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JinkoSolar Holding (ADR)-Aktie (US47759T1007): Was die neuesten Quartalszahlen und China-Risiken für Anleger bedeuten

20.05.2026 - 18:38:23 | ad-hoc-news.de

JinkoSolar Holding (ADR) hat frische Geschäftszahlen vorgelegt und bleibt einer der weltweit größten Solarmodulhersteller. Gleichzeitig belasten Preisdruck und China-Risiken die Bewertung. Was hinter den aktuellen Entwicklungen steckt und was Anleger besonders im Blick behalten.

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JinkoSolar Holding (ADR) zählt zu den global führenden Anbietern von Solarmodulen und profitiert grundsätzlich vom weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien. Zugleich steht das Unternehmen unter massivem Wettbewerbs- und Preisdruck im chinesisch geprägten Solarmarkt. Zuletzt hat JinkoSolar Geschäftszahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2024 vorgelegt, die ein gemischtes Bild aus starkem Absatzwachstum und rückläufigen Margen zeigen, wie aus einer Mitteilung vom 28.03.2025 hervorgeht, auf die etwa Reuters Stand 29.03.2025 verweist.

In diesem Jahresabschluss berichtete JinkoSolar für das Gesamtjahr 2024 ein deutliches Plus bei den ausgelieferten Solarmodulen, während Umsätze und Gewinne stärker unter dem Preisverfall litten. Der Konzern hob zugleich hervor, dass der Anteil hocheffizienter N-Typ-Module, insbesondere auf Basis der TOPCon-Technologie, kräftig gestiegen sei, wie sich aus Unternehmensangaben vom 28.03.2025 ergibt, die unter anderem von JinkoSolar IR Stand 28.03.2025 zusammengefasst wurden.

Stand: 20.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: JinkoSolar Holding
  • Sektor/Branche: Erneuerbare Energien, Solartechnik
  • Sitz/Land: Shanghai, China
  • Kernmärkte: China, Europa, USA, Lateinamerika, Nahost
  • Wichtige Umsatztreiber: Verkauf von Solarmodulen und -zellen, Solarkraftwerksprojekte, N-Typ-TOPCon-Module
  • Heimatbörse/Handelsplatz: NYSE (Ticker JKS), Handel auch an deutschen Börsenplätzen
  • Handelswährung: US-Dollar an der NYSE, Euro an deutschen Handelsplätzen

JinkoSolar Holding (ADR): Kerngeschäftsmodell

JinkoSolar Holding ist in der Photovoltaikindustrie tätig und zählt zu den größten Herstellern von Solarmodulen weltweit. Das Geschäftsmodell basiert im Kern auf der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von Silizium-Wafern, Solarzellen und Solarmodulen, die in Dachanlagen, Freiflächenkraftwerken und gewerblichen Lösungen eingesetzt werden. Die Gruppe bedient sowohl Projektentwickler als auch Installationsbetriebe und Großhändler in zahlreichen Regionen.

Ein wesentlicher Bestandteil des Kerngeschäfts besteht darin, hocheffiziente Produkte in großem Maßstab zu wettbewerbsfähigen Kosten zu fertigen. Dazu betreibt JinkoSolar vertikal integrierte Produktionskapazitäten, die von der Waferherstellung über die Zellenfertigung bis zur Modulassemblierung reichen. Durch diese Integration versucht das Unternehmen, Kostenvorteile zu realisieren und die Qualität über die gesamte Wertschöpfungskette zu kontrollieren. In den vergangenen Jahren hat der Konzern seine Kapazitäten deutlich ausgebaut, wie aus mehreren Produktionsankündigungen seit 2022 hervorgeht, auf die unter anderem Branchenportale wie Renewables Now Stand 10.01.2025 verweisen.

