen.

Grüne und SPD als mögliche Partner

Als mögliche Partner für eine Dreierkoalition gelten Grüne und SPD. Von den Grünen kommen dazu positive Signale, während die SPD nach dem deutlichen Rückgang ihres Ergebnisses dennoch Teil eines Bündnisses werden könnte.

Mieten und Wohnen prägen den Wahlkampf

Im Zentrum des Wahlkampfs stehen der Wohnungsmangel und steigende Mieten. Eralp will große Wohnungsunternehmen vergesellschaften und einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen einführen.

Weitere Kräfte im neuen Parlament

Die AfD legt deutlich zu und beansprucht eine starke Oppositionsrolle. Das BSW bangt um den Einzug ins Abgeordnetenhaus, die FDP verpasst den Sprung ins Parlament erneut deutlich.

Einordnung der Wahl

Der Berliner Urnengang verschiebt die politischen Gewichte in der Hauptstadt deutlich. Dass die Linke nach dieser dpa-Meldung erstmals die stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus stellt, zeigt vor allem die hohe Bedeutung von Mieten, Wohnen und sozialer Frage im Berliner Wahlkampf.

Koalitionsfrage mit offenem Ausgang

Für die Regierungsbildung spricht vieles für schwierige Gespräche. Eine Dreierkonstellation mit Grünen und SPD liegt zwar nahe, doch die SPD ist klar geschwächt und die Mehrheitsverhältnisse bleiben eng. Damit rückt weniger die schnelle Einigung als vielmehr die Frage in den Mittelpunkt, ob die möglichen Partner in zentralen Streitpunkten zusammenfinden.

Wohnen als Machtfaktor

Besonders brisant ist der Streit um Enteignungen und Vergesellschaftung. Die Linke setzt damit auf ein Thema, das in Berlin seit Jahren mobilisiert und die politische Debatte weit über den Wahlabend hinaus prägen dürfte. Für die Stadt bedeutet das: Der Konflikt um bezahlbaren Wohnraum bleibt nicht nur ein sozialpolitisches, sondern auch ein machtpolitisches Thema, an dem sich jede künftige Koalition messen lassen muss.

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