Tokuyama, JP3870000002

Tokuyama Corp-Aktie (JP3870000002): Nach starken Zahlen und neuer Strategie im Fokus

22.05.2026 - 07:43:38 | ad-hoc-news.de

Tokuyama Corp hat seine Ergebnisse für das am 31. März 2024 beendete Geschäftsjahr vorgelegt und den mittelfristigen Managementplan angepasst. Für Anleger rückt damit die Neuausrichtung auf Hightech-Materialien und Dekarbonisierung noch stärker in den Blick.

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Tokuyama Corp hat Ende April 2024 die Ergebnisse für das zum 31.03.2024 beendete Geschäftsjahr veröffentlicht und gleichzeitig seinen mittelfristigen Managementplan aktualisiert. Das Unternehmen meldete für das Geschäftsjahr 2023/24 einen Umsatz von rund 352,7 Milliarden Yen, nach 353,4 Milliarden Yen im Vorjahr, wie aus dem Finanzbericht vom 26.04.2024 hervorgeht, der über die Investor-Relations-Seite abrufbar ist, laut Tokuyama IR Stand 26.04.2024. Das operative Ergebnis lag bei etwa 30,0 Milliarden Yen, nachdem im Vorjahr 33,7 Milliarden Yen erreicht wurden, was vor allem höhere Rohstoff- und Energiekosten widerspiegelt, wie die Präsentation zum Abschluss erläutert, laut Tokuyama IR Stand 26.04.2024.

Stand: 22.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Tokuyama Corp
  • Sektor/Branche: Chemie, Elektronikmaterialien
  • Sitz/Land: Shunan, Japan
  • Kernmärkte: Japan, Asien, globale Elektronikindustrie
  • Wichtige Umsatztreiber: Chemikalien, Zement, Siliziumprodukte, Hochleistungsmaterialien für Halbleiter und Displays
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Tokio (TSE Prime, Ticker 4043)
  • Handelswährung: Japanischer Yen

Tokuyama Corp: Kerngeschäftsmodell

Tokuyama Corp zählt zu den traditionsreichen Chemieunternehmen Japans und hat sich von einem vorwiegend in Basischemikalien und Zement aktiven Produzenten zu einem diversifizierten Spezialchemie- und Materialanbieter entwickelt. Das Geschäftsmodell basiert auf vier wesentlichen Segmenten: Industrierohstoffe wie Chlor-Alkali-Produkte, Zement und Bauchemikalien, Funktionschemikalien, elektronische Materialien sowie das Segment Life & Amenity, das beispielsweise Dentalmaterialien umfasst. Diese Struktur ist im integrierten Bericht für das Geschäftsjahr 2023/24 detailliert beschrieben, wie aus der Konzernübersicht hervorgeht, laut Tokuyama Integrated Report Stand 2024.

Im Segment Industrierohstoffe produziert Tokuyama Corp unter anderem Caustic Soda, Vinylchlorid-Monomer und weitere Basischemikalien, die als Ausgangsstoffe für zahlreiche industrielle Anwendungen dienen, darunter Papier, Textilien, Metallverarbeitung und Wasseraufbereitung. Diese Produkte sind typischerweise volumenstark, preissensibel und hängen stark von Energie- und Rohstoffkosten ab. Parallel betreibt Tokuyama ein bedeutendes Zementgeschäft, das vor allem auf den japanischen Markt ausgerichtet ist und auch die Verwertung von industriellen Nebenprodukten einschließt, was dem Unternehmen eine Rolle in der Kreislaufwirtschaft verschafft, wie im Nachhaltigkeitskapitel des integrierten Berichts erläutert wird, laut Tokuyama Sustainability Stand 2024.

Das Segment Funktionschemikalien umfasst höherwertige Spezialchemikalien wie Silica, Isopropylalkohol, organische Halogenverbindungen und andere funktionale Materialien, die in Elektronik, Automobilindustrie, Bauwesen und Konsumgütern eingesetzt werden. Diese Produkte zeichnen sich durch höhere Margen und stärkere Kundenbindung aus, da sie häufig auf spezifische Anforderungen zugeschnitten sind. Im Bericht zum Geschäftsjahr 2023/24 weist Tokuyama Corp dieses Segment als einen der Wachstumstreiber aus, mit Fokus auf Anwendungen in Hochleistungskunststoffen, Beschichtungen und hochreinen Lösungsmitteln für die Halbleiterfertigung, wie aus der Segmentanalyse hervorgeht, laut Tokuyama IR Stand 26.04.2024.

