SPD-Justiziar, Fechner

SPD-Justiziar Fechner verteidigt Vorgehen bei Ausschussvorsitzen

20.03.2024 - 18:16:52

Angesichts der Organstreitverfahren der AfD-Bundestagsfraktion vor dem Bundesverfassungsgericht bezĂŒglich verweigerter Ausschussvorsitze hat der Justiziar der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, das Vorgehen im Bundestag verteidigt.

"Die Ausschussvorsitze sind zu wichtig, als dass wir sie mit ungeeigneten Kandidaten besetzen können", sagte er der "Welt" (Donnerstagausgabe). "Jeder Fraktion stehen entsprechend ihrer GrĂ¶ĂŸe Ausschussvorsitzende zu." Über die Qualifikation der Vorgeschlagenen entschieden allerdings die Ausschussmitglieder, so Fechner. Der Justiziar der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ansgar Heveling (CDU) erklĂ€rte, es bestehe "kein Anspruch der einzelnen Fraktionen darauf, einen bestimmten Kandidaten gewĂ€hlt zu bekommen". Die Fraktionen sollten "natĂŒrlich nur solche Abgeordnete prĂ€sentieren, die dafĂŒr geeignet sind und das Vertrauen der Ausschussmehrheit genießen", sagte er der Zeitung.

"Das ist der AfD in der Vergangenheit nicht gelungen." Der parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der AfD-Bundestagsfraktion, Stephan Brandner, sagte, es sei ihm "völlig schleierhaft", warum es "plötzlich zu einem Bruch mit jahrzehntelangen Traditionen" komme. Der Rechtsausschuss hatte Brandner 2019 als Vorsitzenden abberufen. Nach dem Anschlag in Halle, mit dem der rechtsextreme TĂ€ter ursprĂŒnglich die Synagoge treffen wollte, hatte Brandner einen Tweet weiterverbreitet, in dem gefragt wurde, warum Politiker mit Kerzen in Moscheen und Synagogen herumlungerten. Zudem hatte Brandner in einem Tweet in Bezug auf die Auszeichnung des SĂ€ngers Udo Lindenberg, der in der Vergangenheit die AfD kritisiert hatte, den hĂ€ufig antisemitisch verwendeten Begriff "Judaslohn" benutzt. Daraufhin hatten die Vertreter der anderen Fraktionen Brandner eine mangelnde Eignung fĂŒr den Vorsitz des Rechtsausschusses vorgeworfen.

@ dts-nachrichtenagentur.de