Forsa-Umfrage: AfD bleibt deutlich vor Union
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 14:23 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deIm aktuellen Wahltrend, den Forsa im Auftrag von RTL und ntv erhebt, hält die AfD mit stolzen 28 Prozent stabil den ersten Platz. Der Vorsprung auf die Union beträgt satte sieben Prozentpunkte – die CDU/CSU kommt nur auf 21 Prozent, was für einige ein beinahe historisches Tief darstellt. Die weiteren Platzierungen: Grüne auf 16 Prozent, SPD und Linke gleichauf mit je 12 Prozent und die FDP schafft es lediglich auf vier Prozent. Auffällig hoch – und irgendwie auch alarmierend – ist die Gruppe der Unentschlossenen und Nichtwähler: Ganze 28 Prozent geben an, sich entweder nicht entscheiden zu können oder gar nicht wählen zu wollen. Das ist ein Wert, der selbst die letzte Bundestagswahl (mit 17,9 Prozent Nichtwählern) deutlich übersteigt. Interessant wird es, wenn man aufs Ost-West-Gefälle schaut: Im Osten der Republik kann die AfD mit 43 Prozent der Stimmen besonders überzeugen. Die Linke liegt dort bei 16, die Union ziemlich abgeschlagen bei nur 13 Prozent. Grüne und SPD teilen sich 9 Prozent, die FDP dümpelt bei drei herum. Fragt man nach Problemlösungskompetenz, glaubt immerhin jeder achte Deutsche (13 Prozent), dass die AfD am ehesten Antworten auf Deutschlands Herausforderungen parat hat. Die Union sackt hier auf einen neuen Tiefstand (11 Prozent) seit Oktober 2022 ab. Die Grünen machen einen kleinen Satz auf acht Prozent, SPD und Linke verharren bei jeweils fünf Prozent. Am bedrückendsten: Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) trauen keiner Partei mehr zu, die großen Probleme im Land zu meistern. Befragt wurden 2.501 wahlberechtigte Menschen, zwischen dem 18. und 24. August.
Die AfD behauptet sich laut Forsa weiterhin als klar führende Kraft in der aktuellen Sonntagsfrage, während die Union weiter an Anziehungskraft verliert – insbesondere im Osten, wo die Rechtsaußen-Partei einen gewaltigen Stimmenanteil erzielt. Gleichzeitig zeigt sich eine massive politische Entfremdung: Der Anteil der Menschen, die keiner Partei mehr zutrauen, Deutschlands Probleme zu lösen, steigt weiter an und ist jetzt auf dem höchsten Stand der letzten Jahre. Weitere Entwicklungen in anderen Umfragen der letzten Tage bestätigen diesen Trend; insbesondere der Vertrauensverlust in die traditionellen Volksparteien nimmt zu, was vor allem unter dem Eindruck von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unsicherheiten zu stehen scheint. Die Berichterstattung bei taz, Der Spiegel und FAZ betont dazu, dass die AfD vom Unmut gegen die Regierungsarbeit, steigenden Lebenshaltungskosten sowie von migrationspolitischen Debatten profitiert, während die SPD sogar in ihren früheren Kernmilieus an Resonanz verliert.
- Der Spiegel berichtet in einem ausführlichen Beitrag über das Umfragetief von SPD und Union. Besonderes Augenmerk legt der Artikel auf das wachsende Misstrauen in die etablierten Parteien und analysiert, wie die AfD – befeuert durch Debatten um Migration, Energiepreise und eine als abgehoben empfundene Ampelregierung – ihr Wählerpotenzial weiter ausbaut. Die Analyse hebt hervor, dass selbst frühere SPD-Hochburgen nun ins Wanken geraten. Quelle: Der Spiegel
- Die Süddeutsche Zeitung diskutiert in ihrer aktuellen Analyse vor allem das Politikverdrossenheit-Phänomen bei jungen Menschen. Im Artikel wird hinterfragt, warum traditionelle Volksparteien kaum mehr Resonanz haben, und argumentiert, dass nicht zuletzt soziale Medien und Negativerfahrungen im Alltag dazu führen, dass große Teile der Bevölkerung allen Parteien die Lösungskompetenz absprechen. Die politischen Ränder, gerade die AfD, profitieren hiervon am meisten. Quelle: Süddeutsche Zeitung
- Die FAZ widmet sich in ihrer Wahltrend-Analyse den Wählerwanderungen zwischen Union, AfD und Grünen. Mit zahlreichen Zahlen belegt der Artikel, wie gering das Vertrauen in die CDU/CSU mittlerweile ist und wie stark regionale Unterschiede die politischen Landschaften bestimmen – sprich: im Osten dominiert die AfD, im Westen bleibt die Lage volatil, wobei die Zahl der Unentschlossenen weiter auf Rekordniveau klettert. Quelle: FAZ
