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Kraken Robotics Aktie: 35% Umsatzwachstum, Nettoverlust 3,3 Mio

30.05.2026 - 01:56:38 | boerse-global.de

Kraken Robotics verzeichnet ein deutliches Umsatzplus, rutscht jedoch in die Verlustzone. Die Aktie reagiert mit Kursverlusten, während die Auftragspipeline auf 262 Millionen Dollar anwächst.

Kraken Robotics Aktie: 35% Umsatzwachstum, Nettoverlust 3,3 Mio - Foto: über boerse-global.de
Kraken Robotics Aktie: 35% Umsatzwachstum, Nettoverlust 3,3 Mio - Foto: über boerse-global.de

Kraken Robotics verbucht ein dickes Umsatzplus – und stürzt dennoch in die Verlustzone. Die Aktie fällt am Freitag um fast sechs Prozent. Der maritime Technologiekonzern zeigt in seinem Q1-Bericht ein gespaltenes Bild: starke Nachfrage bei Batterien und Sonar-Systemen, aber steigende Kosten fressen den Gewinn auf.

Umsatzexplosion – aber der Gewinn bricht ein

Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 35 Prozent auf 21,7 Millionen kanadische Dollar – ein deutlicher Sprung. Vor allem der Produktverkauf legte um 50 Prozent auf 13,8 Millionen zu, getrieben durch die SeaPower-Unterwasserbatterien und die Synthetic-Aperture-Sonar-Systeme (SAS). Die kürzlich übernommene 3D at Depth trug ebenfalls bei. Der Service-Umsatz wuchs solide um 14 Prozent.

So weit, so gut. Doch der operative Druck nimmt zu. Kraken rutschte von einem kleinen Gewinn im Vorjahr in einen Nettoverlust von 3,3 Millionen kanadischen Dollar. Höhere Verwaltungskosten und Personalaufbau drückten auf die Marge. Die bereinigte EBITDA-Marge fiel von 17 auf 14 Prozent.

Marktreaktion: Kurs unter Druck

Anleger quittierten die Zahlen mit Enttäuschung. Der Kurs fiel am Freitag auf 4,61 Euro – ein Minus von 5,8 Prozent. Damit notiert die Aktie rund acht Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und fast 30 Prozent unter dem Jahreshoch von 6,57 Euro. Der RSI von 41 deutet auf leichte Abgaben hin.

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Der Blick aufs Jahreshoch relativiert: Auf Zwölfmonatssicht hat sich der Kurs mehr als verdreifacht. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von gut neun Prozent.

NATO-Übung als strategischer Meilenstein

Nach dem Quartalsende gelang Kraken ein prestigeträchtiger Auftritt. Das Unternehmen nahm an der multinationalen Marineübung SeaSEC Challenge Weeks 2026 teil – einem Manöver zum Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur. Sechs Nationen (Deutschland, Niederlande, Finnland, Dänemark, Schweden, Norwegen) gehören zur SeaSEC-Plattform.

Kraken setzte dort seine SAS- und MP-SAS-Systeme auf unbemannten Unterwasserfahrzeugen (UUVs) ein. Ein solcher Einsatz könnte Türen für Beschaffungsaufträge in der gesamten Allianz öffnen.

Auftragspipeline wächst auf 262 Millionen Dollar

Parallel dazu baut sich ein dicker Auftragspolster auf. Seit den Jahreszahlen 2025 hat Kraken weitere Bestellungen für SeaPower-Batterien und SAS hereingeholt. Die angekündigten Aufträge für 2026 belaufen sich nun auf rund 97 Millionen kanadische Dollar, im April waren es noch 87 Millionen.

Die Beteiligung Covelya, die Kraken übernehmen will, steuert weitere 165 Millionen Dollar bei – ebenfalls kräftig gestiegen. Die kombinierte Pipeline erreicht damit rund 262 Millionen Dollar. Das untermauert die Aussichten für die zweite Jahreshälfte.

Covelya-Übernahme: Startschuss im zweiten Quartal

Im März platzierte Kraken eine Kapitalerhöhung über 402,5 Millionen kanadische Dollar – zu 8,50 Dollar pro Bezugsschein. Das Geld liegt auf einem Treuhandkonto und dient der Finanzierung der Covelya-Übernahme. Der Abschluss wird für Ende des zweiten Quartals erwartet, sofern die behördlichen Genehmigungen vorliegen.

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Nach der Übernahme will Kraken eine aktualisierte Jahresprognose für das kombinierte Unternehmen vorlegen.

Ausblick: Zweite Jahreshälfte entscheidend

Die Prognose für das laufende Jahr bleibt unverändert: Umsatz zwischen 165 und 175 Millionen Dollar, bereinigtes EBITDA zwischen 40 und 50 Millionen. Das entspricht am Mittelpunkt einer Marge von über 26 Prozent – ein drastischer Sprung von den enttäuschenden 14 Prozent im ersten Quartal.

Das Management verweist auf das typische Muster der Vorjahre: Der überwiegende Teil der Erlöse fällt traditionell in der zweiten Jahreshälfte an. Der Investitionsplan sieht Ausgaben von 15 bis 18 Millionen Dollar vor. Ob Kraken die Lücke zwischen aktuellem Ergebnis und Jahresziel schließt, wird sich im Herbst zeigen – pünktlich zur Integration von Covelya.

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