Prysmian Aktie: 1,2 Milliarden für Glasfaser-Ausbau
29.05.2026 - 11:37:06 | boerse-global.dePrysmian bekommt Rückenwind von der Wall Street. Gleich zwei Großbanken haben ihre Kursziele für den Kabelkonzern nach oben geschraubt – und verweisen auf eine Branche, die gerade einen beispiellosen Boom erlebt. J.P. Morgan hob das Ziel von 138 auf 172 Euro an, HSBC folgte mit 170 Euro. Beide bleiben bei "Overweight" beziehungsweise der Kaufempfehlung.
Der Auslöser: die Digital-Solutions-Sparte. Sie profitiert von der explosionsartigen Nachfrage nach Glasfaser, angetrieben durch künstliche Intelligenz, moderne Rechenzentren und Hyperscaler. Laut J.P. Morgan haben sich die Spotpreise für Glasfaser in den vergangenen sechs Monaten mehr als verdoppelt. Hinzu kommt zusätzlicher Bedarf aus dem Verteidigungssektor.
Kapazitätsoffensive für das KI-Zeitalter
Prysmian ist für diesen Boom gerüstet. Das Unternehmen verfügt über eine vertikal integrierte Produktion in Europa und den USA – ein entscheidender Vorteil in einem Markt, der nach lokalen Lieferketten verlangt. Bislang war der Konzern im Hyperscaler-Geschäft eher schwach aufgestellt. Das ändert sich jetzt.
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Mit einem 1,2 Milliarden Dollar schweren Investitionsplan will Prysmian seine Glasfaserproduktion um 40 bis 50 Prozent ausbauen. Im vergangenen Geschäftsjahr setzte die Sparte rund 1,1 Milliarden Euro mit Fasern und optischen Kabeln um – größtenteils über langfristige Rahmenverträge. J.P. Morgan rechnet unter den aktuellen Marktbedingungen mit einer dramatischen Steigerung: Kombiniert man den Preissprung mit dem Kapazitätsausbau, könnte der Kernumsatz mit Glasfaser innerhalb von drei Jahren auf rund 3,3 Milliarden Euro klettern. Der gesamte Digital-Solutions-Bereich käme dann auf etwa 4 Milliarden Euro.
Für 2030 prognostizieren die Analysten, bei unterstellter Preisnormalisierung, einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA von 941 Millionen Euro für das Segment.
Die Aktie notiert am Freitag bei 146,50 Euro, ein Minus von 2,4 Prozent zum Vortag. Das 52-Wochen-Hoch von 155,85 Euro liegt rund sechs Prozent entfernt – aus dem Tief von 55,48 Euro im Juni 2025 hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Auf Jahressicht steht ein Plus von 63,8 Prozent. Die Analystenziele von 170 bis 172 Euro signalisieren weiteres Potenzial, auch wenn der RSI von 44 auf eine leichte Abkühlung hindeutet.
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