Zahl der Promovierenden in Deutschland nimmt weiter zu
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 08:05 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deDer aktuelle Bericht des Statistischen Bundesamts präsentiert einen moderaten, aber eindeutsamen Anstieg: 3.800 mehr Menschen entschieden sich 2025 für eine Promotion im Vergleich zu 2024. Das entspricht 1,8 Prozent Zuwachs – klingt erst einmal unspektakulär, aber wenn man sich die schiere Gesamtzahl vor Augen führt, ist das gar nicht so wenig.
Promovierende: Wer steckt dahinter?
Interessant bleibt, dass sich kaum etwas am Geschlechterverhältnis getan hat. Es gibt nach wie vor rund gleich viele Männer und Frauen, genauer: 49 Prozent der Promovierenden – also 106.400 – sind weiblich. Das Durchschnittsalter, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, sagt zumindest grob etwas über die Lebensphase, in der sich die meisten befinden. Männer sind mit 30,9 Jahren etwas älter als Frauen mit 30,1 Jahren. Vielleicht hatten sie vorab noch andere Pläne – man weiß es nicht. Bemerkenswert ist auch, dass ein Viertel der Promovierenden (25 Prozent, also 54.200 Menschen) aus dem Ausland kommt.
Fächergruppen: Klar verteilte Schwerpunkte
Auffällig – und irgendwie auch bezeichnend – sind die Schwerpunkte der Promotionen. Fast ein Drittel, genauer: 64.100 Personen, promovieren in Medizin oder Gesundheitswissenschaften. Naturwissenschaften (22 Prozent) und die Ingenieurwissenschaften (19 Prozent) folgen mit etwas Abstand, aber ebenfalls starken Zahlen. Dass in den Ingenieurwissenschaften die Männer dominieren (76 Prozent), überrascht mich persönlich kaum, war gefühlt schon immer so. Die Kunst wartet mit dem umgekehrten Geschlechterverhältnis auf: Zwei Drittel Frauen. Eine klare Botschaft an alle, die noch an alte Rollenbilder klammern.
Promotionsanfänger: Internationaler und jünger?
Von den Neuzugängen 2025 (17 Prozent aller Promovierenden, also 35.800 Personen) hat gut ein Viertel einen ausländischen Pass. Das zeigt, dass Deutschlands Hochschulen international nach wie vor attraktiv sind. Interessanterweise liegt der Ausländeranteil bei den frischgebackenen Promotionsanwärtern mit 27 Prozent etwas höher als im Gesamtbestand.
Schwergewichte bei den Hochschulen
Was trägt nun welche Hochschule bei? Überraschend (oder auch nicht): 18 Prozent der Doktorandinnen und Doktoranden sind an nur vier Unis eingeschrieben. Die Ludwig-Maximilians-Universität München führt klar mit 10.200 Promovierenden, dicht gefolgt von der TU München mit 10.100. Auch Heidelberg und Aachen mischen mit, beide jeweils mit beachtlichen vier Prozent der Promovierenden. Ich frage mich manchmal, was genau der Nährboden an diesen Unis ist – Infrastruktur, Ruf, Betreuung? Das Thema Promotion bleibt also eines, in dem sich viel bewegt, aber sich auch Kontinuitäten zeigen.
Die Anzahl der Promovierenden in Deutschland ist 2025 weiter gestiegen, wobei 216.200 Personen an einer Doktorarbeit arbeiten – ein Zuwachs, der vor allem auf internationale Studierende und Neuanmeldungen zurückzuführen ist. Besonders dominieren die Fächer Humanmedizin, Naturwissenschaften und Ingenieurswissenschaften das Promotionsgeschehen; auffällig sind die starken geschlechtsspezifischen Unterschiede in einzelnen Studienrichtungen, etwa ein Männerüberhang bei den Ingenieurwissenschaften und ein Frauenüberhang in Kunstfächern. Die Spitzenuniversitäten, insbesondere die LMU und TU München, ziehen weiterhin besonders viele Promovierende an, was vermutlich auf ein attraktives Forschungsumfeld und internationale Sichtbarkeit zurückzuführen ist. Aktuelle Medienberichte ergänzen die Thematik: In der Süddeutschen wird die Frage diskutiert, wie die langwierigen Promotionsprozesse den akademischen Nachwuchs in Deutschland bremsen und Reformen gefordert, um eine bessere Betreuung und transparentere Auswahlverfahren zu schaffen [Quelle: www.sueddeutsche.de]. Die Zeit beleuchtet das sogenannte "PhD-Dilemma" aus Sicht der Studierenden: Der Promotionserfolg hängt oft von individuellen Betreuerstrukturen und finanzieller Unterstützung ab, die vielerorts ungleich verteilt sind [Quelle: www.zeit.de]. Im Spiegel berichten internationale Studierende, dass sie ihren Forschungsaufenthalt in Deutschland wegen bürokratischer Hürden schwieriger denn je empfinden – die politische Debatte um Zuwanderung und Fachkräftebedarf wird dadurch angeheizt [Quelle: www.spiegel.de].
- Süddeutsche Zeitung: Die SZ berichtet aktuell ausführlich über den "Flaschenhals" Promotion in Deutschland. Lange Wartezeiten, unübersichtliche Bewerbungsprozesse und unklare Karriereperspektiven machen vielen jungen Akademikern zu schaffen. Experten fordern von den Hochschulen und der Politik ein grundlegend transparenteres sowie besser betreutes Promotionssystem. (Quelle: Süddeutsche Zeitung)
- Die Zeit: Ein ausführlicher Zeit-Artikel stellt das Promotionsdilemma in den Mittelpunkt, indem er betont, wie sehr individuelle Beziehungen zu Betreuern über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Zudem macht die wachsende Unsicherheit bei der finanziellen Förderung eine Promotion für viele riskant. Die Autor:innen fordern mehr Chancengleichheit und strukturelle Förderungen, um Abbrüche zu verhindern. (Quelle: Die Zeit)
- Spiegel Online: Spiegel berichtet aktuell, dass viele internationale Promovierende mit deutschen Ämtern und einer unübersichtlichen Anerkennung ihrer Abschlüsse kämpfen. Diese administrative Unsicherheit beeinflusse nicht nur die Entscheidung für Deutschland als Promotionsstandort, sondern auch mögliche spätere Fachkräftezuwanderung. Die Politik diskutiert deshalb eine Vereinfachung und bessere Unterstützung ausländischer Forscher. (Quelle: Spiegel)
