Berlin-Marathon 2026, Tigst Assefa

Berlin-Marathon: Tigst Assefa verpasst Weltrekord dramatisch

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 13:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Tigst Assefa gewinnt den Berlin-Marathon, verpasst den Weltrekord aber nach einem dramatischen Einbruch auf den letzten Kilometern. Trotz einer Sehnenverletzung läuft die Äthiopierin die drittschnellste Zeit der Marathon-Geschichte.

  • Tigst Assefa musste mit Tränen in den Augen von Lauf-Legende und ihrem Trainer Haile Gebrselassie im Ziel gestützt werden. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Tigst Assefa musste mit Tränen in den Augen von Lauf-Legende und ihrem Trainer Haile Gebrselassie im Ziel gestützt werden. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • Tigst Assefa humpelte ins Ziel. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Tigst Assefa humpelte ins Ziel. - Bild: Andreas Gora/dpa
  •  Guye Adola gewann in Abwesenheit von Weltrekordler Sabastian Sawe bei den Männern. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Guye Adola gewann in Abwesenheit von Weltrekordler Sabastian Sawe bei den Männern. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • Tigst Assefa sank im Ziel zu Boden. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Tigst Assefa sank im Ziel zu Boden. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • Anna Langerwisch war die schnellste Deutsche beim Berlin-Marathon. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Anna Langerwisch war die schnellste Deutsche beim Berlin-Marathon. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • Tausende Menschen nahmen am Berlin-Marathon teil. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
    Tausende Menschen nahmen am Berlin-Marathon teil. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
  • Konnte ihre Schmerzen nicht verbergen: Tigst Assefa. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Konnte ihre Schmerzen nicht verbergen: Tigst Assefa. - Bild: Andreas Gora/dpa
Tigst Assefa musste mit Tränen in den Augen von Lauf-Legende und ihrem Trainer Haile Gebrselassie im Ziel gestützt werden. - Bild: Andreas Gora/dpa Tigst Assefa humpelte ins Ziel. - Bild: Andreas Gora/dpa  Guye Adola gewann in Abwesenheit von Weltrekordler Sabastian Sawe bei den Männern. - Bild: Andreas Gora/dpa Tigst Assefa sank im Ziel zu Boden. - Bild: Andreas Gora/dpa Anna Langerwisch war die schnellste Deutsche beim Berlin-Marathon. - Bild: Andreas Gora/dpa Tausende Menschen nahmen am Berlin-Marathon teil. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa Konnte ihre Schmerzen nicht verbergen: Tigst Assefa. - Bild: Andreas Gora/dpa

Tigst Assefa hat den Berlin-Marathon gewonnen, den Weltrekord aber nach Schmerzen auf den letzten Metern verpasst.

Weltrekord auf den letzten Kilometern verpasst

Die Äthiopierin lag lange auf Kurs zur globalen Bestmarke und führte das Frauenrennen von Beginn an allein. Bei Kilometer 40 lag sie noch klar vor dem Weltrekordtempo, ehe sie Schmerzen bekam und das Ziel nur noch humpelnd erreichte.

Assefa sank nach 2:11:04 Stunden erschöpft auf die Knie und suchte anschließend Halt bei ihrem Trainer Haile Gebrselassie. Bei der Siegerehrung und der Pressekonferenz fehlte sie. Nach Angaben der Veranstalter wurde sie wegen einer Sehnenverletzung zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.

Drittschnellste Zeit der Geschichte

Mit ihrer Zeit stellte Assefa einen Streckenrekord auf und lief die drittschnellste Zeit in der Geschichte des Frauenmarathons. Schneller waren bislang nur ihre Landsfrau Fotyen Tesfay mit 2:10:51 Stunden in Barcelona und die Kenianerin Ruth Chepngetich, die 2024 in Chicago 2:09:56 Stunden lief.

Chepngetich ist derzeit wegen eines positiven Dopingtests gesperrt. Assefa gewann in Berlin zum dritten Mal nach 2022 und 2023. Ihr früherer Weltrekord von 2:11:53 Stunden aus dem Jahr 2023 wurde inzwischen von Chepngetich überboten.

Rückschlag für die Berliner Rekordpläne

Für die Veranstalter war Assefas Drama der zweite Rückschlag bei den Rekordhoffnungen. Wenige Wochen vor dem Rennen hatte der Weltrekordler Sabastian Sawe seine Teilnahme verletzungsbedingt abgesagt. Damit konzentrierten sich die Erwartungen auf das Frauenrennen.

