Berlin-Wahl, Linke

Berlin-Wahl: Linke gewinnt klar und greift nach dem Roten Rathaus

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 22:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Linke gewinnt die Berlin-Wahl klar und könnte erstmals die Regierungschefin stellen. Nun rückt die Suche nach einer tragfähigen Koalition in den Mittelpunkt.

  • Elif Eralp ist die Freude deutlich anzusehen. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
    Elif Eralp ist die Freude deutlich anzusehen. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
  • Die Berliner Linke um Spitzenkandidatin Elif Eralp (mi.) will große Immobilienkonzerne enteignen und dieses Vorhaben im Fall einer Regierungsübernahme schnell angehen.  - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
    Die Berliner Linke um Spitzenkandidatin Elif Eralp (mi.) will große Immobilienkonzerne enteignen und dieses Vorhaben im Fall einer Regierungsübernahme schnell angehen. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
Elif Eralp ist die Freude deutlich anzusehen. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa Die Berliner Linke um Spitzenkandidatin Elif Eralp (mi.) will große Immobilienkonzerne enteignen und dieses Vorhaben im Fall einer Regierungsübernahme schnell angehen.  - Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Die Linke hat die Berlin-Wahl nach den im dpa-Text genannten Hochrechnungen überraschend klar gewonnen und kann erstmals die Regierende Bürgermeisterin stellen.

Linke liegt vor der CDU

Spitzenkandidatin Elif Eralp sprach am Wahlabend von einem historischen Ergebnis. Ihre Partei will nun mit Grünen und SPD eine Dreierkoalition bilden und damit das bisherige Bündnis aus CDU und SPD ablösen.

Wohnen als zentrales Wahlkampfthema

Im Mittelpunkt des Linke-Wahlkampfs standen bezahlbare Mieten, mehr kommunaler Einfluss auf den Wohnungsmarkt und ein härteres Vorgehen gegen Mietwucher. Eralp kündigte an, den Volksentscheid zur Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne umzusetzen.

CDU verteidigt das Rote Rathaus nicht

CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers verpasste das Ziel, das Rote Rathaus für seine Partei zu halten. Nach den Hochrechnungen blieb für die Union zwar rechnerisch noch eine Mehrheit mit Grünen und SPD denkbar, politisch setzte sich am Abend aber die Option eines linken Bündnisses in den Vordergrund.

Schwierige Gespräche stehen bevor

Auch nach dem Wahlerfolg der Linken ist die Regierungsbildung offen. Die Grünen signalisierten ihre Bereitschaft zu Rot-Grün-Rot, während die SPD nach ihrem historisch schlechten Ergebnis in einer schwachen Verhandlungsposition ist.

Druck auch wegen Antisemitismus-Debatte

Für die Linke wird die nächste Phase nicht nur von Koalitionsarithmetik geprägt, sondern auch von der Frage, wie glaubwürdig sie auf Kritik an Antisemitismus in den eigenen Reihen reagiert. Damit entscheidet sich erst in den kommenden Gesprächen, ob der Wahlabend tatsächlich in einen Machtwechsel mündet.

Politische Verschiebung in Berlin

Der überraschende Erfolg der Linken verschiebt das Kräfteverhältnis im Berliner Abgeordnetenhaus deutlich. Nach dem in der dpa-Meldung beschriebenen Ergebnis rückt eine Regierungsbildung in den Mittelpunkt, in der nicht nur Mehrheiten zählen, sondern auch die Frage, welche Partei den Ton in der Hauptstadt künftig angibt.

Wohnen als entscheidendes Thema

Inhaltlich zeigt das Ergebnis vor allem, wie stark Mieten und Wohnungspolitik den Wahlkampf geprägt haben. Wenn die Linke mit dem Versprechen auf bezahlbaren Wohnraum und strengere Eingriffe in den Markt zulegt, verweist das auf ein Grundproblem der Stadt: hohe Belastungen für Mieterinnen und Mieter bei zugleich begrenztem politischen Handlungsspielraum.

Folgen für die Hauptstadtpolitik

Für Berlin bedeutet das Votum eine neue Debatte über die Rolle des Landes bei Regulierung, Enteignung und kommunalem Wohnungsbestand. Zugleich wird die Koalitionsfrage zur Hürde: Selbst wenn rechnerische Mehrheiten existieren, müssen die Beteiligten inhaltliche Gegensätze bei Wohnen, Migration, Haushalt und innerer Sicherheit überbrücken. Für die Stadtpolitik dürfte damit eine Phase beginnen, in der symbolische Fragen und praktische Kompromisse eng miteinander verknüpft bleiben.

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