Die Nachfrage nach Solarmodulen hängt stark von nationalen Förderregimen und den Stromgestehungskosten im Vergleich zu fossilen Energieträgern ab. JinkoSolar positioniert sich dabei als Volumenanbieter mit Fokus auf Effizienztechnologien wie N-Typ-TOPCon und zunehmend auch bifaziale Module, die sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite Sonnenlicht in Strom umwandeln. Ein Teil des Geschäfts umfasst außerdem Projektentwicklung und Services, etwa bei der Planung und Inbetriebnahme größerer Solarkraftwerke, wobei der Schwerpunkt des Umsatzes weiterhin auf dem Modulverkauf liegt.

Die Gesellschaft ist über eine Holdingstruktur organisiert und nutzt Offshore-Vehikel, um internationale Börsennotierungen zu ermöglichen. Die in den USA gehandelten Papiere sind als American Depositary Receipts (ADRs) strukturiert und repräsentieren wirtschaftliche Ansprüche auf die zugrunde liegenden Aktien. Für Anleger bedeutet dies, dass sie an der Wertentwicklung des chinesischen Solarkonzerns partizipieren, zugleich aber ein zusätzliches Emittenten- und Strukturierungsrisiko der ADR-Ebene berücksichtigen müssen, wie aus Erläuterungen im Geschäftsbericht 2023 hervorgeht, der laut SEC Stand 02.04.2024 veröffentlicht wurde.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von JinkoSolar Holding (ADR)

Die zentrale Umsatzquelle von JinkoSolar sind Solarmodule, die weltweit in unterschiedlichsten Projekten verbaut werden. Dabei entfällt ein relevantes Volumen auf Utility-Scale-Anlagen, also große Solarparks, während Residential- und Commercial-Anwendungen in Europa, Nordamerika und Teilen Asiens zusätzliche Nachfrage generieren. Laut Geschäftsbericht für 2023, der am 02.04.2024 veröffentlicht wurde, entfielen in diesem Jahr ein großer Teil der Modullieferungen auf das chinesische Heimatgeschäft, gefolgt von Europa und weiteren Auslandsmärkten, wie JinkoSolar IR Stand 02.04.2024 berichtet.

Die Einführung von N-Typ-TOPCon-Modulen gilt bei JinkoSolar als wichtiger technologischer Treiber. Diese Module erreichen im Vergleich zu konventionellen P-Typ-PERC-Modulen höhere Wirkungsgrade und können die Stromgestehungskosten pro Kilowattstunde senken. In der Ergebnispräsentation zum Geschäftsjahr 2024 vom 28.03.2025 hob das Management hervor, dass der Absatz von N-Typ-Produkten im Jahresverlauf deutlich zugenommen habe und einen signifikanten Anteil an den Gesamtauslieferungen erreichte, wie Zusammenfassungen auf PV Tech Stand 29.03.2025 hervorheben.

Neben der Technologie spielt auch der Ausbau der Produktionskapazitäten eine wichtige Rolle. In China hat JinkoSolar in den vergangenen Jahren mehrere Fabriken für Wafer, Zellen und Module erweitert oder neu errichtet, um steigende Volumina zu bedienen. Gleichzeitig investiert der Konzern in internationale Fertigungsstandorte, insbesondere in Regionen wie Südostasien oder außerhalb Chinas, um potenziellen Handelsrestriktionen sowie Zöllen auf chinesische Produkte zu begegnen. Derartige Investitionen wurden unter anderem in Unternehmensmeldungen 2023 und 2024 beschrieben, auf die Branchenmedien wie PV Magazine Stand 15.11.2024 verwiesen.

Darüber hinaus beeinflussen die Rohstoffpreise, insbesondere für Polysilizium, Glas und Aluminium, die Kostenseite des Geschäfts. Nach einer Phase hoher Polysiliziumpreise erlebte die Branche ab 2023 einen deutlichen Preisrückgang, der zwar die Herstellungskosten reduzierte, gleichzeitig aber über intensiven Wettbewerb zu sinkenden Verkaufspreisen führte. Für JinkoSolar und andere Anbieter bedeutet dies, dass die Volumenentwicklung positiv sein kann, die Marge pro Modul jedoch unter Druck gerät. Diese Divergenz von Stückzahlen und Profitabilität prägte den Solarmarkt 2023 und 2024 stark, wie Analysen von S&P Global Commodity Insights Stand 20.12.2024 schildern.