Eine besondere Bedeutung hat bei Tokuyama Corp das Segment Elektronikmaterialien. Hier produziert das Unternehmen vor allem polykristallines Silizium für Halbleiter und andere hochreine Siliziummaterialien, die in der Halbleiter- und Displayindustrie eingesetzt werden. Diese Produkte sind entscheidend für integrierte Schaltkreise, Sensoren und andere Komponenten moderner Elektronikgeräte. Tokuyama positioniert sich in diesem Bereich als Anbieter mit hoher Reinheit und Prozessstabilität, was für Anwendungen in Logikchips und Speicherbausteinen relevant ist. Die Präsentation zum mittelfristigen Managementplan beschreibt Elektronikmaterialien als Kernbereich für zukünftiges Wachstum, gestützt auf die globale Nachfrage nach Halbleitern, laut Tokuyama Medium-Term Plan Stand 2024.

Daneben bietet Tokuyama Corp im Segment Life & Amenity Produkte für Gesundheits- und Konsumanwendungen an, darunter Dentalmaterialien, medizinische Verpackungsmaterialien und funktionale Folien. Diese Sparte ist im Vergleich zu den Industrierohstoffen und Elektronikmaterialien kleiner, soll laut Management jedoch zu einem stabilen, margenstarken Standbein im Portfolio ausgebaut werden. Im integrierten Bericht wird betont, dass dieses Segment stärker an demografische Trends und steigende Gesundheitsausgaben anknüpft, wodurch Tokuyama eine gewisse Diversifikation gegenüber den zyklischeren Segmenten Chemikalien und Zement anstrebt, laut Tokuyama Integrated Report Stand 2024.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Tokuyama Corp

Die Umsatzstruktur von Tokuyama Corp ist traditionell von Basischemikalien und Zement geprägt, doch nimmt der Anteil höherwertiger Spezialmaterialien und Elektronikprodukte schrittweise zu. Im Finanzbericht für das Geschäftsjahr 2023/24 entfielen weiterhin bedeutende Anteile des Konzernumsatzes auf das Segment Industrierohstoffe, das Chlor-Alkali-Produkte und Zement umfasst, wie die Segmentübersicht zeigt, laut Tokuyama IR Stand 26.04.2024. Diese Bereiche sind eng mit der Nachfrage aus Bauwesen, Infrastrukturprojekten und traditionellen Industrien verknüpft und reagieren daher relativ empfindlich auf Konjunkturschwankungen in Japan und wichtigen Exportmärkten.

Im Gegensatz dazu repräsentieren die Elektronikmaterialien einen wachstumsorientierten Treiber im Portfolio von Tokuyama Corp. Die Nachfrage nach polykristallinem Silizium und anderen hochreinen Materialien ist stark mit dem weltweiten Halbleitermarkt verbunden, der von langfristigen Trends wie Cloud-Computing, künstlicher Intelligenz, Elektromobilität und 5G-Expansion beeinflusst wird. Tokuyama hebt in seinem mittelfristigen Plan hervor, dass das Unternehmen seine Kapazitäten und seine technologische Position für hochreines Silizium weiter ausbauen will, um von dem erwarteten Wachstum im Halbleitermarkt zu profitieren, laut Tokuyama Medium-Term Plan Stand 2024. Parallel sind die Margen in diesem Bereich im Allgemeinen höher als im Basischemikaliengeschäft, was das Ergebnisprofil stabilisieren kann.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden Funktionschemikalien, die in verschiedensten Anwendungen von Beschichtungen über Spezialkunststoffe bis hin zu Elektronikfertigung eingesetzt werden. Diese Produkte stützen sich auf Tokuyamas Know-how in der Reinigung, Formulierung und Verarbeitung chemischer Stoffe und erlauben es dem Unternehmen, Kunden in anspruchsvollen Nischen mit maßgeschneiderten Lösungen zu bedienen. In der Ergebnisdokumentation 2023/24 wird hervorgehoben, dass die Nachfrage nach bestimmten Spezialprodukten für Elektronik und Automobil aufgrund konjunktureller Unsicherheiten zeitweise gedämpft war, mittelfristig aber weiterhin strukturelle Wachstumsperspektiven bestehen, laut Tokuyama IR Stand 26.04.2024.

