Hagen, Unna

Anschlagspläne in Hagen und Unna: Zwei Verdächtige wieder frei

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 14:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach einem Polizeizugriff in Hagen und Unna sind zwei von drei Männern wieder frei. Die Ermittler prüfen mutmaßliche Anschlagspläne und eine mögliche ideologische Nähe zum sogenannten Islamischen Staat.

SEK-Beamte waren am Donnerstagabend in Hagen im Einsatz. - Bild: Alex Talash/dpa
SEK-Beamte waren am Donnerstagabend in Hagen im Einsatz. - Bild: Alex Talash/dpa

Nach einem Polizeizugriff in Hagen und Unna wegen mutmaßlicher Anschlagspläne sind zwei von drei Männern wieder auf freiem Fuß.

Zwei Syrer aus Hagen freigelassen

Bei den Freigelassenen handelt es sich nach Angaben der Polizei um zwei Syrer im Alter von 20 und 24 Jahren aus Hagen. Die Polizei bestätigte damit einen Bericht der Westfalenpost.

Der dritte Mann, ein zum Islam konvertierter 33-jähriger Deutscher aus Unna, befand sich zunächst weiter im polizeilichen Gewahrsam. Sein weiterer Status war zunächst offen.

Ermittlungen wegen möglicher Anschlagspläne

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen besteht der Verdacht einer ideologischen Nähe zum sogenannten Islamischen Staat. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz soll die Männer bereits seit Anfang des Jahres beobachtet haben.

Die Gefahr einer Umsetzung möglicher Anschlagspläne habe sich zuletzt zunehmend konkretisiert. Die drei Männer sollen sich wiederholt über Anschlagsgedanken und Planungen ausgetauscht und sich nach Einschätzung der Sicherheitskreise weiter radikalisiert haben.

Zugriff nach Fallkonferenz

Als die Pläne konkreter geworden seien, habe der Verfassungsschutz seine Erkenntnisse in eine sogenannte Fallkonferenz eingebracht. Danach habe die Polizei den präventiven Zugriff vorbereitet.

Ein Spezialeinsatzkommando nahm die drei Männer am Donnerstagabend in Hagen und Unna in Gewahrsam. In einem Terrorverdachtsfall darf die Polizei in Nordrhein-Westfalen Personen präventiv bis zu 14 Tage festhalten, wenn ein Richter dies anordnet. Erhärtet sich der Verdacht nicht, muss der Gewahrsam beendet werden.

Reul lobt Zusammenarbeit der Behörden

NRW-Innenminister Herbert Reul sagte, Verfassungsschutz und Polizei hätten gezeigt, wie die Sicherheitsarchitektur funktioniere, wenn alle beteiligten Stellen zusammenarbeiteten. Die Männer hätten sich in Anschlagsfantasien verloren und geglaubt, unsichtbar zu sein; der Verfassungsschutz sehe jedoch mehr, als ihnen lieb sei, und die Polizei greife ein, bevor sie handelten.

Die Polizei kündigte für den weiteren Tagesverlauf eine Mitteilung zu den laufenden Ermittlungen an.

Präventiver Zugriff im Terrorverdachtsfall

Der Fall spielt sich im Rahmen der Gefahrenabwehr ab: In Nordrhein-Westfalen können Verdächtige bei einem Terrorverdacht präventiv in Gewahrsam genommen werden, wenn eine richterliche Entscheidung vorliegt. Die Maßnahme dient dazu, eine mögliche Tat vor ihrer Umsetzung zu verhindern; sie ersetzt kein Strafverfahren und keine Verurteilung.

Nach Darstellung der Polizei konzentrierten sich die Ermittlungen auf drei Männer aus Hagen und Unna. Der Verdacht einer ideologischen Nähe zum sogenannten Islamischen Staat und der Austausch über mögliche Anschlagspläne erklären, weshalb Verfassungsschutz und Polizei ihre Erkenntnisse zusammengeführt und einen Zugriff mit Spezialeinsatzkräften vorbereitet haben.

Was nun entscheidend ist

Für die weitere Bewertung kommt es auf die laufenden Vernehmungen, Durchsuchungen und die Auswertung möglicher digitaler oder anderer Beweismittel an. Dass zwei Männer wieder frei sind, zeigt, dass der Gewahrsam fortlaufend rechtlich und nach der Gefahrenlage überprüft wird; es nimmt den Ermittlungen gegen die drei Männer jedoch nicht automatisch jede Bedeutung.

Für die Bevölkerung in Hagen, Unna und Umgebung bedeutet der Vorgang vor allem eine erhöhte Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden. Ob sich aus den bisherigen Erkenntnissen ein konkreter Tatplan, strafbare Vorbereitungshandlungen oder lediglich nicht umgesetzte Anschlagsfantasien ergeben, soll die angekündigte weitere Mitteilung der Polizei klären.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

WDR: „Anschlagsverdacht: Drei Festnahmen in Unna und Hagen“ (02.10.2026)

Der Bericht bestätige den Zugriff in Hagen und Unna und stelle die drei Männer sowie den Verdacht einer staatsgefährdenden Straftat in den Mittelpunkt. Anders als die dpa-Meldung beschreibe er vor allem die ersten Ermittlungsmaßnahmen, darunter Befragungen und Durchsuchungen; zum späteren Freikommen zweier Verdächtiger enthalte der Beitrag noch keinen aktualisierten Stand.

Deutschlandfunk: „Ruhrgebiet Verdacht auf staatsgefährdende Straftat: Drei Festnahmen in Unna und Hagen“ (01.10.2026)

Der Deutschlandfunk habe kurz über die drei Festnahmen wegen des Verdachts berichtet, eine staatsgefährdende Straftat vorbereitet zu haben. Der knappe Nachrichtenbeitrag bestätige damit den Ausgangsvorgang, lasse aber sowohl die Hintergründe zur mutmaßlichen IS-Nähe als auch den weiteren Status der Verdächtigen offen.

Beide Beiträge stimmten beim Zugriff in Hagen und Unna sowie beim ursprünglichen Gewahrsam von drei Männern überein. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Schwerpunkt: Während der WDR die Ermittlungsmaßnahmen erläutere, beschränke sich der Deutschlandfunk auf eine kurze Nachrichtenmeldung; der weitere Status des dritten Mannes bleibe offen.

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