Ein ergänzender Umsatztreiber sind Projekte und Systemlösungen. In einigen Märkten tritt JinkoSolar als Projektentwickler oder EPC-Dienstleister (Engineering, Procurement, Construction) auf und bietet schlüsselfertige Solaranlagen an. Diese Aktivitäten können neben dem Modulliefergeschäft zu zusätzlichen Einnahmen führen, sind aber oft kapitalintensiver und zyklischer. Deshalb stellt der Konzern in seinen Berichten regelmäßig heraus, wie hoch der Anteil dieser Aktivitäten ist und in welchen Regionen Schwerpunkte gesetzt werden. Für das Geschäftsjahr 2023 beschrieb JinkoSolar etwa, dass der Großteil des Geschäfts weiterhin im Modulverkauf lag, während Projektaktivitäten ergänzend beitrugen, wie aus dem am 02.04.2024 veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht, den JinkoSolar IR Stand 02.04.2024 dokumentiert.

Aktuelle Geschäftszahlen und Margenentwicklung

Die jüngsten verfügbaren Jahreszahlen von JinkoSolar zeigen ein Spannungsfeld aus starkem Volumenwachstum und rückläufigen Margen. Laut dem am 28.03.2025 veröffentlichten Bericht zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr 2024 steigerte das Unternehmen die gesamten Modul-Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich, während der Umsatz nur moderat zunahm und die Bruttomarge unter dem Druck sinkender Verkaufspreise nachgab, wie Berichte auf Reuters Stand 29.03.2025 zusammenfassen.

Im selben Bericht wurde beschrieben, dass die Bruttomarge im Gesamtjahr 2024 im Vergleich zu 2023 um mehrere Prozentpunkte zurückging. Das Management verwies dabei auf intensive Konkurrenz vor allem im chinesischen Heimatmarkt, Überkapazitäten in der Branche und den beschleunigten Übergang auf N-Typ-Technologien, der anfänglich höhere Investitionen erfordert. Die EBIT-Marge und die Nettomarge fielen im Jahresvergleich ebenfalls geringer aus, während der bereinigte Gewinn pro Aktie deutlich schwankte, wie aus der Ergebnispräsentation hervorgeht, auf die JinkoSolar IR Stand 29.03.2025 verweist.

Für das vierte Quartal 2024 selbst wies JinkoSolar einen Anstieg der ausgelieferten Modulkapazität aus, gleichzeitig blieb der Quartalsumsatz hinter dem Wachstum der Stückzahlen zurück. Dies deutet auf sinkende Durchschnittspreise hin, eine Entwicklung, die Branchenbeobachter quer durch den globalen Solarsektor bestätigten. Die Bruttomarge im vierten Quartal 2024 lag damit im Rahmen der zuvor kommunizierten Spanne, aber deutlich unter den Spitzenwerten früherer Jahre, wie Analysen auf PV Tech Stand 30.03.2025 erläutern.

Der operative Cashflow von JinkoSolar wurde stark von Veränderungen beim Working Capital beeinflusst, insbesondere durch Lagerbestände und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. In Jahren mit starkem Kapazitätsausbau und steigenden Auslieferungen können Vorräte und Forderungen ansteigen, was kurzfristig Liquidität bindet. Umgekehrt kann eine Normalisierung der Lagerbestände später in positiven Cashflow zurückgeführt werden. Der Jahresbericht 2023, veröffentlicht am 02.04.2024, hob hervor, dass der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit deutlich schwanken könne, abhängig von Marktbedingungen und Investitionszyklen, wie SEC Stand 02.04.2024 darstellt.

