BER nimmt Drohnendetektor für An- und Abflüge in Betrieb
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 10:54 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSAm Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ist ein neues System zur Drohnendetektion in Betrieb genommen worden. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) will damit Drohnen im An- und Abflugbereich frühzeitig erkennen und zuständige Stellen über mögliche Gefährdungen für den Luftverkehr informieren.
System soll Lagebewertung beschleunigen
Die Inbetriebnahme erfolgt vor dem Hintergrund wiederholter Drohnensichtungen im Umfeld deutscher Flughäfen. Das System soll dazu beitragen, mögliche Flugobjekte früher zu erfassen und die Bewertung einer Situation zu beschleunigen.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) bezeichnete die Inbetriebnahme von Drohnendetektionssystemen wie am BER am Mittwoch als „wichtigen Schritt“ für die Sicherheit des Luftverkehrs. Gerade an großen internationalen Flughäfen komme es darauf an, Drohnen frühzeitig zu erkennen und die Lage schnell bewerten zu können.
Zusammenspiel mit Sicherheitsbehörden
Mit dem Ausbau der Detektion im An- und Abflugbereich würden die technischen Voraussetzungen geschaffen und das Zusammenspiel von Flugsicherung und Sicherheitsbehörden verbessert, sagte Bilger.
Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) erklärte, Drohnendetektion diene dem Schutz kritischer Infrastruktur, der Sicherheit des Luftverkehrs und der Menschen. Drohnenereignisse könnten unterschiedliche Ursachen haben; aus einzelnen Sichtungen oder Detektionen ließen sich keine belastbaren Rückschlüsse auf Betreiber oder eine konkrete Gefährdungslage ableiten.
Verlässliche Informationen als Grundlage
Deshalb sei es wichtig, so früh wie möglich verlässliche Informationen zu erhalten, um richtig handeln zu können, sagte Crumbach.
Der neue Drohnendetektor am BER steht in einem Umfeld, in dem Behörden Drohnenvorfälle über sensiblen Anlagen zunehmend systematisch erfassen. In Mecklenburg-Vorpommern wurden im ersten Halbjahr 2026 bereits 16 meldepflichtige Vorfälle über militärischen Anlagen und 19 über kritischer Infrastruktur registriert. Im gesamten Jahr 2025 waren es dort 15 beziehungsweise 14 Fälle.
Für Flughäfen ist die frühe Erkennung besonders relevant, weil Drohnen im An- und Abflugbereich den regulären Luftverkehr unmittelbar beeinträchtigen können. Ein Detektionssystem schafft zunächst ein Lagebild: Es soll Flugobjekte erkennen und Informationen an die zuständigen Stellen weitergeben. Die anschließende Bewertung und mögliche Abwehr bleiben davon getrennte Aufgaben, die je nach Ort und Gefahrenlage unterschiedliche Behörden betreffen.
Technik allein löst Zuständigkeitsfragen nicht
Die Erfahrungen aus anderen sensiblen Bereichen zeigen, dass eine wirksame Reaktion nicht nur von Sensoren abhängt. Entscheidend sind auch klar geregelte Verantwortlichkeiten, geschultes Personal, ein vernetzter Informationsaustausch und Verfahren für den Fall einer tatsächlichen Gefährdung. Gerade die Unterscheidung zwischen einer Drohne, einem anderen Flugobjekt und einer Fehlwahrnehmung ist für verhältnismäßige Maßnahmen wichtig.
Für Passagiere und Airlines bedeutet die Inbetriebnahme vor allem eine zusätzliche Sicherheitsstufe im Umfeld des BER. Ob sich dadurch Verspätungen oder Sperrungen vermeiden lassen, hängt von der Leistungsfähigkeit des Systems und der Geschwindigkeit der anschließenden Lagebewertung ab. Der Ausbau der Detektion ist damit ein Baustein innerhalb eines größeren Schutzkonzepts für kritische Infrastruktur und den Luftverkehr.