Ein Kernpfeiler für die Cashflow-Generierung bleibt das Zementgeschäft. Es liefert stabile, wenn auch zyklische Beiträge und ist eng mit der japanischen Baukonjunktur sowie Infrastrukturprojekten verknüpft. Tokuyama nutzt seine Zementöfen auch zur thermischen Verwertung von industriellen Abfällen, was zusätzliche Erlösquellen erschließt und gleichzeitig zur Reduktion von Deponiemengen beiträgt. Im Nachhaltigkeitsbericht betont das Unternehmen, dass es seine Zementproduktion schrittweise dekarbonisieren möchte, unter anderem durch alternative Brennstoffe und Prozessoptimierungen, laut Tokuyama Sustainability Stand 2024. Für Anleger ist dabei relevant, dass regulatorische Anforderungen an CO2-Emissionen die Kostenstruktur beeinflussen können.

Im Segment Life & Amenity sind es vor allem Dentalmaterialien und spezialisierte Polymere, die zu den wichtigsten Umsatzquellen zählen. Tokuyama liefert etwa Füllungsmaterialien und Kunststoffe für Zahnarztpraxen und Dentallabore, die von Alterung der Bevölkerung und der steigenden Nachfrage nach Zahngesundheit profitieren können. Dieses Geschäft weist tendenziell geringere Volatilität auf als zyklische Industriebereiche, ist jedoch auch von regulatorischen Anforderungen und Wettbewerbsdruck durch internationale Anbieter geprägt. Im integrierten Bericht wird dieses Segment als Wachstumsfeld mit Fokus auf Qualitäts- und Innovationsthemen beschrieben, laut Tokuyama Integrated Report Stand 2024.

Hintergrund und Fachliteratur

Tokuyama Corp ist im Geschäftskundenbereich aktiv. Wer sich tiefer mit dem Sektor Chemie und Elektronikmaterialien befassen möchte, findet auf Amazon Fachbücher und weiterführende Literatur zum Thema.

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Strategische Neuausrichtung und mittelfristiger Managementplan

Begleitend zu den Jahreszahlen hat Tokuyama Corp seinen mittelfristigen Managementplan aktualisiert und die strategischen Schwerpunkte geschärft. Der Plan, der im Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht wurde, fokussiert auf die Transformation von einem stark auf Basischemikalien und Zement ausgerichteten Anbieter hin zu einem Unternehmen mit höherem Anteil an Spezialmaterialien und umweltorientierten Lösungen, wie der Managementüberblick erläutert, laut Tokuyama Medium-Term Plan Stand 2024. Wichtige Stoßrichtungen sind der Ausbau des Elektronikmaterialiengeschäfts, die Verbesserung der Profitabilität in den Basissegmenten und Investitionen in Dekarbonisierungstechnologien.

Tokuyama Corp verweist im Plan darauf, dass der globale Bedarf an Halbleitern und hochreinen Materialien langfristig zulegen dürfte. Das Unternehmen sieht sich mit seiner Expertise in polykristallinem Silizium und anderen Spezialmaterialien gut positioniert, um diese Entwicklung zu nutzen. Geplant sind unter anderem Effizienzsteigerungen in der Produktion, die Erhöhung der Ausbeute und die Fokussierung auf Anwendungen mit besonders hohen Qualitätsanforderungen. Gleichzeitig sollen im Basischemikalienbereich Portfolioanpassungen und Kostenverbesserungen erfolgen, um die Zyklizität abzufedern und die Kapitalrendite zu steigern, wie aus der Präsentation hervorgeht, laut Tokuyama IR Stand 26.04.2024.