Die Verschuldung von JinkoSolar ist im Branchenvergleich nicht ungewöhnlich, da die Finanzierung von Fabriken und Projektpipelines in der Regel kreditintensiv ist. Im Jahresbericht 2023 wurde beschrieben, dass ein wesentlicher Teil der Verbindlichkeiten aus Bankkrediten und kurzfristiger Projektfinanzierung besteht, während der Konzern gleichzeitig über liquide Mittel und nicht ausgeschöpfte Kreditlinien verfügt. Die Nettoverschuldung bleibt damit ein wichtiger Kennwert, den Investoren im Auge behalten, insbesondere vor dem Hintergrund volatiler Modulpreise und potenzieller Schwankungen in der Nachfrage.

Regulatorisches Umfeld und politische Risiken

Als chinesischer Solarkonzern mit globalem Vertrieb ist JinkoSolar stark vom regulatorischen Umfeld in mehreren Regionen abhängig. In den USA stehen chinesische Hersteller seit Jahren unter verstärkter Beobachtung, unter anderem wegen Zöllen, Anti-Dumping-Verfahren und Gesetzen zur Vermeidung von Produkten aus bestimmten Regionen Chinas. Dies hat dazu geführt, dass JinkoSolar und andere Wettbewerber Produktionsstandorte außerhalb Chinas aufgebaut haben, um bestimmte Märkte besser bedienen zu können, wie etwa in Berichten aus 2023 und 2024 zu neuen Werken in Südostasien und anderen Standorten beschrieben wurde, auf die PV Magazine Stand 15.11.2024 verwies.

In Europa spielen insbesondere Diskussionen um Wettbewerbsverzerrungen durch staatliche Unterstützung chinesischer Solarfirmen sowie mögliche Schutzmaßnahmen eine Rolle. Gleichzeitig treibt die Europäische Union den Ausbau erneuerbarer Energien im Rahmen des Green Deal voran, was grundsätzlich eine höhere Nachfrage nach Solarmodulen bedeutet. Die Frage, in welchem Umfang europäische Anbieter gegenüber asiatischer Konkurrenz geschützt werden, bleibt politisch umstritten. Für JinkoSolar kann dies neben Chancen auch Risiken bringen, falls neue Zölle oder Beschränkungen eingeführt werden.

Im chinesischen Heimatmarkt selbst sind staatliche Programme und Ausbauziele für erneuerbare Energien ein wichtiger Treiber für die Nachfrage. China hat für die kommenden Jahre ambitionierte Ausbauziele für Photovoltaik formuliert, was den Absatz von Modulen unterstützen kann. Gleichzeitig führt die intensive Förderung der lokalen Industrie zu Überkapazitäten und intensivem Wettbewerb, wodurch sich Preiskämpfe verschärfen. Branchenanalysen von BloombergNEF Stand 18.09.2024 weisen darauf hin, dass der chinesische Solarmarkt zwar weiter wächst, aber durch starke Konsolidierungs- und Preisdruckphasen geprägt ist.

Zusätzlich sollten Anleger die spezifischen Risiken berücksichtigen, die mit der Börsennotierung chinesischer Unternehmen an US-Börsen verbunden sind. Dazu gehören potenzielle Anpassungen in der US-Gesetzgebung zur Rechnungslegung und Prüfung chinesischer Emittenten, etwa über den Holding Foreign Companies Accountable Act, sowie geopolitische Spannungen zwischen China und den USA. Diese Faktoren können sich auf die Handelbarkeit und die Bewertung von ADRs auswirken, wie Kommentierungen von Anwaltskanzleien und Marktbeobachtern zu chinesischen US-Listings in den Jahren 2023 und 2024 betonen.

