Insa-Umfrage, AfD

AfD bei 30 Prozent: Union fällt in Insa-Umfrage auf 18 Prozent

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 13:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die AfD erreicht in einer Insa-Umfrage erstmals 30 Prozent und liegt damit zwölf Punkte vor der Union. Gleichzeitig äußern sich jeweils 79 Prozent der Befragten unzufrieden mit Kanzler Friedrich Merz und der Bundesregierung.

Dunkle Wolken über der Union und Kanzler Merz: Die große Mehrheit ist unzufrieden, die Umfragewerte sind im Keller.  - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
Dunkle Wolken über der Union und Kanzler Merz: Die große Mehrheit ist unzufrieden, die Umfragewerte sind im Keller. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Die AfD erreicht in einer Insa-Umfrage bundesweit erstmals 30 Prozent, während CDU und CSU auf 18 Prozent fallen.

AfD baut Vorsprung vor der Union aus

Im Vergleich zur Vorwoche legt die AfD um einen Prozentpunkt zu. Die Union verliert einen Punkt und liegt damit zwölf Prozentpunkte hinter der AfD von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Für beide Parteien markieren die Werte innerhalb der Insa-Daten jeweils einen Höchst- beziehungsweise Tiefststand. Andere Institute hatten ähnliche Ergebnisse bereits zuvor gemessen: YouGov sah die Union Mitte September bei 18 Prozent, das Institut GMS die AfD zur selben Zeit bei 30 Prozent.

SPD und Grüne gleichauf

In der aktuellen Erhebung unter 1.202 Befragten kommen SPD und Grüne auf jeweils 14 Prozent. Die SPD bleibt unverändert, die Grünen verlieren einen Punkt.

Die Linkspartei verharrt bei zehn Prozent. BSW und FDP erreichen jeweils vier Prozent und liegen damit unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die Union hatte im Oktober 2021 mit 18,5 Prozent bereits einmal annähernd so niedrig gelegen.

Dreierbündnis als einzige rechnerische Option

Nach den genannten Werten wären Mandatsmehrheiten bereits mit weniger als 50 Prozent der Stimmen möglich. Unter den politischen Rahmenbedingungen käme dafür nur eine Dreierkoalition aus Union, SPD und Grünen infrage.

Hohe Unzufriedenheit mit Kanzler und Regierung

Jeweils 79 Prozent der Befragten äußern sich unzufrieden mit der Arbeit des Kanzlers und mit der Bundesregierung insgesamt.

Wahlumfragen sind Momentaufnahmen und mit Unsicherheiten verbunden. Nach Angaben von Insa beträgt die maximale Fehlertoleranz plus/minus 2,9 Prozentpunkte. Nachlassende Parteibindungen erschweren zudem die Gewichtung der erhobenen Daten.

Umfragen zeigen einen anhaltenden Stimmungstest

Die Insa-Zahlen markieren einen besonders großen Abstand zwischen AfD und Union, stehen aber in einer breiteren Entwicklung: Auch der kurz zuvor veröffentlichte ARD-DeutschlandTrend sah die AfD deutlich vor CDU und CSU. Dort lag die AfD bei 27 Prozent, die Union bei 20 Prozent. Damit unterscheiden sich die Institute in der Höhe der Werte, nicht jedoch in der Rangfolge.

Für die Regierungsparteien ist vor allem die Verbindung aus schwachen Parteiwerten und hoher persönlicher Unzufriedenheit mit dem Kanzler politisch relevant. Sie deutet auf ein Problem bei der Vermittlung von Regierungshandeln hin: Selbst Maßnahmen, die einzelne Gruppen entlasten sollen, werden nicht automatisch als ausreichende Antwort auf Sorgen über Preise, soziale Sicherung und wirtschaftliche Entwicklung wahrgenommen.

Koalitionsoptionen werden enger

Die rechnerische Mehrheit aus Union, SPD und Grünen wäre bei den genannten Insa-Werten zwar möglich, politisch wäre sie jedoch eine ungewöhnliche Konstellation. Zugleich würden FDP und BSW an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Ob solche Werte bei einer Wahl Bestand hätten, bleibt offen, weil Umfragen nur eine Momentaufnahme sind und Schwankungsbreiten von mehreren Prozentpunkten berücksichtigen müssen.

Bedeutung für die Parteien

Der Abstand erhöht den Druck auf die Union, Regierungsfähigkeit und eigenes Profil gleichzeitig zu vermitteln. Die SPD und die Grünen könnten trotz ihrer niedrigeren Werte für Mehrheitsbildungen unverzichtbar werden. Für die AfD würde ein Spitzenplatz in weiteren Erhebungen den Anspruch auf politische Gestaltungsmacht stärken, ohne daraus automatisch eine Koalitionsmehrheit oder eine Regierungsbeteiligung abzuleiten.

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