S&P 500 Aktie: Entspannung trifft KI-Euphorie
29.05.2026 - 07:46:46 | boerse-global.deZwei Impulse, ein Ergebnis: Der S&P 500 schloss am Donnerstag auf einem neuen Allzeithoch bei 7.563,63 Punkten — ein Plus von 0,58 Prozent. Auslöser war eine Kombination aus geopolitischer Hoffnung und KI-Rückenwind, die auch den Nasdaq 100 auf Rekordhöhe trieb.
Waffenruhe-Hoffnung als Auslöser
Noch am Vormittag lasteten neue Iran-USA-Spannungen auf den Märkten. Das änderte sich, als Berichte über eine vorläufige Einigung auf ein Rahmenabkommen die Runde machten: Unterhändler beider Seiten sollen sich auf eine 60-tägige Verlängerung der Waffenruhe geeinigt haben. Trumps Zustimmung steht noch aus, iranische Stellen dementieren eine Finalisierung — die Nachricht genügte trotzdem, um die Stimmung zu drehen. Besonders die Entspannung rund um den Öl-Transitknotenpunkt Strait of Hormuz beruhigte Anleger.
Der Dow Jones profitierte kaum — er schloss nahezu unverändert bei 50.669 Punkten. Das eigentliche Momentum lag bei Tech.
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KI als zweite Triebfeder
Microsoft zog um 3,5 Prozent an, nachdem bekannt wurde, dass der Konzern nächste Woche auf seiner Entwicklerkonferenz neue KI-Modelle präsentieren will. Snowflake schnellte nach starken Quartalszahlen um mehr als 38 Prozent nach oben — Analysten bei Jefferies sprachen von einer Geschichte der "zwei großen S", wobei Snowflake Fahrt aufnimmt und Salesforce stabil bleibt.
Jefferies-Analyst Brent Thill sieht die Monetarisierung von KI zuerst in der Daten-Infrastruktur. Goldman Sachs sieht Snowflake gut positioniert, um von der KI-bedingten Cloud-Nachfrage zu profitieren. Einzelhändler wie Dollar Tree, Best Buy und Kohl's legten ebenfalls kräftig zu — teils mehr als 18 Prozent — und stützten die Marktbreite.
Inflationsdaten bremsen Fed-Fantasie
Ein Wermutstropfen bleibt. Der PCE-Deflator, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, kletterte im April auf 3,8 Prozent — den höchsten Stand seit drei Jahren. Die Kernrate stieg auf 3,3 Prozent. Das macht baldige Zinssenkungen, wie Trump sie fordert, unwahrscheinlicher. Märkte nehmen das vorerst in Kauf — zu stark ist der Sog aus Geopolitik und KI-Euphorie.
In Asien zogen Indizes am Freitag nach: Nikkei und KOSPI markierten neue Allzeithochs, angetrieben von Halbleiter- und KI-Werten. Ob die Iran-Verhandlungen tatsächlich zu einem Abschluss führen, entscheidet maßgeblich darüber, wie lange dieser Rückenwind anhält.
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