ADAC verlangt ein Gutachten zu den Folgen eines Tempolimits

24.01.2020 - 12:54:55 | ad-hoc-news.de

Die Forderung des ADAC nach einem Gutachten zur Einführung des Tempolimits wird von der FDP-Bundestagsfraktion begrüßt

Autobahn - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Autobahn - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Die Forderung nach einem Tempolimit auf deutschen Autobahnen spaltet die deutsche Öffentlichkeit. Der FDP-Verkehrsexperte, Oliver Luksic, beklagt die Emotionalisierung der Diskussion um ein Tempolimit und begrüßt die Absicht des ADAC mit Hilfe eines Gutachtens, die Debatte wieder in sachliche Bahnen zu lenken. Gegenüber dem „Handelsblatt“ fordert Luksic die Einschaltung der Bundesanstalt für Straßenwesen als Gutachterinstanz. Die letzte Studie der Bundesanstalt zum Thema, datiert aus dem Jahr 2014. Die Grünen sehen in der Forderung von ADAC und FDP allerdings nur ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Stephan Küng, sieht keinen Bedarf für ein neues Gutachten. Die Fakten liegen auf dem Tisch, eine Entscheidung ist überfällig, beklagt Küng. Ironisch fordert er Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) zu einem runden Tisch mit der Gewerkschaft der Polizei und den Verkehrssicherheitsverbänden auf. Vielleicht würde ein solches Gespräch Herrn Scheuer endlich zur überfälligen Einsicht führen. Den Widerstand des Verkehrsministers gegen die Einführung eines Tempolimits hat nichts mit Sachargumenten zu tun, sondern ist reine Ideologie, so der grüne Verkehrsexperte. Der Verkehrsminister nimmt eine Position ein, die fast niemand mehr in der politischen Landschaft nachvollziehen kann, er steht inzwischen fast alleine da. Daran würde auch ein weiters Gutachten nichts ändern. Greenpeace dagegen interpretiert die Forderung des ADAC nach einem Gutachten als wichtiges Signal. Tobias Austrup, Verkehrsexperte der Umweltorganisation, verwies gegenüber dem „Handelsblatt“ auf eine Veränderung der gesellschaftlichen Wahrnehmung. Wenn sogar die Autoorganisation ADAC sich nicht mehr uneingeschränkt zum „Recht auf Rasen“ bekenne, sei Verkehrsminister Scheuer wirklich einsam. Auch Austrup verweist wie die Grünen auf die längst bekannten Fakten zu den positiven Auswirkungen eines Tempolimits. Eine Höchstgeschwindigkeitsregelung bringt eine deutliche Reduktion des CO2-Ausstosses im Verkehrssektor und führe zu weniger Verkehrstoten und Verletzten. Ein blick über unsere Grenzen sollte doch auch Herrn Scheuer überzeugen. Der Verkehr ist insgesamt ruhiger, weniger aggressiv und es gibt ein ausgeprägtes Sicherheitsgefühl. Wollen wir auf das alles für ein paar unverbesserliche Raser verzichten, fragt Austrup am Ende rhetorisch.
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