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Nel ASA Aktie: 135 Millionen Euro EU-Förderung für Herøya

22.05.2026 - 09:47:55 | boerse-global.de

Nel ASA startet neue alkalische Plattform, kämpft aber mit schwachem Auftragsbestand. EU-Förderung stützt den Ausbau in Herøya.

Nel ASA Aktie: 135 Millionen Euro EU-Förderung für Herøya - Foto: über boerse-global.de
Nel ASA Aktie: 135 Millionen Euro EU-Förderung für Herøya - Foto: über boerse-global.de

Nel ASA treibt den Umbau mit Tempo voran. Der Wasserstoff-Spezialist setzt auf eine neue alkalische Elektrolyseur-Plattform und arbeitet parallel an einer günstigeren PEM-Generation. Der Haken: Der Auftragsbestand bleibt dünn, und genau dieser Widerspruch prägt die nächsten Monate bis in die zweite Jahreshälfte 2026.

Die Aktie spiegelt diese Hoffnung bereits wider. Aktuell notiert sie bei 0,29 Euro und legt heute 3,41 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 50,50 Prozent zu Buche.

Neue Plattform, alte Umsatzfrage

Nel hat im Mai 2026 seine druckbasierte alkalische Plattform kommerziell gestartet. Hinter dem Produkt stehen mehr als acht Jahre Entwicklung und vollständige Prototypentests im norwegischen Herøya. Die Plattform soll die Investitionskosten je Megawatt senken, während viele Industrieprojekte zuletzt Gesamtsystemkosten von rund 3.000 US-Dollar je Kilowatt erreichten oder überstiegen.

Parallel dazu verfolgt Nel eine zweite Technologie-Schiene. Für 2026 plant das Management einen Prototypen-Stack für eine neue PEM-Plattform. Das Ziel sind Kostensenkungen auf Stack-Ebene von rund 70 Prozent.

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Das wäre ein wichtiger Hebel. Niedrigere Kapital- und Betriebskosten könnten die Wettbewerbsfähigkeit von Nel verbessern, falls die Industrialisierung gelingt. Der kommerzielle Durchbruch dürfte aber nicht kurzfristig kommen.

EU-Geld stützt Herøya-Ausbau

Die Industrialisierung der neuen alkalischen Plattform folgt auf eine Investitionsentscheidung aus dem Dezember 2025. In Herøya soll zunächst eine Produktionskapazität von bis zu 1 Gigawatt pro Jahr entstehen. Langfristig sieht der Plan einen Ausbau auf 4 Gigawatt vor.

Das Projekt hängt nicht allein an der eigenen Bilanz. Der EU Innovation Fund unterstützt die Industrialisierung mit bis zu 135 Millionen Euro und deckt damit bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten.

Eine weitere Zahlung von 11 Millionen Euro erwartet Nel im zweiten Quartal 2026. Das verschafft Sichtbarkeit bei der Finanzierung, ersetzt aber keine neuen Großaufträge.

PEM-Container als Umsatzbrücke

Kurzfristig setzt Nel stärker auf standardisierte, containerisierte PEM-Systeme. Sie eignen sich für Projekte zwischen 2,5 und 50 Megawatt und lassen sich typischerweise in weniger als 12 Monaten liefern. Das macht sie für Kunden attraktiv, die nicht auf komplexe Großanlagen warten wollen.

Für Nel ist das mehr als ein Nebenprodukt. Diese Einheiten können schneller Umsatz bringen und helfen, Lücken im Auftragseingang zu überbrücken.

Im April gewann Nel einen Folgeauftrag über 7 Millionen US-Dollar für containerisierte PEM-Ausrüstung. Den ersten Auftrag des laufenden Quartals beziffert das Unternehmen auf rund 70 Millionen NOK.

Sparkurs trifft Kapazität

Nel hat seine Kostenbasis deutlich gesenkt. Die Zahl der Beschäftigten liegt nur noch bei rund 300, ein Rückgang von 26 Prozent gegenüber dem Höchststand.

Seit dem ersten Quartal 2025 beträgt das Minus beim Personal 19 Prozent. Die Personalkosten sanken um 21 Prozent.

Der Sparkurs verbessert die kurzfristige Kostenstruktur. Er hat aber eine Kehrseite: Das Management warnt, dass Produktions- und Projektausführungskapazitäten gelitten haben. Wenn die Nachfrage plötzlich anzieht, könnte Nel weniger schnell hochfahren als geplant.

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Auch der Auftragsbestand bleibt der wunde Punkt. Das Management räumt ein, dass die aktuelle Pipeline nicht ausreicht, um 2027 eine nennenswerte Auslastung der Werke abzusichern. Zusätzliche Bestellungen im laufenden Jahr sind damit zentral für die operative Planung.

Bilanz gibt Luft, nicht Sicherheit

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor liegt in der PEM-Sparte. Teile erwarteter Forschungsförderungen werden seit Ende vergangenen Jahres geprüft und sind noch nicht ausgezahlt. Wann diese Gelder wieder fließen, kann das Management derzeit nicht abschätzen.

Die Bilanz bietet dennoch Puffer. Nel beendete das Quartal mit liquiden Mitteln von 1,4 Milliarden NOK und einem Auftragsbestand von 1,1 Milliarden NOK.

Operativ gibt es Lichtblicke. Die alkalische Sparte steigerte den Umsatz um 6 Prozent, das EBITDA verbesserte sich um 35 Millionen NOK.

Am 15. Juli 2026 legt Nel die Halbjahres- und Quartalszahlen vor. Dann rücken vor allem neue Bestellungen, die Nachfrage nach der Elektrolyseur-Plattform und mögliche Beiträge aus dem US-Versorgerauftrag in den Mittelpunkt. Bis dahin läuft die Aktie vor allem auf Technologiehoffnung — mit einem Auftragsbuch, das diese Hoffnung erst noch unterfüttern muss.

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