Bayerns Justizminister Eisenreich tritt Ende September zurück
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 11:52 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) will sein Amt Ende September niederlegen. Ministerpräsident Markus Söder äußerte Bedauern, kündigte aber zugleich eine rasche Nachfolgeregelung an.
Rückzug aus Amt und Parteifunktion
Eisenreich begründete seinen Schritt in einer persönlichen Erklärung damit, dass er nie sein ganzes Leben Politik machen wollte. Perspektivisch wolle er wieder als Rechtsanwalt arbeiten.
Der CSU-Politiker kündigte zudem an, im nächsten Sommer auch als Bezirksvorsitzender der Münchner CSU zurückzutreten. Sein Mandat im Landtag will er bis zum Ende der Legislaturperiode weiter ausüben.
Söder verweist auf Verdienste
Söder sprach von einer bewusst privaten Entscheidung, die er sehr bedaure. Zugleich bezeichnete er den Entschluss als selbstbestimmt und persönlich und betonte, er verdiene Respekt.
Der Ministerpräsident hob Eisenreichs bisherige Laufbahn hervor, unter anderem als Staatssekretär für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, als Staatsminister für Europa, Digitales und Medien sowie seit 2018 als Staatsminister der Justiz.
Nachfolge soll zügig geklärt werden
Über die Nachfolge wolle die CSU bei der Klausurtagung in Kloster Banz entscheiden, sagte Söder. Damit dürfte die Personalie in den kommenden Tagen zu einem zentralen Thema in Partei und Regierung werden.
Georg Eisenreichs Rückzug trifft die CSU in einer Phase, in der personelle Kontinuität in der bayerischen Staatsregierung politisch besonders zählt. Als langjähriger Justizminister und frühere Führungsfigur in der Münchner CSU stand er für ein Amt, das in Bayern traditionell mit hoher Sichtbarkeit verbunden ist.
Der angekündigte Abschied Ende September verschiebt den Fokus unmittelbar auf die Nachfolge. Söders Hinweis auf eine Entscheidung bei der Klausurtagung in Kloster Banz zeigt, dass die Personalie zügig geklärt werden soll und nicht bis zum regulären Ende der Legislatur offenbleiben dürfte.
Politische Bedeutung
Für die CSU ist der Fall auch deshalb relevant, weil Eisenreich nicht nur ein Regierungsamt niederlegt, sondern sich zugleich aus dem Bezirksvorsitz der Münchner CSU zurückziehen will. Damit endet für die Partei ein doppeltes Führungsformat an einer wichtigen Schnittstelle zwischen Staatsregierung und Landespartei.
Ausblick
Die Nachbesetzung dürfte vor allem daran gemessen werden, ob sie die Linie im Ressort nahtlos fortsetzt und zugleich innerparteilich Rückhalt sichert. Dass Eisenreich sein Mandat bis zum Ende der Legislatur behalten will, sorgt zwar für einen begrenzten Übergang, ändert aber nichts daran, dass die politische und organisatorische Neuordnung jetzt beginnt.
