Palantir, Aktie

Palantir Aktie: KGV 155 bremst trotz 85-Prozent-Wachstum

15.05.2026 - 01:46:43 | boerse-global.de

Palantir verzeichnet Rekordumsatz, leidet aber unter extremen Bewertungskennzahlen und Insiderverkäufen. Analysten sehen den fairen Wert deutlich unter dem aktuellen Kurs.

Palantir Aktie: KGV 155 bremst trotz 85-Prozent-Wachstum - Foto: über boerse-global.de
Palantir Aktie: KGV 155 bremst trotz 85-Prozent-Wachstum - Foto: über boerse-global.de

Starke Nachfrage, schwacher Aktienkurs: Bei Palantir klaffen Geschäftsentwicklung und Börsenstimmung weit auseinander. Der KI-Softwareanbieter wächst so schnell wie nie seit dem Börsengang. Trotzdem wird die Aktie verkauft, weil der Markt die extreme Bewertungsprämie nicht mehr einfach durchwinkt.

Am Donnerstag notiert die Aktie bei 113,94 Euro und liegt damit 2,54 Prozent im Plus. Seit Jahresanfang bleibt dennoch ein Minus von 20,38 Prozent stehen.

Der Abstand zum Hoch aus dem November beträgt rund 37 Prozent. Auch zum langfristigen Durchschnitt fehlt weiter deutlich Luft, die Aktie liegt 18,52 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Die annualisierte Monatsvolatilität von knapp 54 Prozent zeigt, wie nervös der Handel bleibt.

Operativ läuft Palantir stark

Im ersten Quartal 2026 steigerte Palantir den Umsatz um 85 Prozent auf 1,633 Milliarden Dollar. Das ist ein Tempo, das selbst im KI-Sektor auffällt.

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Besonders stark lief das US-Kommerzgeschäft mit einem Plus von 133 Prozent. Der Rule-of-40-Wert erreichte 145, der Nettogewinn vervierfachte sich auf 870,5 Millionen Dollar. Operativ liefert das Unternehmen also genau die Dynamik, die Wachstumsinvestoren suchen.

Auch der Auftragsbestand spricht für anhaltende Nachfrage. Der verbleibende Vertragswert kletterte auf 11,8 Milliarden Dollar, ein Anstieg um 98 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das Management hob die Umsatzprognose für 2026 auf 7,65 bis 7,66 Milliarden Dollar an. Damit liegt Palantir über den bisherigen Markterwartungen. Die Börse reagierte dennoch kühl.

Die Bewertung bleibt das Problem

Der Kern der Schwäche liegt weniger im Geschäft als im Preis der Aktie. Palantir kam mit extremen Bewertungskennzahlen ins Jahr: einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 155, einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 62 und einem erwarteten KGV von 97.

Solche Multiples lassen kaum Raum für Enttäuschungen. Wenn der breite Markt nahe Rekordständen handelt, fließt Kapital oft in Nachzügler statt in Aktien, die bereits eine lange Rally hinter sich haben. Palantir zählt klar zur zweiten Gruppe.

Hinzu kommt Insider-Verkauf. Zuletzt lagen Verkäufe von Insidern rund neunmal höher als Käufe; Peter Thiel gab im März mehr als zwei Millionen Aktien ab. Das muss nicht automatisch ein Misstrauenssignal sein, verstärkt aber den Bewertungsdruck.

Auch aktienbasierte Vergütung bleibt ein Thema. Im Geschäftsjahr 2025 summierte sie sich auf rund 684 Millionen Dollar, während Rückkäufe nur etwa 75 Millionen Dollar erreichten. Für Aktionäre bedeutet das: Verwässerung bleibt ein struktureller Gegenwind.

KI-Konkurrenz rückt näher

Ein weiterer Punkt ist der Wettbewerb durch KI-Labore. Anthropic, OpenAI und ähnliche Anbieter greifen stärker in Bereiche vor, in denen Palantir bisher mit seiner Fähigkeit zur schnellen Implementierung komplexer Unternehmenslösungen punktete.

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Morningstar hält den fairen Wert für Palantir bei 153 Dollar und hob die durchschnittliche jährliche Wachstumsannahme auf 45 Prozent von zuvor 42 Prozent. Langfristig preist die Analyse aber intensiveren Wettbewerb ein.

Die Analystenspanne zeigt, wie gespalten der Markt bleibt. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 186,89 Dollar, die Bandbreite reicht von 70 bis 255 Dollar. Selten liegen Wachstumserzählung und Bewertungszweifel so weit auseinander.

CEO Alex Karp formulierte die Nachfrageseite selbstbewusst: „Unser größtes Problem in den USA ist derzeit, dass wir die Nachfrage nicht bedienen können.“ Genau dieser Satz erklärt die Faszination der Aktie. Er erklärt aber nicht den Preis, den der Markt dafür zahlen will.

Der nächste konkrete Prüfstein sind die Zahlen für das zweite Quartal 2026. Palantir peilt dafür einen Umsatz von 1,797 bis 1,801 Milliarden Dollar an; bis dahin dürfte die Aktie vor allem an einer Frage gemessen werden: ob außergewöhnliches Wachstum eine außergewöhnliche Bewertung weiter tragen kann.

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