Assefa war mit mehreren Tempomachern und unter nahezu optimalen Bedingungen gestartet. Die Olympiazweite von Paris und WM-Zweite von Tokio hielt ihr hohes Tempo bis kurz vor dem Ziel, konnte den Weltrekordversuch wegen der Schmerzen aber nicht vollenden.

Pfeiffer gibt früh auf

Auch Esther Pfeiffer verpasste ihr Ziel, den deutschen Rekord von Irina Mikitenko aus dem Jahr 2008 zu brechen. Pfeiffer musste bei ihrem zweiten Marathon bereits nach rund 15 Kilometern aufgeben.

Beste Deutsche wurde Anna Langerwisch in 2:27:31 Stunden auf Rang 16. Bei den Männern siegte Guye Adola aus Äthiopien in 2:02:50 Stunden. Haftom Welday kam als bester Deutscher in 2:08:25 Stunden auf Platz 16.

Die deutschen Spitzenläufer um Europameister Amanal Petros waren in Berlin nicht am Start und peilen stattdessen einen Einsatz beim Frankfurt-Marathon in gut einem Monat an.

Berlin bleibt ein Schauplatz für Rekordversuche

Der Berlin-Marathon gilt wegen seiner flachen Strecke, der großen Teilnehmerzahl und der schnellen Zeiten traditionell als eine der wichtigsten Bühnen im Straßenlauf. Vor dem Rennen hatten die Veranstalter erneut auf Bestzeiten gesetzt: Bei den Frauen ruhte die Hoffnung auf Tigst Assefa, bei den Männern sollte der verletzungsbedingte Ausfall von Sabastian Sawe kompensiert werden.

Assefas Ergebnis zeigt zugleich die außergewöhnliche Leistungsdichte im Frauenmarathon. Ihre Zeit von 2:11:04 Stunden liegt deutlich unter ihrem früheren Berliner Weltrekord von 2023 und ist trotz der Verletzung die drittschnellste jemals erzielte Zeit. Der aktuelle Weltrekord von 2:09:56 Stunden blieb damit in Reichweite, wurde aber nicht erreicht.

Bedeutung für den deutschen Laufsport

Für das deutsche Feld verlief der Renntag ebenfalls enttäuschend. Esther Pfeiffer musste ihren Angriff auf den seit 2008 bestehenden deutschen Rekord früh abbrechen, während Anna Langerwisch als beste Deutsche Platz 16 belegte. Bei den Männern blieb Haftom Welday als bester Deutscher auf Rang 16.

Für Zuschauer und Veranstalter steht damit neben den Rekordzeiten auch die Belastungsgrenze des Hochleistungssports im Mittelpunkt. Assefas Behandlung im Krankenhaus macht deutlich, dass selbst optimale Bedingungen, Tempomacher und eine sorgfältige Vorbereitung keine Garantie für einen störungsfreien Marathon bieten. Die sportliche Bilanz bleibt dennoch herausragend: Zwei Streckenrekorde und ein Sieg in 2:02:50 Stunden bei den Männern unterstreichen Berlins Rolle als internationales Spitzenrennen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesspiegel: „Die Jagd nach Bestzeiten hat Konjunktur: Der Weltrekord ist immer ein Thema beim Berlin-Marathon“ (27.09.2026)

Der Bericht habe vor dem Rennen die außergewöhnliche Bedeutung der Berliner Strecke für Rekordversuche hervorgehoben. Er habe Assefa als aussichtsreiche Kandidatin für den Weltrekord beschrieben und zugleich den Ausfall von Sabastian Sawe sowie den hohen Druck auf die Veranstalter thematisiert; der tatsächliche Rennverlauf mit Assefas Verletzung habe sich darin noch nicht abbilden können.

Der Artikel betone außerdem die Größenordnung der Veranstaltung und den wirtschaftlichen Stellenwert des Marathons für die Elite. Damit setze er den Schwerpunkt stärker auf die Rekordkultur und die Organisation des Rennens, während die aktuelle Meldung vor allem Assefas dramatischen Zieleinlauf und die Ergebnisse einordne.

Übergreifend bestätige der Bericht die zentrale Rolle Berlins als Schauplatz für Spitzenzeiten. Offen bleibe in dem Vorbericht, wie sich die Belastung der Favoritin im Rennen auswirken werde; die dpa-Meldung liefere dazu nun den konkreten Ausgang und den Hinweis auf die Untersuchung wegen einer Sehnenverletzung.

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