Spritpreise, Tankrabatt

Spritpreise steigen wieder: Tankrabatt vor entscheidender Abstimmung

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 12:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Benzin und Diesel sind im bundesweiten Tagesdurchschnitt noch einmal günstiger geworden. Seit Mittwochnachmittag steigen die Preise jedoch wieder – kurz vor der geplanten Abstimmung über einen neuen Tankrabatt.

  • Die Spritpreise sind derzeit stark in Bewegung. (Archivbild) - Bild: Philipp von Ditfurth/dpa
    Die Spritpreise sind derzeit stark in Bewegung. (Archivbild) - Bild: Philipp von Ditfurth/dpa
  • Die Spritpreise schwanken. (Symbolbild) - Bild: Alain Jocard/AFP/dpa
    Die Spritpreise schwanken. (Symbolbild) - Bild: Alain Jocard/AFP/dpa
  • Im Zweifel muss die Übergewinnsteuer national möglich sein, so Lies. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Im Zweifel muss die Übergewinnsteuer national möglich sein, so Lies. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • VdK-Präsidentin Verena Bentele sieht den erneut geplanten Tankrabatt als falschen Weg (Archivbild) - Bild: Christophe Gateau/dpa
    VdK-Präsidentin Verena Bentele sieht den erneut geplanten Tankrabatt als falschen Weg (Archivbild) - Bild: Christophe Gateau/dpa
Die Spritpreise sind derzeit stark in Bewegung. (Archivbild) - Bild: Philipp von Ditfurth/dpa Die Spritpreise schwanken. (Symbolbild) - Bild: Alain Jocard/AFP/dpa Im Zweifel muss die Übergewinnsteuer national möglich sein, so Lies. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa VdK-Präsidentin Verena Bentele sieht den erneut geplanten Tankrabatt als falschen Weg (Archivbild) - Bild: Christophe Gateau/dpa

Die Spritpreise in Deutschland sind nach dem Rückgang von ihren Rekordständen der vergangenen Woche am Donnerstagvormittag wieder deutlich gestiegen.

Preise zunächst weiter gesunken

Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete Super E10 am Mittwoch 2,265 Euro je Liter und damit 0,2 Cent weniger als am Dienstag. Diesel verbilligte sich um 1 Cent auf 2,418 Euro je Liter.

Verglichen mit den Rekordwerten der vergangenen Woche lagen die Preise damit 4,9 Cent bei E10 und 5,3 Cent bei Diesel niedriger. Am Mittwochnachmittag und am Donnerstagvormittag zeichnete sich jedoch eine Trendwende nach oben ab.

Deutlicher Anstieg binnen 24 Stunden

Nach Angaben des Portals Tankerkönig war Sprit am Mittwochnachmittag bereits teurer als am Dienstagnachmittag. Der Anstieg setzte sich bis Donnerstagmittag fort.

Auch der ADAC registrierte am Donnerstagvormittag um 10.00 Uhr deutlich höhere Preise als 24 Stunden zuvor. E10 verteuerte sich demnach um 1,8 Cent, Diesel um 2,2 Cent. Wegen der starken Schwankungen kann sich die Entwicklung schnell wieder umkehren. Als möglicher Treiber gilt der wieder gestiegene Rohölpreis.

Tankrabatt soll am Freitag beschlossen werden

Am Freitag sollen Bundestag und Bundesrat den neuen Tankrabatt beschließen. Er soll für Oktober, November und Dezember gelten und die Preise nach Regierungsplänen um rund 17 Cent je Liter entlasten.

Die Maßnahme ist umstritten. Der Sozialverband VdK bezeichnete sie als „falschen Weg“. VdK-Präsidentin Verena Bentele kritisierte, dass viel Steuergeld in die Gewinne der Mineralölkonzerne fließen könne.

VdK fordert direkte Hilfen

Bentele forderte stattdessen einen Mechanismus für direkte Auszahlungen an besonders belastete Haushalte. Dazu zählten Familien mit wenig Geld und hohen Mieten, Menschen mit geringem Verdienst, Empfänger von Grundsicherung sowie Pflegebedürftige und ihre Angehörigen.

