NuScale Power: 473 Millionen Dollar durch Fluor-Exit
25.05.2026 - 03:00:09 | boerse-global.deNuScale Power steht an einem Wendepunkt. Nach dem vollständigen Rückzug des langjährigen Mehrheitsaktionärs Fluor Corporation muss der Entwickler kleiner modularer Reaktoren (SMR) nun beweisen, dass er allein bestehen kann. Während die Nachfrage nach CO2-freiem Strom für KI-Rechenzentren explodiert, rückt die operative Umsetzung der Technologie in den Fokus.
Der Milliarden-Exit von Fluor
Fluor Corporation hat Ende April 2026 den Verkauf seiner restlichen 40 Millionen Aktien abgeschlossen. Der Bruttoerlös von 473 Millionen US-Dollar markiert das Ende einer Ära. Das Unternehmen trennte sich schrittweise von seiner Beteiligung, um Kapital freizusetzen.
Seit September 2025 hat Fluor insgesamt rund 2,43 Milliarden US-Dollar durch Aktienverkäufe eingenommen. Dies entspricht einem massiven Gewinn gegenüber dem ursprünglichen Investment von 570 Millionen US-Dollar. NuScale muss den Weg in die Kommerzialisierung nun ohne seinen bisher wichtigsten finanziellen Rückhalt bestreiten.
Regulatorischer Vorsprung und Liquidität
NuScale agiert fortan als eigenständiges Unternehmen am Markt. Ein entscheidender Vorteil bleibt die regulatorische Stellung: Es ist der einzige SMR-Entwickler mit Zertifizierungen der US-Atomaufsichtsbehörde NRC. Diese Genehmigungen umfassen sowohl das 50-Megawatt-Modul als auch die leistungsstärkere 77-Megawatt-Variante.
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Parallel dazu stützt ein Liquiditätspolster von rund einer Milliarde US-Dollar den Übergang zum kommerziellen Betrieb. Dieses Kapital verschafft NuScale die nötige Zeit, um Vorverträge in feste Aufträge umzuwandeln. Im Gegensatz zu jüngeren Konkurrenten kann das Unternehmen so seine Lieferketten ohne sofortigen Finanzierungsdruck ausbauen.
Strategische Allianzen für den SMR-Rollout
Die kommerzielle Strategie ruht maßgeblich auf der Kooperation mit der Tennessee Valley Authority. Zusammen mit dem Partner ENTRA1 Energy plant NuScale den Aufbau von bis zu 6 Gigawatt SMR-Kapazität in sieben US-Bundesstaaten. Es wäre der bisher größte Rollout dieser Technologie in der Geschichte der USA.
Um die Brennstoffversorgung sicherzustellen, wurde die Partnerschaft mit Framatome erweitert. Ziel ist die Produktion von Brennelementen bis zum Jahr 2030. Eine Allianz mit Ebara Elliott Energy zielt ferner auf Hochtemperatur-Dampfkompressoren für die Industrie ab, um Anwendungen jenseits der reinen Stromerzeugung zu erschließen.
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Zeitplan und Marktumfeld
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit über die langen Entwicklungszyklen wider. Die Aktie notiert mit 11,40 US-Dollar rund 30 Prozent unter dem Jahresbeginn, konnte sich aber deutlich vom April-Tief bei 9,16 US-Dollar erholen. Der erste Reaktor soll erst Anfang der 2030er-Jahre ans Netz gehen.
Bis dahin bleibt NuScale von den Zeitplänen seiner Kunden abhängig. Marktbeobachter schätzen das globale Potenzial für SMRs bis 2035 auf 1,1 Billionen US-Dollar. Die technische Bewährungsprobe steht fest: Erst die erfolgreiche Inbetriebnahme des ersten Reaktors wird die Marktführerschaft im Sektor zementieren.
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