AfD, CDU

Baumann attackiert Wüst und drängt CDU in Sachsen-Anhalt zur Wende

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 11:58 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

AfD-Politiker Bernd Baumann schließt eine Koalition mit dem BSW in Sachsen-Anhalt aus, setzt auf die CDU und attackiert zugleich den von Hendrik Wüst vorgeschlagenen AfD-Verbotsprüfauftrag scharf. Im Zweifel sieht er Neuwahlen als Konsequenz und das Ende der CDU, falls diese an ihrer bisherigen Linie festhält.

AfD-Parlamentsgeschäftsführer: Wüsts Verbots-Idee ist lächerlich
Bernd Baumann (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

AfD-Politiker Bernd Baumann schließt eine Koalition seiner Partei mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Sachsen-Anhalt aus und setzt stattdessen auf eine Zusammenarbeit mit der CDU oder deren Abweichlern. Bleibe diese Option versperrt, hält der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion Neuwahlen für den gangbaren Weg.

Baumann setzt auf CDU statt BSW

Baumann sieht nach eigenen Worten in Sachsen-Anhalt zahlreiche politische Schnittmengen mit der CDU. Das BSW sei keine Alternative zur Regierungsbildung und als Koalitionspartner nicht sinnvoll. Er bezeichnet die neue Partei als "Abenteurer-Truppe", die sich seiner Darstellung nach in Thüringen bereits wieder auflöse.

Im Kern gehe es aus Sicht Baumanns darum, dass die CDU bei Wahlen weiterhin Stimmen erhalte, die aus einem Wunsch nach konservativer Wende entstammten. Diese Stimmen verliere die Partei jedoch von Wahl zu Wahl, weil sie diesen Kurs nicht umsetze. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis Teile der CDU oder die Partei insgesamt sich von bisherigen Bündnissen lösten, um einen Kurswechsel zu vollziehen.

Scharfe Kritik an Wüsts Verbots-Initiative

Deutliche Kritik übt Baumann an dem Vorschlag des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU), eine Arbeitsgruppe mit dem Auftrag zur Prüfung eines AfD-Verbots einzusetzen. Gegenüber dem Fernsehsender "Welt" nannte er diese Idee "lächerlich" und sprach von der "Verzweiflung" jener Kräfte innerhalb der CDU, die er dem linken beziehungsweise linksgrünen Spektrum zurechnet.

Baumann verwies in diesem Zusammenhang auf die Stärke seiner Partei und bezeichnete die AfD als "44-Prozent-Partei", deren Verbot man auf diesem Weg erreichen wolle. Die Verbotsdebatte dient ihm zugleich als Beleg dafür, dass die AfD nach seiner Darstellung als ernstzunehmende politische Konkurrenz wahrgenommen wird.

Drohung mit Neuwahlen und Ende der CDU

Sollte die CDU an einer Zusammenarbeit mit der AfD festhalten und stattdessen weiter mit Kräften regieren, die Baumann als "Links-Grün" beschreibt, sagte er einen weiteren Stimmenverlust und ein schleichendes "politisches Ausbluten" der Union voraus. In dieser Entwicklung sieht er nach eigener Prognose das mögliche Ende der CDU als Partei in Deutschland.

Er erklärt Neuwahlen zur logischen Konsequenz, falls keine tragfähige Regierung zustande komme. In diesem Fall müsse erneut der Wähler entscheiden, ob er den von der AfD propagierten Wandel wolle oder nicht. Die Demokratie sei seiner Ansicht nach "ganz klar strukturiert" und werde Lösungen hervorbringen, "entweder mit der CDU oder ohne die CDU".

Die Äußerungen von Bernd Baumann fallen in eine Phase, in der die AfD in mehreren ostdeutschen Bundesländern hohe Umfragewerte erzielt und als potenzieller Machtfaktor nach Landtagswahlen gilt. In Sachsen-Anhalt, auf das Baumann ausdrücklich Bezug nimmt, wird seit längerem darüber diskutiert, wie die etablierten Parteien mit der starken AfD umgehen und welche Koalitionsoptionen nach künftigen Wahlen realistisch wären.

Baumann stellt die CDU dabei als zentrale mögliche Partnerin für einen politischen Kurswechsel dar und grenzt sich zugleich klar vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ab, das er als nicht regierungsfähige "Abenteurer-Truppe" bezeichnet. Seine Aussagen zielen erkennbar darauf, Druck auf die Union aufzubauen, sich von bisherigen Koalitionen mit SPD und Grünen zu lösen und eine Kooperation mit der AfD zumindest zu erwägen. Die CDU-geführte Landes- und Bundespolitik hat bislang eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen, was Baumann mit dem Hinweis auf schwindende Stimmen und eine vermeintliche Entfremdung konservativer Wähler kritisiert.

AfD-Verbotsdebatte und Wüsts Initiative

Der von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst ins Spiel gebrachte Vorschlag, eine Arbeitsgruppe zur Prüfung eines AfD-Verbots einzusetzen, berührt eine seit Jahren immer wieder aufflammende Debatte. Ein Parteiverbot wäre an hohe verfassungsrechtliche Hürden gebunden und müsste vom Bundesverfassungsgericht ausgesprochen werden. Baumann nutzt die Initiative rhetorisch, um die CDU als "verzweifelt" darzustellen und die AfD zugleich als starke, volksnahe Kraft mit hohen Zustimmungswerten zu inszenieren.

Demokratieverständnis und Drohung mit Neuwahlen

Indem Baumann Neuwahlen als "logische Konsequenz" ins Spiel bringt, falls keine Regierungsbildung zustande kommt, verbindet er sein Demokratieverständnis mit einem machtpolitischen Signal: Die AfD sieht sich als Trägerin eines gewünschten „Wandels“ und setzt darauf, dass wiederholte Wahlgänge ihre Position weiter stärken. Für Leser zeigen seine Aussagen, wie stark die politische Auseinandersetzung zwischen AfD und CDU inzwischen von gegenseitigen Ultimaten, Verbotsdiskussionen und strategischen Koalitionsszenarien geprägt ist.

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