München, GRU

München: Ermittler sehen GRU hinter Brandanschlag vom 3. September

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 14:18 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Bei dem Anschlag auf eine Münchner Baustelle wurden Brandsätze aus einem fahrenden Auto geworfen. Zwei bulgarische Staatsangehörige sitzen als Tatverdächtige in Haft; Sicherheitsbehörden sehen den russischen Militärgeheimdienst GRU hinter der Aktion.

Bericht: Ermittler sehen Russland hinter Brandanschlag in München
Polizei (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Ermittler führen den Brandanschlag auf eine Baustelle in München Anfang September offenbar auf einen russischen Geheimdienst zurück. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Brandsätze aus fahrendem Auto

Am 3. September wurden in der bayerischen Landeshauptstadt Brandsätze aus einem fahrenden Auto auf eine Baustelle geworfen. Das Gelände liegt unmittelbar neben den Zentralen der Technologiekonzerne Rohde & Schwarz und Helsing, der Drohnenhersteller beliefert die ukrainischen Streitkräfte.

Ein Feuer konnte rasch gelöscht werden, zudem wurde ein weiterer Brandsatz entschärft. Als Tatverdächtige wurden ein Mann und eine Frau mit bulgarischer Staatsangehörigkeit festgenommen.

Ermittler sehen Verbindung zum GRU

Die beiden Festgenommenen gelten nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden als angeworbene und unerfahrene Helfer, sogenannte Low-Level-Agenten. Wie beim gescheiterten Drohnenangriff auf dem Flughafen Leipzig am 4. August sehen die Ermittler hinter dem Anschlag den russischen Militärgeheimdienst GRU.

Das GRU-Team, das den Anschlag in München plante, sollte laut dem Bericht auch Sabotageakte in der Slowakei verüben. Dort scheiterte demnach ein Brandanschlag.

Mutmaßliches Ziel: Unterstützung für die Ukraine

Sicherheitsbehörden machen den GRU für Sabotageakte in Deutschland, Polen, den baltischen Ländern und weiteren EU-Staaten verantwortlich. Dabei kommen unter anderem Sprengstoff, Brandsätze oder Waffen zum Einsatz. Ziel ist es demnach, Transportwege für militärische Güter in die Ukraine zu treffen und europäische Staaten zur Einschränkung ihrer Unterstützung für Kiew zu bewegen.

In Leipzig sollte mutmaßlich eine mit Sprengstoff beladene Drohne ein ukrainisches Antonov-Transportflugzeug zerstören. Der GRU nutzt nach den Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden auch Methoden aus dem Kalten Krieg, darunter tote Briefkästen und Erdverstecke. Die in Leipzig eingesetzte Drohne soll in einem solchen Versteck gelagert worden sein.

Der Münchner Fall fügt sich in eine Entwicklung ein, bei der europäische Sicherheitsbehörden Sabotageakte zunehmend als Teil russischer Einflussoperationen bewerten. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur klassische Spionage, sondern auch Brandstiftungen, Sprengstoffdelikte und Angriffe auf logistische Knotenpunkte. Häufig werden dafür angeworbene Personen eingesetzt, die über digitale Kontakte rekrutiert werden und keinen direkten Zugang zu staatlichen Strukturen haben.

Angriffe mit begrenztem Aufwand

Die mutmaßliche Vorgehensweise setzt auf niedrige technische und personelle Hürden: Fahrzeuge, Brandsätze, Drohnen oder versteckte Ausrüstung können mit überschaubarem Aufwand eingesetzt werden. Für die Auftraggeber entsteht zugleich eine größere Distanz zwischen Planung und Ausführung. Die Festnahme der beiden bulgarischen Tatverdächtigen wäre deshalb vor allem für die Rekonstruktion der Kommunikationswege, der Bezahlung und möglicher weiterer Aufträge relevant.

Der Standort in München besitzt eine besondere sicherheitspolitische Bedeutung, weil sich dort Unternehmen mit Bezug zu Technologie, Verteidigung und militärischer Drohnenunterstützung befinden. Ein rasch gelöschtes Feuer und ein entschärfter Brandsatz begrenzen zwar die unmittelbaren Schäden, ändern aber nichts an der möglichen Signalwirkung des Anschlags. Für Unternehmen und Behörden wächst damit der Druck, Baustellen, Lieferketten und kritische Infrastruktur auch gegen niederschwellige Sabotage zu schützen.

Verbindung zu weiteren Fällen

Der zeitliche Abstand zum mutmaßlichen Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig unterstreicht aus Sicht der Sicherheitsbehörden ein wiederkehrendes Muster: Ziele mit Bezug zur Unterstützung der Ukraine sollen getroffen und Verunsicherung erzeugt werden. Neben der Strafverfolgung gewinnt deshalb die Prävention an Gewicht, etwa durch bessere Flughafensicherung, den Schutz sensibler Firmenstandorte und eine engere Zusammenarbeit europäischer Nachrichtendienste.

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