Ein zentrales Element des Plans ist zudem die Dekarbonisierung des Geschäftsmodells. Tokuyama Corp hat in seinen Nachhaltigkeitszielen angekündigt, die CO2-Emissionen schrittweise zu senken, etwa durch den Einsatz alternativer Brennstoffe, energieeffizientere Prozesse und Investitionen in neue Technologien zur CO2-Reduktion. Diese Maßnahmen betreffen vor allem die energieintensiven Bereiche Chemikalien und Zement. Im Nachhaltigkeitsbericht wird erläutert, dass das Unternehmen sich an internationalen Klimazielen orientiert und gleichzeitig regulatorische Entwicklungen in Japan und anderen Märkten berücksichtigt, laut Tokuyama Sustainability Stand 2024. Für Aktionäre können solche Initiativen langfristig Auswirkungen auf Investitionsbedarf und Kostenstruktur haben.

Im Bereich Life & Amenity sieht der mittelfristige Plan vor, gezielt in neue Produkte und geografische Expansion zu investieren, um das Profil als margenstarkes, wachstumsorientiertes Standbein zu stärken. Gleichzeitig sollen Kooperationen mit medizinischen Partnern und Forschungseinrichtungen intensiviert werden, um Innovationen in Dentalmaterialien und anderen Spezialprodukten zu ermöglichen. Tokuyama betont, dass die Diversifikation in diesem Segment helfen kann, konjunkturelle Schwankungen in zyklischeren Geschäftsbereichen auszugleichen und das Gesamtrisiko des Portfolios zu reduzieren, laut Tokuyama Medium-Term Plan Stand 2024.

Branchentrends und Wettbewerbsposition

Tokuyama Corp agiert in einem Umfeld, das von strukturellen Trends und intensiver Konkurrenz geprägt ist. In der globalen Chemieindustrie stehen viele Unternehmen unter Druck, ihre Portfolios von stark volatilen Basischemikalien hin zu höherwertigen und nachhaltigeren Produkten zu verschieben. Dieser Trend zeigt sich besonders bei Anbietern von Elektronikmaterialien, die von der wachsenden Nachfrage der Halbleiterindustrie profitieren wollen. Marktforschungsunternehmen gehen davon aus, dass der Chipbedarf in Bereichen wie Rechenzentren, KI-Anwendungen und Automobil überdurchschnittlich wachsen wird, was die Nachfrage nach hochreinen Materialien und Spezialchemikalien stützt, wie Branchenanalysen aus den Jahren 2023 und 2024 darlegen, etwa laut S&P Global Stand 2024.

Im Zement- und Baustoffbereich sieht sich Tokuyama Corp in Japan einem reifen Markt gegenüber, der durch demografische Entwicklungen und Infrastrukturzyklen geprägt ist. Während Neubauaktivitäten begrenzt sein können, entstehen Chancen im Bereich Modernisierung, Erdbebensicherheit und Ersatzinvestitionen. Gleichzeitig verstärken Klimapolitik und Dekarbonisierungsvorgaben den Druck auf Zementhersteller, Emissionen zu senken und alternative Bindemittel oder Verfahren zu entwickeln. Tokuyama nutzt hier seine Rolle als integrierter Produzent und Abfallverwerter, um Synergien zu heben und zugleich Nachhaltigkeitsanforderungen zu adressieren, wie der Nachhaltigkeitsbericht hervorhebt, laut Tokuyama Sustainability Stand 2024.

Auf der Wettbewerbsseite steht Tokuyama Corp in Segmenten wie Elektronikmaterialien und Funktionschemikalien in Konkurrenz zu internationalen Spezialchemie- und Materialanbietern, darunter japanische, europäische und US-amerikanische Unternehmen. Erfolgsfaktoren sind hier technologische Kompetenz, Zuverlässigkeit in der Lieferkette und die Fähigkeit, in enger Abstimmung mit Kunden neue Materialien zu entwickeln. Im Bereich Basischemikalien und Zement konkurriert Tokuyama vor allem mit anderen großen japanischen Chemie- und Baustoffherstellern. Die Wettbewerbsintensität und die zunehmende Bedeutung von ESG-Kriterien beeinflussen, wie stark Unternehmen in der Lage sind, Preissetzungsmacht auszuüben und langfristig attraktive Renditen zu erwirtschaften, wie Marktanalysen und Investorendiskussionen im Jahr 2024 zeigen, etwa laut Bloomberg Stand 2024.

