Frauen-Basketball, Weltmeisterschaft

Basketball-Heim-WM: Deutsche Frauen verpassen Bronze gegen Spanien und werden Vierte

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 18:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die deutschen Basketballerinnen verlieren bei der Heim-WM in Berlin das Spiel um Bronze gegen Spanien und beenden das Turnier als Vierte – sportlich ein Rekordergebnis, emotional eine schmerzhafte Enttäuschung. Für den Deutschen Basketball Bund endet damit zugleich eine mehrjährige Medaillenserie.

  • Das deutsche Team um Sabally tat sich defensiv schwer. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Das deutsche Team um Sabally tat sich defensiv schwer. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • Nowitzki, Verbandsboss Weiss und Schröder sehen das Bronze-Spiel. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Nowitzki, Verbandsboss Weiss und Schröder sehen das Bronze-Spiel. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • Unter den Körben machte Awa Fam dem deutschen Team Probleme. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Unter den Körben machte Awa Fam dem deutschen Team Probleme. - Bild: Andreas Gora/dpa
Das deutsche Team um Sabally tat sich defensiv schwer. - Bild: Andreas Gora/dpa Nowitzki, Verbandsboss Weiss und Schröder sehen das Bronze-Spiel. - Bild: Andreas Gora/dpa Unter den Körben machte Awa Fam dem deutschen Team Probleme. - Bild: Andreas Gora/dpa

Die deutschen Basketballerinnen haben bei der Heim-Weltmeisterschaft in Berlin das Spiel um Bronze klar verloren und schließen das Turnier nach einem 58:81 gegen Spanien auf dem vierten Platz ab.

Deutliches Aus im Bronze-Spiel gegen Spanien

Im Duell um die historische erste WM-Medaille geriet das Team von Bundestrainer Olaf Lange früh in Rückstand. Vor 12.187 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof hielt Deutschland zwar besser mit als noch beim 53:83 im WM-Auftakt gegen denselben Gegner vor zehn Tagen, doch erneut setzte sich die Klasse der Spanierinnen durch. Für Spanien ragte Iyana Martin mit 22 Punkten heraus, die nach dem Spiel ausgelassen mit ihren Mitspielerinnen feierte.

Emotionale Reaktionen nach verpasstem Edelmetall

Nach der Schlusssirene überwog bei den deutschen Spielerinnen die Enttäuschung. Frieda Bühner konnte ihre Tränen nicht zurückhalten, auch mehrere Teamkolleginnen wirkten sichtlich niedergeschlagen. Leonie Fiebich erklärte, sie hätte der Mannschaft eine Medaille gegönnt und sei überzeugt, dass sich das Team diese verdient habe. Den Schmerz müsse man nun in Aggression und Motivation für das nächste große Turnier umwandeln, sagte sie. In diesem Moment "tue es einfach nur weh".

Starke Einzelleistungen reichen nicht zum Sieg

Nyara Sabally und Alexis Peterson waren mit jeweils 13 Punkten die besten Werferinnen im deutschen Team. Zeitweise traf Deutschland im ersten Viertel hochprozentig aus dem Feld, leistete sich aber zu viele Ballverluste und hatte Probleme unter den Körben. Wie schon beim 64:86 im Halbfinale gegen Frankreich zeigte sich, dass die absolute Weltspitze noch ein Stück entfernt ist. In beiden Partien lag Deutschland insgesamt lediglich 23 Sekunden in Führung.

Bestes WM-Abschneiden der Geschichte

Trotz der verpassten Medaille ist der vierte Platz das beste WM-Ergebnis einer deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Besonders hoch ist die Leistung einzuschätzen, weil Satou Sabally, die als beste deutsche Spielerin gilt, wegen der Folgen einer Gehirnerschütterung kurzfristig absagen musste. Der Ersatzkader um Bühner, Fiebich und Saballys Schwester Nyara nutzte die Heim-WM dennoch zu einem bemerkenswerten Auftritt.

