Bundesliga, FC Bayern München

Rassismus: Kompanys Zwölf-Minuten-Statement zu Vini Junior

20.02.2026 - 12:05:28 | dpa.de

Am Ende der Pressekonferenz vor dem Bayern-Spiel gegen Frankfurt äußert sich Vincent Kompany zum Rassismus im Fußball. Anlass ist der Vorfall mit Vincius Junior. Er rügt dabei auch einen Kollegen.

  • Vincent Kompany äußert sich nachdenklich und deutlich zum Rassismus. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
    Vincent Kompany äußert sich nachdenklich und deutlich zum Rassismus. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Vinicius Junior (l) und Gianluca Prestianni (M) geraten aneinander. Was hat der Benfica-Profi zum Real-Madrid-Star gesagt? (Archivbild) - Foto: Miguel Lemos/ZUMA Press Wire/dpa
    Vinicius Junior (l) und Gianluca Prestianni (M) geraten aneinander. Was hat der Benfica-Profi zum Real-Madrid-Star gesagt? (Archivbild) - Foto: Miguel Lemos/ZUMA Press Wire/dpa
Vincent Kompany äußert sich nachdenklich und deutlich zum Rassismus. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa Vinicius Junior (l) und Gianluca Prestianni (M) geraten aneinander. Was hat der Benfica-Profi zum Real-Madrid-Star gesagt? (Archivbild) - Foto: Miguel Lemos/ZUMA Press Wire/dpa

Im mutmaßlichen Rassismus-Vorfall um Fußballstar Vinícius Júnior hat sich Bayern-Trainer Vincent Kompany mit einem fast zwölf Minuten langen Statement zu Wort gemeldet, das über Deutschland hinaus nachhallen dürfte. Der 39 Jahre alte Belgier mit kongolesischen Wurzeln beklagte in Zusammenhang mit den Vorkommnissen beim Champions-League-Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid den Umgang mit Rassismus im Fußball und der Gesellschaft. Zugleich verteidigte Kompany den Brasilianer Vinícius Júnior und kritisierte Benfica-Coach José Morurinho, dem er ein Fehlverhalten in einer Führungsposition vorwirft.  

«Es gibt nur schwarz und weiß» 

«Es ist ein schwieriges Thema», sagte Kompany zu Beginn seiner in Englisch vorgetragenen Ausführungen am Ende der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Heimspiel des FC Bayern am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Eintracht Frankfurt. Sie gipfeln in einem Appell an einen anderen Umgang mit Rassismus. «Wenn es wahr ist, dass der Spieler von Benfica das gesagt hat, würde ich mir wünschen, dass es einen Raum für eine Entschuldigung gibt. Niemand auf der Welt ist perfekt. Aber wir berauben uns dieser Option. Es gibt immer nur links und rechts, schwarz und weiß», beklagte Kompany. 

Vinícius Júnior hatte nach seinem Tor im Playoff-Hinspiel von Real bei Benfica (1:0) exzentrisch gejubelt. Der argentinische Benfica-Profi Gianluca Prestianni soll ihn daraufhin als «Affe» bezeichnet haben, wie Vinícius Júnior erklärte. Der Brasilianer signalisierte Schiedsrichter François Letexier den Vorfall, dieser unterbrach das Spiel. Prestianni bestreitet die Vorwürfe. Er hatte sich in der Aktion mit Vini Júnior das Trikot vor den Mund gehalten. 

Kompany: Reaktion von Vini Júnior nicht vorgetäuscht 

Kompany berichtete, er habe die Partie live im TV verfolgt. «Wenn du die Aktion siehst, kann die Reaktion von Vini Júnior nicht vorgetäuscht sein. Es ist eine emotionale Reaktion. Und ich sehe keinen Nutzen für ihn darin, zum Schiedsrichter zu gehen und das ganze Elend auf seine Schultern zu nehmen. Aber er macht es, weil er findet, es ist in dem Moment das Richtige.» 

Vinícius Júnior sei als ein berühmter Spieler im Gegensatz zu vielen anderen schwarzen Fußballern «wenigstens in einer Position, dass er eine Stimme hat zu protestieren», bemerkte Kompany. Der Bayern-Coach hat in seiner Zeit als Spieler und auch als Trainer selbst rassistische Anfeindungen erlebt. 

«Mourinho hat einen Fehler gemacht»

Deutlich äußert er sich zum Trainer-Kollegen Mourinho. Der Portugiese habe nach dem Spiel «den Charakter von Vinícius Júnior attackiert, indem er dessen Torjubel anführt. Das ist für mich ein krasser Fehler in Sachen Führung. José Mourinho erwähnt den Namen Eusebio, um zu sagen, dass Benfica nicht rassistisch sein könnte, weil der beste Spieler in Benficas Geschichte ein Schwarzer gewesen sei.» 

Er kenne viele schwarze Spieler, die von Rassismus betroffen waren und sind, betonte Kompany. Neben Eusebio nannte er Samuel Eto’o, Mario Balotelli, Patrick Vieira und sich selbst. «Ich urteile nicht über José Mourinho als Person, aber er hat einen Fehler gemacht. Und ich hoffe, das wird in der Zukunft nicht mehr passieren», sagte Kompany.

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