Auch eine Senkung der Stromsteuer sowie der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte brachte die VdK-Präsidentin als mögliche Entlastungen ins Gespräch. Nach Einschätzung des Ifo-Instituts, der Monopolkommission und des Bundeskartellamts war der frühere Tankrabatt im Mai und Juni nicht vollständig an die Autofahrer weitergegeben worden.

Debatte über Übergewinnsteuer geht weiter

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies fordert weiterhin die Möglichkeit einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. Falls eine Regelung auf EU-Ebene nicht zustande komme, müsse sie auf nationaler Ebene umgesetzt werden, sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtenportal Table.Briefings.

Die EU-Kommission hatte Forderungen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil nach einer europäischen Übergewinnsteuer zunächst abgelehnt. EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis verwies zugleich auf die Möglichkeit nationaler Regelungen durch die Mitgliedstaaten.

Preisentwicklung bleibt volatil

Die aktuellen ADAC-Werte zeigen, wie schnell sich die Entlastung an der Zapfsäule verändern kann: Auf einen leichten Rückgang im Tagesdurchschnitt folgte binnen weniger Stunden ein deutlicher Anstieg. Für Autofahrer ist deshalb nicht nur der Wochenvergleich relevant, sondern auch der Zeitpunkt des Tankens. Schwankungen beim Rohölpreis können sich mit Verzögerung auf die Endverbraucherpreise auswirken.

Der geplante Tankrabatt soll vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember gelten. Vorgesehen ist eine Senkung der Energiesteuer um rund 14 Cent je Liter; einschließlich Mehrwertsteuer ergibt sich nach Regierungsangaben eine Entlastung von bis zu 17 Cent. Die Maßnahme soll den Bund rund 2,485 Milliarden Euro an Steuereinnahmen kosten, die Länder sollen die Hälfte tragen.

Staatliche Entlastung bleibt umstritten

Der Streit betrifft vor allem die Zielgenauigkeit. Von einer Steuersenkung profitieren grundsätzlich alle, die Kraftstoff kaufen, unabhängig von Einkommen oder finanzieller Belastung. Haushalte ohne Auto erhalten dagegen keinen unmittelbaren Vorteil. Kritiker verweisen zudem auf die Erfahrungen mit dem früheren Tankrabatt, bei dem der Steuervorteil nach Einschätzung mehrerer Institutionen nicht vollständig weitergegeben worden sei.

Für Verbraucher bedeutet die politische Entscheidung daher keine Garantie für einen dauerhaft entsprechend niedrigeren Preis. Entscheidend bleibt, wie sich Rohölkosten, Wechselkurse, Wettbewerb und die Weitergabe der Steuersenkung entwickeln. Die geplante Debatte über einen Tankpreisdeckel und eine mögliche Übergewinnsteuer zielt auf diese Marktmechanismen, geht aber über die befristete Entlastung im Herbst hinaus.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

FOCUS online: „Bundestag soll am Freitag über den Tankrabatt abstimmen“ (23.09.2026)

Der Bericht bestätige, der Bundestag solle am Freitag über die Neuauflage abstimmen; zugleich müsse der Bundesrat zustimmen, damit die Regelung am 1. Oktober in Kraft treten könne. Anders als die dpa-Meldung konzentriere sich der Artikel auf den parlamentarischen Ablauf und die veranschlagten Kosten von rund 2,5 Milliarden Euro.

Der Bericht hebe damit die formalen Voraussetzungen der Entlastung hervor, während die dpa-Meldung den kurzfristigen Preisaufwärtstrend und die Kritik an der Maßnahme in den Mittelpunkt stelle. Offen bleibe, wie stark die Steuersenkung tatsächlich an den Tankstellenpreisen ankomme.

Die Berichte stimmten darin überein, dass der Tankrabatt befristet beschlossen werden solle und vor seinem Inkrafttreten die parlamentarische Zustimmung benötige. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Schwerpunkt: Preisbewegung und Verteilungswirkung stünden der konkrete Gesetzgebungsfahrplan gegenüber.

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