Bedeutung von JinkoSolar Holding (ADR) für deutsche Anleger

Für Anleger in Deutschland ist JinkoSolar trotz der Hauptnotierung an der NYSE auch über verschiedene deutsche Handelsplätze zugänglich. Die Aktie wird unter anderem über Xetra, Frankfurt und Tradegate in Euro gehandelt, wobei sich die Kursentwicklung grundsätzlich an der US-Notierung orientiert. Kursdatenportale wie Börse Frankfurt Stand 15.05.2026 zeigen, dass das Papier regelmäßig gehandelt wird, auch wenn die Liquidität hinter großen Standardwerten zurückbleibt.

Deutsche Anleger, die in den Solarsektor investieren, sehen JinkoSolar häufig als Teil eines globalen Portfolios erneuerbarer Energien. Die Aktie wird mit anderen großen Modulherstellern verglichen, die in New York, Hongkong oder Shanghai gelistet sind. Gleichzeitig konkurriert JinkoSolar im Fokus der Anleger mit europäischen Solarunternehmen, die in Indizes wie TecDAX oder MDAX vertreten sind. Die Entscheidung, ob ein Engagement in einem chinesisch geprägten Wert wie JinkoSolar sinnvoll ist, hängt daher nicht nur von der Einschätzung des Solarmarkts, sondern auch von der individuellen Risikobereitschaft und der Einordnung von China-Risiken ab.

Währungseffekte spielen eine zusätzliche Rolle. Während die US-Notierung in US-Dollar geführt wird, erfolgt der Handel in Deutschland meist in Euro. Schwankungen im Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar können die Gesamtrendite beeinflussen, insbesondere für Anleger, die die Position länger halten. Zudem kann der Handel über unterschiedliche Börsenplätze zu leicht abweichenden Kursen führen, je nach Zeit und Liquidität.

Schließlich sind steuerliche Fragen zu berücksichtigen, etwa im Zusammenhang mit möglichen Quellensteuern auf Dividenden, falls das Unternehmen Ausschüttungen vornimmt. Viele wachstumsstarke Solarfirmen legen ihr Augenmerk jedoch stärker auf Reinvestitionen in Kapazitätserweiterungen und Technologien als auf regelmäßige Dividendenzahlungen, was sich in den vergangenen Jahren auch bei JinkoSolar gezeigt hat. Für die individuelle steuerliche Behandlung sind persönliche Rahmenbedingungen maßgeblich, die außerhalb der Perspektive einer allgemeinen Finanzberichterstattung liegen.

Branchentrends und Wettbewerbsposition von JinkoSolar Holding (ADR)

Der globale Solarmarkt erlebt seit Jahren ein starkes Nachfragewachstum, das von mehreren Trends getragen wird: steigende Klimaschutzambitionen, sinkende Kosten für Solartechnik und der Ausbau von Stromspeichern. Laut einer Analyse von S&P Global vom 15.11.2024 stieg die weltweit installierte Photovoltaikleistung 2023 deutlich an und soll auch in den kommenden Jahren weiter wachsen, wie S&P Global Market Intelligence Stand 15.11.2024 berichtet.

In diesem Umfeld konkurriert JinkoSolar mit anderen großen Modulproduzenten, darunter Longi Green Energy, Trina Solar, JA Solar und Canadian Solar. Die Wettbewerbsposition wird vorrangig über drei Faktoren bestimmt: Modulwirkungsgrad, Kostenstruktur und internationale Präsenz. JinkoSolar hat sich mit dem frühen und breiten Einsatz der N-Typ-TOPCon-Technologie einen Namen gemacht und regelmäßig Wirkungsgradrekorde oder hohe Effizienzwerte für seine Module gemeldet, wie News auf PV Magazine Stand 22.08.2024 darstellen.

Zugleich bleibt die Kostenführerschaft ein zentrales Thema. Chinesische Hersteller wie JinkoSolar profitieren von Skaleneffekten und einem breiten Zuliefernetzwerk, was die Herstellungskosten senken kann. Allerdings ist die gesamte Branche durch Überkapazitäten geprägt, was zu intensiven Preisrunden geführt hat. Anbieter mit weniger effizienten Strukturen geraten dabei stärker unter Druck, während große Player versuchen, durch Kostenführerschaft und technologischen Vorsprung ihre Position zu halten.

