ThyssenKrupp Nucera Aktie: Goldman Sachs senkt auf 8,60 Euro
02.07.2026 - 19:39:55 | boerse-global.de
ThyssenKrupp Nucera atmet kurz auf. Das Kursplus von zwei Prozent am Donnerstag täuscht allerdings über die tiefe Verunsicherung der Branche hinweg. Massive Projektstopps in den USA ziehen dunkle Wolken über den Wasserstoff-Sektor. Die wirtschaftliche Realität bremst die Euphorie.
Milliarden-Abschreibungen in den USA
Der Industriegasriese Air Products beendet prestigeträchtige Vorhaben in Louisiana und Arizona. Das Unternehmen rechnet infolgedessen mit Kosten von bis zu 2,9 Milliarden US-Dollar. Ungünstige Marktbedingungen und eine schleppende Nachfrage bremsen das Wachstum. Das trifft Anlagenbauer wie ThyssenKrupp Nucera hart. Analysten werten den Schritt als Warnsignal für die gesamte Industrie.
Goldman Sachs senkt das Kursziel
Die Investmentbank Goldman Sachs reagiert prompt auf das schwierige Umfeld. Analyst Michele della Vigna senkte das Kursziel für ThyssenKrupp Nucera von 9,00 Euro auf 8,60 Euro. Er bleibt bei seiner neutralen Einschätzung für das Papier. Parallel dazu verwies der Experte auf eine vorsichtigere Prognose für das Chlor-Alkali-Geschäft. Dieses Segment finanziert bisher den teuren Ausbau der Wasserstoff-Sparte.
Fokus auf kleinere Lösungen
Das Management von ThyssenKrupp Nucera reagiert auf die Unsicherheit bei Großprojekten. Das Unternehmen setzt nun verstärkt auf modulare Lösungen. Ein neues 120-Megawatt-System soll Kunden schnellere Ergebnisse liefern. Ein erweitertes Service-Angebot soll dazu beitragen, die Umsätze unabhängiger von Neubau-Aufträgen zu machen. CEO Werner Ponikwar bittet Investoren um Geduld.
Die Aktie notiert aktuell bei 7,43 Euro. Erst Ende Juni markierte der Kurs bei 6,92 Euro ein neues Jahrestief. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt damit fast 36 Prozent.
Ein Auftrag des spanischen Konzerns Moeve über 300 Megawatt lieferte zuletzt einen operativen Lichtblick. Dennoch belasten Sondereffekte weiterhin die Bewertung des Titels. Im August veröffentlicht der Vorstand den Bericht für die ersten neun Monate. Diese Zahlen liefern neue Details zum Auftragsbestand und zum Fortschritt der alkalischen Wasserelektrolyse.
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