Alexander Blessin übernimmt als Trainer bei Borussia Mönchengladbach
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 14:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAlexander Blessin ist neuer Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach und soll den Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga mit einem Zweijahresvertrag aus der Krise führen.
Historischer Fehlstart
Der 53-Jährige wird am Mittwoch vorgestellt. Sein erstes Pflichtspiel bestreitet er am 11. Oktober um 15.30 Uhr im Rheinderby beim 1. FC Köln.
Die Borussia war mit vier Niederlagen und 16 Gegentoren in die Saison gestartet. Einen derart schlechten Beginn hatte der Club in der Bundesliga bislang nicht erlebt.
Defensive als wichtigste Baustelle
Blessin muss vor allem die Abwehr stabilisieren. Auf St. Pauli hatte der Trainer zuvor für eine stabile Defensive gesorgt, war mit dem Hamburger Club im Sommer jedoch abgestiegen und anschließend freigestellt worden.
Vor seiner Zeit in Hamburg arbeitete Blessin beim italienischen Club CFC Genua sowie bei den belgischen Vereinen KV Ostende und Royale Union Saint-Gilloise.
Tests vor dem Pflichtspieldebüt
Seine Premiere an der Seitenlinie der Borussia feiert Blessin am Donnerstag in einem Testspiel bei den Sportfreunden Siegen. Am 3. Oktober tritt Gladbach zudem zu einem Test beim FC St. Pauli am Hamburger Millerntor an.
Die Vorbereitung wird dadurch erschwert, dass Kevin Diks, Jan Leszczynski, Ko Itakura und Fabio Chiarodia mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind. Damit fehlen in der Länderspielpause alle vier etatmäßigen Innenverteidiger.
Vierter Trainer seit Marco Rose
Gladbach hatte sich nach nur drei Spieltagen von Eugen Polanski getrennt. Beim 3:4 gegen den FSV Mainz 05 saß Interimscoach Jan-Moritz Lichte auf der Bank; er bleibt unter Blessin Assistent.
Seit dem Abschied von Marco Rose im Sommer 2021 folgten auf der Trainerposition Adi Hütter, Daniel Farke, Gerardo Seoane und Polanski. Nach Platz zwölf in der Vorsaison hatten die Verantwortlichen zunächst an Polanski festgehalten und stattdessen den Kader sowie das Trainerteam deutlich verändert.
Neustart unter großem Zeitdruck
Alexander Blessin übernimmt Borussia Mönchengladbach in einer sportlich außergewöhnlichen Lage. Vier Niederlagen und 16 Gegentore nach den ersten vier Bundesliga-Spielen bedeuten den letzten Tabellenplatz und machen die Defensive zum vordringlichsten Arbeitsfeld. Der Verein hat damit bereits früh in der Saison den Trainer gewechselt.
Die dreiwöchige Länderspielpause verschafft Blessin grundsätzlich Vorbereitungszeit. Sie ist allerdings nur eingeschränkt nutzbar, weil mit Kevin Diks, Jan Leszczynski, Ko Itakura und Fabio Chiarodia alle etatmäßigen Innenverteidiger zu ihren Nationalmannschaften reisen. Für die Stabilisierung der Abwehr muss der neue Coach daher zunächst mit einem dezimierten Kader arbeiten.
Prüfung im Rheinderby
Sein erstes Pflichtspiel führt Blessin am 11. Oktober zum 1. FC Köln. Das Derby wird damit sportlich und emotional zur frühen Standortbestimmung. Zuvor kann er die Mannschaft in Tests gegen die Sportfreunde Siegen und beim FC St. Pauli kennenlernen.
Blessins bisherige Stationen liefern einen naheliegenden Ansatz für die aktuelle Aufgabe: Auf St. Pauli stand eine stabile Defensive im Mittelpunkt, zugleich endete seine Amtszeit dort nach dem Abstieg. In Mönchengladbach geht es nun zunächst darum, Gegentore zu reduzieren, Punkte zu sammeln und der Mannschaft wieder defensive Verlässlichkeit zu geben. Seit dem Abschied von Marco Rose 2021 gab es auf der Gladbacher Trainerbank keinen längerfristig erfolgreichen Kontinuitätskurs.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Tagesspiegel: „Fußball-Bundesliga: Medien: Gladbach kurz vor Verpflichtung von Trainer Blessin“ (21.09.2026)
Der Bericht habe die fortgeschrittenen Gespräche und die geplante Vorstellung Blessins bestätigt. Er setze den Schwerpunkt auf die vorherige Einigung, Blessins Zeit beim FC St. Pauli und das anstehende Rheinderby; mit der offiziellen Verpflichtung sei der Vorgang zum Veröffentlichungszeitpunkt noch nicht abgeschlossen gewesen.
n-tv: „Gladbachs Hoffnungen ruhen auf einem neuen Retter“ (20.09.2026)
Der Artikel habe die sportliche Notlage mit null Punkten und 16 Gegentoren hervorgehoben und Blessin als möglichen Retter eingeordnet. Anders als die aktuelle Vereinsmitteilung habe der Bericht die Personalie noch als erwartete Verpflichtung behandelt; übereinstimmend sei der hohe Druck vor dem Rheinderby und die große Arbeit an der Abwehr beschrieben worden.
Beide Berichte hätten die Gladbacher Krise und Blessins bevorstehende Aufgabe betont. Der Tagesspiegel habe den Wechsel als weit fortgeschritten dargestellt, während n-tv den Blick stärker auf die Dringlichkeit und die sportlichen Folgen des Fehlstarts gerichtet habe.
