Kritik, Union

Kritik aus Union an neuem Wehrdienstmodell von Pistorius

08.07.2025 - 11:56:20

Aus der Union kommt scharfe Kritik an den PlĂ€nen von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) fĂŒr einen reformierten Wehrdienst.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Erndl (CSU), monierte in den Zeitungen der "Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft" (Mittwochsausgaben) insbesondere mangelhafte Vorkehrungen fĂŒr den Fall einer Krise oder zu geringer Freiwilligenzahlen. "Der Entwurf beinhaltet nicht den aus unserer Sicht dringend erforderlichen Automatismus, sollte die vorgesehenen Zahlen nicht erreicht werden", sagte er. Erndl fĂŒgte hinzu: "Die Idee, dass ein Beschluss des Bundestages bei einer sich verschĂ€rfenden Sicherheitslage zur EinfĂŒhrung der Wehrpflicht herbeigefĂŒhrt wird, halte ich fĂŒr gefĂ€hrlich." Das komme dann einer "unnötigen Eskalation gleich", stattdessen mĂŒsse die Debatte ĂŒber die Pflichtelemente jetzt gefĂŒhrt werden. Pistorius setzt mit seinem neuen Wehrdienstmodell zunĂ€chst auf Freiwilligkeit.

Laut einem Bericht des "Spiegel" sind in seinem Gesetzentwurf aber auch die Voraussetzungen fĂŒr eine Aktivierung der Wehrpflicht festgeschrieben. Demnach muss der Bundestag zustimmen, wenn die Regierung aufgrund der "verteidigungspolitischen Lage" die "verpflichtende Heranziehung von Wehrpflichtigen" veranlassen will. Zudem ist eine Einberufung möglich, wenn der angestrebte Aufwuchs der StreitkrĂ€fte "auf freiwilliger Grundlage nicht erreichbar ist". Erndl sagte weiter: "Außerdem sollten wir eine umfassende gesamtstaatliche Herangehensweise, die den zivilen und militĂ€rischen Bereich integriert, nicht aus den Augen verlieren. Wir brauchen Planungssicherheit, Verbindlichkeit und eine Struktur, die langfristig trĂ€gt - nicht nur symbolische EntwĂŒrfe."

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