Warum Tokuyama Corp für deutsche Anleger relevant ist

Für deutsche Anleger kann Tokuyama Corp aus mehreren Gründen interessant sein. Zum einen ist das Unternehmen in globalen Wertschöpfungsketten verankert, insbesondere in der Halbleiter- und Elektronikindustrie, die auch für zahlreiche deutsche Industrie- und Technologieunternehmen von zentraler Bedeutung ist. Materiallieferanten wie Tokuyama spielen eine wichtige Rolle, um die Versorgung mit hochreinen Siliziummaterialien und Spezialchemikalien sicherzustellen, die in Produkten deutscher Automobilhersteller, Maschinenbauer und Elektronikanbieter indirekt zum Einsatz kommen. Damit ist die Entwicklung von Tokuyama auch für die Stabilität globaler Lieferketten relevant, an denen deutsche Unternehmen beteiligt sind, wie Branchenberichte hervorheben, etwa laut IT-Boltwise Stand 16.05.2025.

Zum anderen sind japanische Industrie- und Chemiewerte bei internationalen Investoren häufig als Diversifikationsbaustein in Portfolios präsent, weil sie eine andere konjunkturelle Dynamik und Unternehmensführungstradition aufweisen als viele europäische oder US-amerikanische Titel. Tokuyama Corp ist an der Tokioter Börse im Prime Market gelistet und damit für institutionelle und private Anleger über gängige Handelsplätze zugänglich, auch über deutsche Broker, die den Handel in Tokio oder über außerbörsliche Plattformen ermöglichen. Für deutsche Anleger, die in Themen wie Halbleiter, Elektromobilität und Infrastruktur investieren, kann Tokuyama als ergänzender Baustein im Kontext eines breiter diversifizierten Asien- oder Japan-Exposures betrachtet werden, wie Portfolioanalysen internationaler Anbieter ausführen, etwa laut Morningstar Stand 2024.

Hinzu kommt, dass die Bedeutung von ESG-Kriterien und Dekarbonisierungsstrategien bei japanischen Unternehmen zunimmt. Tokuyama Corp adressiert diese Themen mit konkreten Emissionszielen und Investitionsprogrammen, was für Anleger, die Wert auf Nachhaltigkeitsaspekte legen, von Relevanz sein kann. Gleichzeitig ist das Unternehmen weiterhin in energie- und emissionsintensiven Bereichen wie Chemie und Zement tätig, was Chancen und Risiken mit sich bringt. Deutsche Investoren, die japanische Industrie- und Chemiewerte im Portfolio halten oder in Erwägung ziehen, dürften diese Entwicklungen vor dem Hintergrund eigener ESG-Strategien und regulatorischer Vorgaben in der EU verfolgen.

Risiken und offene Fragen

Die Geschäftsentwicklung von Tokuyama Corp ist mit einer Reihe von Risiken verbunden, die Anleger im Blick behalten können. Ein wesentlicher Faktor sind Rohstoff- und Energiekosten, die gerade in den Basischemikalien- und Zementsegmenten einen großen Einfluss auf die Profitabilität haben. Steigende Energiepreise oder Versorgungsengpässe können die Margen unter Druck setzen und Anpassungen an der Preisgestaltung erforderlich machen. In der Ergebnisdokumentation 2023/24 weist das Unternehmen auf die Auswirkungen von Energie- und Rohstoffpreisbewegungen hin, die sich im abgelaufenen Geschäftsjahr bemerkbar gemacht haben, laut Tokuyama IR Stand 26.04.2024.

