Hendrik Wüst greift in Bonn Linke und AfD scharf an
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 20:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWüst richtet Kritik an mehrere Parteien
- Der NRW-Ministerpräsident sprach beim JU-Deutschlandtag in Bonn über politische Extremisten von links und rechts.
- Wüst bezeichnete die 39 AfD-Abgeordneten im neuen Magdeburger Landtag als Rechtsextremisten und weitere abwertend benannte Gruppen.
- Für Samstag ist beim Deutschlandtag ein Auftritt von Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigt.
Wüst greift Berliner Sondierungen und AfD an
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn vor politischen Extremisten von links und rechts gewarnt. Besonders scharf kritisierte der CDU-Politiker die Sondierungen von Linken, Grünen und SPD nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin.
Kritik an Linken, Grünen und SPD
Die Verhandlungen mit dem Ziel, die Linke an die Macht zu bringen, seien eine Schande für die Hauptstadt, sagte Wüst unter dem Applaus der JU-Delegierten. SPD und Grüne müssten diese Entwicklung beenden, forderte er.
Wüst warf der Berliner Linken vor, Antisemitismus sei tief eingesickert. Wer gemeinsam mit kriminellen Clans und Israel-Hassern Wahlkampf mache, dürfe niemals in eine Regierung kommen, sagte der CDU-Politiker.
Angriff auf die AfD
Auch zur AfD fand Wüst deutliche Worte. Mit Blick auf deren Wahlsieg in Sachsen-Anhalt bezeichnete er Parteien wie die AfD als Verbündete der Feinde Deutschlands und Europas und nannte Russlands Präsidenten Wladimir Putin sowie US-Präsidenten Donald Trump.
Die 39 AfD-Abgeordneten im neuen Magdeburger Landtag beschimpfte Wüst als Gruppe von Rechtsextremisten, Verrückten, Esoterikern, kriminellen Versagern und intellektuellen Tieffliegern. Er wolle nicht zulassen, dass Radikale und Putins Papageien das Land übernähmen.
Lob für Merz und Warnung
Wüst dankte Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen Einsatz in Europa und in der Nato. Deutschland sei in einem ernsten Zustand, sagte er zugleich; es seien Fehler gemacht worden und Vertrauen sei verloren gegangen.
Die jüngsten Wahlergebnisse zeigten nach Wüsts Einschätzung, dass die politische Mitte unter großem Druck stehe. Wüst wird immer wieder als möglicher Nachfolger von Merz genannt und wurde von den Delegierten mit langem Applaus im Stehen gefeiert.
Merz soll am Samstag sprechen
Mit Spannung wird der Auftritt von Merz am Samstag erwartet. Der Kanzler war im vergangenen Jahr wegen einer Rentenreform heftig mit den JU-Delegierten aneinandergeraten.
Seitdem hat Merz in seiner Partei vor allem durch Niederlagen bei den Landtagswahlen im September und schlechte Umfragewerte an Autorität verloren. Der Deutschlandtag findet vor dem Hintergrund einer angespannten Lage der Union und der Bundesregierung statt.
Der Auftritt von Hendrik Wüst fällt in eine Phase, in der die Union ihre politische Abgrenzung nach links und rechts zugleich schärft. Beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn stehen neben der parteipolitischen Auseinandersetzung auch die Erwartungen der Nachwuchsorganisation an die Bundesregierung im Mittelpunkt.
Die JU verbindet traditionell konservative und wirtschaftsliberale Positionen mit einem starken Fokus auf die Interessen jüngerer Generationen. Nach Darstellung des WDR erwarten Delegierte in Bonn vor allem Fortschritte bei Reformen und bei der Rentenpolitik. Der Konflikt über die geplante Rentenreform hatte bereits beim vergangenen Deutschlandtag zu offenem Streit mit Bundeskanzler Friedrich Merz geführt.
Bedeutung für die Union
Wüst nutzt das Treffen, um sich als klarer Gegner der AfD und einer Zusammenarbeit mit der Linken zu profilieren. Zugleich richtet sich seine Kritik an SPD und Grüne in Berlin sowie an die eigene Partei: Die politische Mitte müsse Vertrauen zurückgewinnen und handlungsfähig bleiben.
Für die CDU ist der Deutschlandtag deshalb mehr als ein Jugendtreffen. Rund 300 Delegierte und mehr als 700 Gäste werden erwartet. Der für Samstag angekündigte Auftritt von Merz dürfte zeigen, wie groß der innerparteiliche Druck bei Rentenreform, Regierungsarbeit und dem Umgang mit möglichen Nachfolgedebatten inzwischen ist.
Der nächste Auftritt
Wüst wird wiederholt als möglicher Nachfolger von Merz genannt. Seine Rede und der Applaus der Delegierten verleihen dieser Diskussion zusätzliche Aufmerksamkeit, ohne eine Entscheidung über die Führung der Union vorwegzunehmen.
WDR: „Die jungen Wilden müssen jetzt vernünftig sein“ (16.10.2026)
Der Beitrag ordnet den Deutschlandtag als politisch besonders angespanntes Treffen ein und beschreibt die Erwartungen der JU an Reformen sowie den Auftritt von Wüst und Söder. Anders als die dpa-Meldung konzentriert er sich stärker auf die innerparteiliche Lage und die Rentenpolitik. Offen bleibt, wie Merz bei seinem für Samstag erwarteten Auftritt auf den Druck der Nachwuchsorganisation reagiert.
Weitere belastbare Einzelartikel innerhalb des vorgegebenen Zeitraums und mit vollständig zugänglichem Inhalt liegen für diesen Vorgang nicht vor.
