VanEck Seltene Erden ETF: 7,6% Plus nach G7-Gipfel
18.06.2026 - 03:49:07 | boerse-global.de
Die G7-Staaten schalten in der Rohstoffpolitik einen Gang höher. Auf ihrem Gipfeltreffen im französischen Évian-les-Bains einigten sich die Staats- und Regierungschefs Mitte Juni auf die Gründung der „Critical Minerals Resilience and Production Alliance“. Das Ziel: die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten für Seltene Erden und Permanentmagnete systematisch reduzieren.
Versorgungsketten im Umbau
Konkret wollen die G7-Staaten den Anteil aus einer Quelle an kritischen Mineralien bis 2030 auf unter 60 Prozent drücken. Eine klare Ansage – und ein massiver Eingriff in die globale Rohstoffordnung. Derzeit dominiert China die weltweite Produktion. Besonders bei Oxid-Trennung und Magnetfertigung sitzt Peking an den entscheidenden Hebeln westlicher Lieferketten.
Die USA gehen voran. Das Pentagon unterstützt den Kreditrahmen von 500 Millionen Dollar für Phoenix Tailings, einen amerikanischen Verarbeiter Seltener Erden. Der Schwerpunkt verschiebt sich von Exploration zu echter Raffinerie-Infrastruktur. „Mine-to-Magnet“ heißt die Strategie: vom Erz bis zum fertigen Magneten – alles aus einer westlichen Wertschöpfungskette.
Marktbeobachter registrieren erste Verwerfungen. Bei Praseodym-Neodym-Oxid, einem zentralen Rohstoff, haben einige Magnethersteller die Preisstellung vorübergehend ausgesetzt. Die Knappheit ist spürbar. Kein Wunder, dass Firmen wie MP Materials umworben sind: Der US-Produzent von Neodym-Praseodym hat direkten Zugang zur Verteidigungsindustrie.
Kurs züngelt an Bestmarke
Der VanEck Seltene Erden ETF notiert am 18. Juni bei 16,70 Euro. Das sind 7,6 Prozent mehr als vor einer Woche. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus über 30 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 18,76 Euro vom Mai 2026 trennen den Fonds etwa elf Prozent. Vor einem Jahr, im Juni 2025, stand der Kurs noch bei 6,52 Euro.
Die Volatilität bleibt hoch – annualisiert liegt sie bei 45 Prozent. Der RSI von 54,9 deutet auf neutrale Verfassung hin, die Notierung hat also Luft nach oben wie unten.
Milliarden-Projekte, lange Horizonte
Die neue Rohstoff-Allianz will über 64 Milliarden Dollar in 195 globale Projekte steuern. Die Internationale Energieagentur soll die Märkte überwachen. Soweit der Plan. Die Realität: Minen und Industrieanlagen brauchen Jahre, bis sie liefern. Der operative Erfolg der ETF-Titel hängt davon ab, ob sie die hochgesteckten Ziele bis 2030 tatsächlich erreichen können.
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