Berlin-Marathon 2026, Tigst Assefa

Berlin-Marathon: Tigst Assefa verpasst Weltrekord wegen Krämpfen

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 11:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Tigst Assefa gewinnt den Berlin-Marathon in 2:11:04 Stunden und stellt einen Streckenrekord auf. Wegen Krämpfen auf dem letzten Kilometer verpasst die Äthiopierin jedoch den Weltrekord von Ruth Chepngetich.

Tigst Assefa (vorne) erlebt ein Drama beim Berlin-Marathon. - Bild: Andreas Gora/dpa
Tigst Assefa (vorne) erlebt ein Drama beim Berlin-Marathon. - Bild: Andreas Gora/dpa

Tigst Assefa hat den Berlin-Marathon gewonnen, auf dem letzten Kilometer wegen Krämpfen aber den angepeilten Weltrekord verpasst.

Streckenrekord trotz Krämpfen

Die Äthiopierin kam nach 2:11:04 Stunden ins Ziel. Damit stellte sie einen Streckenrekord auf und lief die drittschnellste Zeit der Marathon-Geschichte.

Den Weltrekord von Ruth Chepngetich verfehlte Assefa. Die Kenianerin war 2024 in Chicago 2:09:56 Stunden gelaufen. Chepngetich ist derzeit wegen eines positiven Dopingtests gesperrt, die Bestmarke hat jedoch weiterhin Bestand.

Dritter Berliner Sieg

Assefa triumphierte in Berlin zum dritten Mal nach 2022 und 2023. Vor drei Jahren hatte sie mit 2:11:53 Stunden selbst einen Weltrekord aufgestellt, bevor Chepngetich ihr die Bestmarke abnahm.

Bei nahezu optimalen Bedingungen lief Assefa von Beginn an ein hohes Tempo. Unterstützt von mehreren Tempomachern setzte sie sich im Frauenrennen früh ab und hielt das Tempo auch auf der zweiten Hälfte des Marathons konstant hoch.

Pfeiffer gibt früh auf

Esther Pfeiffer musste ihren Versuch, den deutschen Rekord von Irina Mikitenko aus dem Jahr 2008 zu verbessern, bereits nach rund 15 Kilometern beenden. Es war ihr zweiter Marathon.

Bei den Männern gewann der Äthiopier Guye Adola in 2:02:51 Stunden. Der Weltrekordler Sabastian Sawe hatte verletzungsbedingt abgesagt. Die schnellsten deutschen Marathonläufer um Europameister Amanal Petros waren in Berlin nicht am Start.

Berlin als Rekordstrecke

Der Berlin-Marathon zählt zu den schnellsten und prestigeträchtigsten Straßenläufen der Welt. Die flache Strecke, leistungsstarke Tempomacher und die traditionell große Unterstützung an der Strecke schaffen Bedingungen, unter denen Bestzeiten besonders häufig möglich sind. Für Assefa war der Lauf deshalb nicht nur ein Rennen um den Sieg, sondern auch der Versuch, ihre frühere Bestmarke zurückzugewinnen.

Mit 2:11:04 Stunden verbesserte Assefa ihren eigenen Berliner Streckenrekord aus dem Jahr 2023 deutlich. Zum Weltrekord fehlten ihr dennoch 68 Sekunden. Dass sie trotz der Krämpfe ins Ziel kam, unterstreicht die außergewöhnliche Belastung eines Tempos, das über die gesamte Marathondistanz nahe an der Weltspitze liegt.

Ein Rekord mit besonderer Vorgeschichte

Die aktuelle Weltbestzeit von 2:09:56 Stunden bleibt Ruth Chepngetich zugeschrieben, obwohl die Kenianerin wegen eines positiven Dopingtests gesperrt ist. Der Fall zeigt, dass sportrechtliche Sanktionen und die statistische Anerkennung bereits erzielter Leistungen getrennt voneinander behandelt werden können.

Für Zuschauerinnen und Zuschauer bedeutet Assefas Ergebnis: Der Frauenmarathon bleibt in einer Phase außergewöhnlicher Leistungsdichte. Zugleich macht ihr Einbruch auf dem letzten Kilometer sichtbar, wie schmal der Abstand zwischen Rekordtempo und körperlicher Überforderung ist. Im Männerlauf gewann Guye Adola in 2:02:51 Stunden; der verletzungsbedingte Ausfall des Weltrekordlers Sabastian Sawe hatte die Ausgangslage dort zuvor verändert.

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