Berlin-Marathon, Tigst Assefa

Berlin-Marathon: Tigst Assefa verpasst Weltrekord nach Krämpfen

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 11:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Tigst Assefa hat den Berlin-Marathon zum dritten Mal gewonnen und mit 2:11:04 Stunden einen Streckenrekord aufgestellt. Der Weltrekord blieb der Äthiopierin nach Krämpfen auf dem letzten Kilometer jedoch knapp verwehrt.

  • Tigst Assefa verpasste nach Verletzungsproblemen den angepeilten Weltrekord. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Tigst Assefa verpasste nach Verletzungsproblemen den angepeilten Weltrekord. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • Von Lauf-Legende und ihrem Coach Haile Gebrselassie (l) musste Assefa im Ziel gestützt werden. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Von Lauf-Legende und ihrem Coach Haile Gebrselassie (l) musste Assefa im Ziel gestützt werden. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • Guye Adola aus Äthiopien gewann den Berlin-Marathon bei den Männern in Abwesenheit des Weltrekordlers Sabastian Sawe. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Guye Adola aus Äthiopien gewann den Berlin-Marathon bei den Männern in Abwesenheit des Weltrekordlers Sabastian Sawe. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • Vollkommen entkräftet erreichte Tigst Assefa das Ziel. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Vollkommen entkräftet erreichte Tigst Assefa das Ziel. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • Tausende Läuferinnen und Läufer nahmen am Berlin-Marathon teil. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Tausende Läuferinnen und Läufer nahmen am Berlin-Marathon teil. - Bild: Andreas Gora/dpa
Tigst Assefa verpasste nach Verletzungsproblemen den angepeilten Weltrekord. - Bild: Andreas Gora/dpa Von Lauf-Legende und ihrem Coach Haile Gebrselassie (l) musste Assefa im Ziel gestützt werden. - Bild: Andreas Gora/dpa Guye Adola aus Äthiopien gewann den Berlin-Marathon bei den Männern in Abwesenheit des Weltrekordlers Sabastian Sawe. - Bild: Andreas Gora/dpa Vollkommen entkräftet erreichte Tigst Assefa das Ziel. - Bild: Andreas Gora/dpa Tausende Läuferinnen und Läufer nahmen am Berlin-Marathon teil. - Bild: Andreas Gora/dpa

Tigst Assefa hat den Berlin-Marathon zum dritten Mal gewonnen und den Weltrekord trotz einer dramatischen Schlussphase knapp verpasst.

Krämpfe auf dem letzten Kilometer

Die Äthiopierin lief in 2:11:04 Stunden ins Ziel und stellte damit einen Streckenrekord auf. Zugleich erzielte sie die drittschnellste Zeit in der Geschichte des Frauen-Marathons.

Auf dem letzten Kilometer bekam Assefa nach Angaben der dpa-Meldung Krämpfe und musste das hohe Tempo aufgeben. Zuvor hatte sie lange auf Weltrekordkurs gelegen.

Chepngetichs Marke bleibt bestehen

Den Weltrekord hält weiterhin die Kenianerin Ruth Chepngetich. Sie war 2024 beim Marathon in Chicago 2:09:56 Stunden gelaufen.

Chepngetich ist derzeit wegen eines positiven Dopingtests gesperrt. Ihr Weltrekord bleibt jedoch auch nach dem 52. Berlin-Marathon bestehen.

Dritter Berliner Sieg

Assefa wiederholte ihre Erfolge aus den Jahren 2022 und 2023. 2023 hatte sie in Berlin mit 2:11:53 Stunden selbst einen Weltrekord aufgestellt, bevor Chepngetich die Bestmarke ein Jahr später übernahm.

Bei nahezu optimalen Bedingungen lief Assefa von Beginn an ein einsames Rennen mit mehreren Tempomacherinnen und Tempomachern. Die Olympia-Zweite von Paris und WM-Zweite von Tokio hielt das Tempo auf der zweiten Hälfte zunächst konstant hoch, bevor die Krämpfe den Rekordversuch stoppten.

Pfeiffer gibt früh auf

Für Esther Pfeiffer endete das Rennen enttäuschend. Die Deutsche, die den Rekord von Irina Mikitenko aus dem Jahr 2008 von 2:19:19 Stunden angreifen wollte, musste beim zweiten Marathon ihrer Karriere nach rund 15 Kilometern aufgeben.

Adola gewinnt bei den Männern

Bei den Männern setzte sich der Äthiopier Guye Adola in 2:02:51 Stunden durch. Der Weltrekordler Sabastian Sawe hatte verletzungsbedingt abgesagt.

Die schnellsten deutschen Marathonläufer um Europameister Amanal Petros waren in Berlin nicht am Start.

Berlin als Rekordstrecke

Der Berlin-Marathon zählt zu den schnellsten und prestigeträchtigsten Straßenläufen der Welt. Die flache Strecke und die traditionell starke Unterstützung an der Route schaffen Bedingungen, unter denen Spitzenathleten regelmäßig persönliche Bestzeiten und Weltrekorde angreifen. In Berlin wurden bereits zahlreiche Bestmarken aufgestellt.

Assefas Ergebnis ordnet sich in diese Geschichte ein: Mit 2:11:04 Stunden blieb sie deutlich unter ihrer früheren Berliner Bestzeit von 2:11:53 und lief die drittschnellste Zeit einer Marathonläuferin. Für den Weltrekord hätten jedoch nochmals 68 Sekunden gefehlt. Das zeigt die außergewöhnliche Größenordnung der Marke von 2:09:56 Stunden.

Rekord mit besonderer Vorgeschichte

Der aktuelle Weltrekord gehört Ruth Chepngetich, die ihn 2024 in Chicago aufstellte. Die Kenianerin ist nach einem positiven Dopingtest gesperrt; die Bestmarke bleibt dennoch bestehen. Damit ist die Rekordliste sportlich erfolgreich, zugleich aber von einer Debatte über die Einordnung dieser Zeit geprägt.

Für Assefa bleibt Berlin trotzdem ein bedeutender Erfolg. Sie gewann den Frauenlauf zum dritten Mal nach 2022 und 2023 und verbesserte den Streckenrekord. Dass sie trotz der Krämpfe auf dem letzten Kilometer ins Ziel kam, unterstreicht die Belastung eines Rennens, in dem selbst eine Weltklasseleistung bis zuletzt gefährdet sein kann. Bei den Männern fiel der Weltrekordversuch wegen der verletzungsbedingten Absage von Sabastian Sawe aus; Guye Adola gewann in 2:02:51 Stunden.

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