Ein weiteres Risiko ergibt sich aus der Zyklizität des Halbleitermarktes. Auch wenn die langfristigen Aussichten für elektronische Materialien attraktiv erscheinen, können kurzfristige Überkapazitäten, Nachfrageschwankungen oder Anpassungen in den Lagerbeständen der Kunden zu temporären Rückgängen bei Volumen und Preisen führen. Für Anbieter wie Tokuyama Corp bedeutet dies, dass Investitionen in Kapazitätserweiterungen sorgfältig geplant und an die Marktdynamik angepasst werden müssen. Branchenanalysen weisen darauf hin, dass der Halbleitermarkt Phasen von Hoch- und Tiefzyklen durchläuft, die sich auf Materiallieferanten auswirken, wie Studien aus den Jahren 2023 und 2024 zeigen, etwa laut Gartner Stand 2024.

Regulatorische Entwicklungen im Umwelt- und Klimabereich stellen ebenfalls einen wichtigen Unsicherheitsfaktor dar. Verschärfte Vorgaben zur Reduktion von CO2-Emissionen, strengere Abfall- und Emissionsgrenzen oder neue Berichtspflichten können zusätzliche Investitionen erfordern und die operative Flexibilität einschränken. Tokuyama Corp adressiert diese Herausforderungen mit Dekarbonisierungsprogrammen, bleibt aber in Branchen tätig, die grundsätzlich als emissionsintensiv gelten. Darüber hinaus spielen Wechselkursrisiken eine Rolle, da das Unternehmen in japanischem Yen berichtet, aber weltweit tätig ist und von internationalen Nachfrage- und Preisbewegungen abhängt. Für ausländische Anleger können Wechselkursbewegungen zwischen Yen und heimischer Währung die Rendite zusätzlich beeinflussen.

Wichtige Termine und Katalysatoren

Für die weitere Beobachtung von Tokuyama Corp sind insbesondere die Veröffentlichungstermine von Quartals- und Jahreszahlen sowie mögliche Aktualisierungen des mittelfristigen Managementplans relevant. Das Unternehmen informiert auf seiner Investor-Relations-Seite regelmäßig über geplante Finanzberichte und Präsentationen, einschließlich Terminen für Ergebnisbriefings und Hauptversammlungen. Im Finanzkalender werden die anstehenden Veröffentlichungstermine kommuniziert, was Anlegern erlaubt, sich auf mögliche Kursschwankungen rund um diese Daten einzustellen, laut Tokuyama IR Calendar Stand 2024.

Darüber hinaus können Ankündigungen zu größeren Investitionsprojekten, Kapazitätserweiterungen im Elektronikmaterialienbereich, Kooperationen mit Technologiepartnern oder Fortschritten bei Dekarbonisierungsprojekten als Katalysatoren wirken. Auch Veränderungen in der Führungsebene oder Anpassungen der Dividendenpolitik können von Marktteilnehmern aufmerksam verfolgt werden. Tokuyama Corp veröffentlicht derartige Informationen in der Regel über Pressemitteilungen und Ad-hoc-Mitteilungen, die über die Unternehmenswebsite und Börsenplattformen zugänglich sind. Für deutsche und internationale Anleger, die japanische Industrie- und Chemiewerte im Portfolio halten, können solche Meldungen Anlass sein, die eigene Einschätzung zur langfristigen Entwicklung des Unternehmens zu überprüfen.

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Fazit

Tokuyama Corp befindet sich in einer Phase der strategischen Neuausrichtung, in der das Unternehmen seine traditionellen Stärken in Basischemikalien und Zement mit wachstumsorientierten Aktivitäten in Spezialchemikalien und Elektronikmaterialien kombiniert. Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2023/24 zeigen ein insgesamt robustes, aber von Kosten- und Marktschwankungen beeinflusstes Bild, während der aktualisierte mittelfristige Managementplan die Weichen für eine stärkere Ausrichtung auf margenstärkere und technologisch anspruchsvolle Geschäftsfelder stellt. Für Anleger sind dabei sowohl die Chancen durch den expandierenden Halbleitermarkt als auch die Risiken durch Rohstoffkosten, Zyklizität und Dekarbonisierungspflichten zu berücksichtigen. In der Summe bleibt Tokuyama ein Beispiel für einen japanischen Industriewert, der versucht, sich in einem anspruchsvollen Marktumfeld neu zu positionieren und zugleich die Anforderungen von Kunden, Regulatoren und Kapitalmarkt im Blick zu behalten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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