Ende einer Medaillenserie des DBB

Für den Deutschen Basketball Bund endet mit dem Turnier eine Phase, in der seit 2022 bei großen Wettbewerben regelmäßig Edelmetall gewonnen wurde. Zu den Höhepunkten zählen der WM- und EM-Titel des Männer-Nationalteams um Kapitän Dennis Schröder sowie Olympia-Gold der 3x3-Frauen in Paris. Mit der Heim-WM der Frauen verzeichnet der Verband gleichwohl ein weiteres sportliches und organisatorisches Großereignis.

Große Kulisse und prominente Unterstützung

Insgesamt kamen an den zehn Turniertagen rund 230.000 Zuschauerinnen und Zuschauer zu den Spielen in der Arena am Ostbahnhof und in der Max-Schmeling-Halle. Unter ihnen waren auch prominente Gäste: Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einer Stimmung, die er sich für das ganze Land und insbesondere für eine deutsche Olympia-Bewerbung wünsche. Dirk Nowitzki, der in der Finalrunde häufig in der Arena war, bezeichnete das Turnier als "Sommermärchen" und betonte, die Wertschätzung für Basketball sei sowohl bei Frauen als auch bei Männern gewachsen.

Spanien erneut mit WM-Medaille

Für die spanische Auswahl ist der Sieg im Bronze-Spiel ein weiterer Erfolg in einer langen WM-Historie. Nach Bronze 2010, Silber 2014 und Bronze 2018 sichert sich Spanien Frauen zum vierten Mal eine Medaille bei einer Weltmeisterschaft. Für Deutschland bleibt die Erkenntnis, dass es mit starken Auftritten und einem begeisterten Publikum die Lücke zur internationalen Spitze verkleinern konnte – auch wenn der letzte Schritt zur Medaille in Berlin noch fehlte.

Historischer Erfolg trotz verpasster Medaille

Der vierte Platz der deutschen Basketballerinnen bei der Heim-WM in Berlin markiert einen Wendepunkt für den Frauen-Basketball in Deutschland. Erstmals gelang einem deutschen Frauen-Nationalteam bei einer Weltmeisterschaft der Sprung unter die besten vier Mannschaften, obwohl mit Satou Sabally die wohl wichtigste Spielerin fehlte. Die deutliche Niederlage im Spiel um Bronze gegen Spanien ändert nichts daran, dass die Mannschaft sportlich über den ursprünglichen Erwartungen abschloss und sich im internationalen Vergleich deutlich steigerte.

Signalwirkung für Verband, Liga und Olympia-Bewerbung

Für den Deutschen Basketball Bund ist das Turnier ein weiterer Baustein in einer Phase sportlicher Erfolge, die zuvor vor allem von den Männern und den 3x3-Frauen geprägt war. Die Heim-WM mit insgesamt rund 230.000 Zuschauern unterstreicht, dass Frauen-Basketball in Deutschland ein wachsendes Publikum erreicht und auch große Arenen füllen kann. Die Präsenz prominenter Gäste wie Dirk Nowitzki, Dennis Schröder und Bundeskanzler Friedrich Merz erhöht die Sichtbarkeit zusätzlich und kann dazu beitragen, Sponsoren, Nachwuchsspielerinnen und Medien stärker für die Sportart zu interessieren. Gleichzeitig passt die ausgelassene Stimmung in den Hallen zur politischen Hoffnung, dass Großereignisse wie diese eine mögliche Olympia-Bewerbung Deutschlands stützen.

Abstand zur Weltspitze und sportliche Hausaufgaben

Sportlich zeigt das Turnier jedoch klar, dass der Weg zur absoluten Weltspitze noch weit ist. Die Niederlagen im Halbfinale gegen Frankreich und im Bronze-Spiel gegen Spanien offenbaren strukturelle Baustellen: Ballverluste unter Druck, Probleme am Brett und Phasen, in denen die Offensive komplett ins Stocken gerät. Die Statistik von insgesamt nur 23 Sekunden Führung in den beiden letzten Spielen macht deutlich, wie konsequent die Topnationen Fehler bestrafen. Für Bundestrainer Olaf Lange und sein Team ergibt sich daraus eine klare Agenda für die kommenden Jahre: körperliche Präsenz, Stabilität im Spielaufbau und ein noch breiter besetzter Kader, um bei künftigen Turnieren nicht nur zu überraschen, sondern regelmäßig um Medaillen mitzuspielen.

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