Thyssenkrupp Aktie: Nucera mit 279 Prozent Auftragssprung
09.05.2026 - 05:12:14 | boerse-global.deEin Auftragseingang, der sich fast vervierfacht — und trotzdem erzählt die Woche von Thyssenkrupp eine Geschichte mit mehreren Widersprüchen. Die Wasserstofftochter nucera liefert einen spektakulären Quartalswert, während Umsatz und Ergebnis hinter den Erwartungen zurückbleiben. Am Dienstag folgen die Halbjahreszahlen des Gesamtkonzerns.
Nucera: 300-Megawatt-Projekt treibt Auftragseingang
Der Auftragseingang von thyssenkrupp nucera kletterte im zweiten Quartal 2025/26 auf 316 Millionen Euro — nach 83 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Treiber ist eindeutig: ein 300-Megawatt-Wasserstoffprojekt in Spanien, das Mitte März 2026 unterzeichnet wurde. Da die initialen Voraussetzungen — einschließlich der ersten Anzahlung — erfüllt wurden, konnte das Projekt noch im abgelaufenen Quartal gebucht werden. Allein auf das Segment Grüner Wasserstoff entfielen 176 Millionen Euro, gegenüber lediglich 4 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Umsatz und Ergebnis blieben allerdings unter der Markterwartung. Die Umsatzrealisierung des Spanien-Projekts wird mehrheitlich erst ins Geschäftsjahr 2026/27 fallen. Die im März angepasste Jahresprognose hält das Management weiterhin für angemessen.
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Halbjahresbericht und Materials Services im Fokus
Am 12. Mai legt Thyssenkrupp den Zwischenbericht zum ersten Halbjahr 2025/26 vor. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 8,1 Milliarden Euro — nach 8,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern ein bereinigtes EBIT zwischen 500 und 900 Millionen Euro an, beim Jahresüberschuss erwartet das Management einen Verlust.
Parallel verdichten sich die Signale rund um die Handelssparte Materials Services. Intern wächst laut Handelsblatt die Kritik am Umbaukurs. Der Aufsichtsrat soll sich am 20. Mai und in einer außerordentlichen Sitzung am 16. Juni mit der Zukunft der Sparte befassen. Geprüft wird erneut eine Verselbstständigung als Kommanditgesellschaft auf Aktien. Materials Services erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro und beschäftigt über 15.000 Menschen.
Stahl unter Druck, Kurs erholt
Die Stahlsparte bleibt das operative Sorgenkind. Die Tochter Thyssenkrupp Electrical Steel stoppt die Produktion am französischen Standort Isbergues von Juni bis September 2026 vollständig — wegen asiatischer Importe, die mittlerweile mehr als die Hälfte des EU-Marktvolumens abdecken und teils deutlich unter den europäischen Produktionskosten liegen. Rund 600 Beschäftigte sind betroffen. Das Management will die Stahlsparte eigenständig restrukturieren und die Kapazität auf rund neun Millionen Tonnen reduzieren.
Die Aktie schloss den Freitag bei 10,75 Euro, ein Plus von rund 0,5 Prozent. In den vergangenen 30 Tagen hat das Papier gut 26 Prozent zugelegt — der Kurs notiert damit deutlich über seinem 50- und 200-Tage-Durchschnitt. Mit dem Halbjahresbericht am Dienstag und den Aufsichtsratssitzungen zu Materials Services in den Folgewochen steht für den Konzern eine dicht getaktete Entscheidungsphase bevor.
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