Regionale Diversifikation ist ein weiterer Baustein in der strategischen Ausrichtung von JinkoSolar. Während der Heimatmarkt China ein wichtiges Volumen stellt, sind Auslandsmärkte essenziell, um die Abhängigkeit von lokalen Förderprogrammen zu reduzieren. Europa, Nordamerika, Indien, Lateinamerika und der Nahe Osten wurden in den Geschäftsberichten als wichtige Absatzregionen genannt. Die Fähigkeit, unterschiedliche regulatorische Vorgaben, Zertifizierungen und Kundenanforderungen zu erfüllen, entscheidet dabei maßgeblich über die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Risiken und offene Fragen

Die Geschäftsentwicklung von JinkoSolar wird von mehreren Risiken beeinflusst, die Anleger bei ihrer Einschätzung berücksichtigen. Ein zentrales Risiko ist der anhaltende Preisdruck im Solarmarkt. Überkapazitäten und aggressive Expansion neue Kapazitäten können dazu führen, dass Modulpreise schneller sinken als es durch Effizienzgewinne kompensiert werden kann. In einem solchen Umfeld kann selbst starkes Volumenwachstum die Profitabilität nicht vollständig stützen, was sich in der Bruttomargenentwicklung der Jahre 2023 und 2024 widerspiegelte.

Ein weiteres Risiko sind regulatorische und handelspolitische Eingriffe. Neue Zölle, Anti-Dumping-Verfahren oder Importbeschränkungen für Solarmodule und -komponenten aus China könnten Absatzkanäle einschränken oder zusätzliche Kosten verursachen. Für JinkoSolar ist es daher entscheidend, mit einer globalen Produktionsstruktur flexibel auf unterschiedliche Rahmenbedingungen reagieren zu können. Ob der Ausbau internationaler Fertigungsstandorte ausreicht, um künftige Restriktionen zu umgehen, bleibt eine offene Frage.

Hinzu kommen makroökonomische Faktoren wie Zinsentwicklung und Finanzierungskosten. Viele Solarprojekte werden langfristig finanziert, sodass steigende Zinsen die Rentabilität einzelner Projekte oder die Investitionsbereitschaft dämpfen können. Gleichzeitig beeinflussen volatile Wechselkurse die Ergebnisse, da ein Teil der Umsätze, Kosten und Finanzierungen in unterschiedlichen Währungen anfällt. Für einen global agierenden Konzern wie JinkoSolar ist das Management von Währungs- und Zinsrisiken daher ein wiederkehrendes Thema.

Speziell für ADR-Anleger besteht außerdem ein Emittenten- und Strukturierungsrisiko. Änderungen im regulatorischen Rahmen für chinesische Listings in den USA, bilanzielle Fragen oder politische Spannungen zwischen China und westlichen Staaten können sich auf die Handelbarkeit und Bewertung der ADRs auswirken. In der Vergangenheit hatten Debatten um Prüfungsstandards und mögliche Delistings chinesischer Unternehmen immer wieder für Unsicherheit gesorgt. Wie dauerhaft diese Risiken reduziert werden können, hängt von den Entwicklungen im regulatorischen Dialog ab.

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Fazit

JinkoSolar Holding (ADR) bleibt einer der global wichtigsten Player im Solarmarkt und profitiert strukturell vom weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien. Die jüngsten Zahlen zum Geschäftsjahr 2024 zeigen jedoch, dass starker Volumenzuwachs allein nicht ausreicht, um den Druck sinkender Modulpreise vollständig auszugleichen. Margen und Gewinne reagieren sensibel auf Wettbewerb, Rohstoffkosten und die Dynamik der N-Typ-Umstellung.

Für deutsche Anleger, die über in Euro gehandelte ADRs oder Zweitnotierungen Zugang zur JinkoSolar-Aktie haben, stehen damit Chancen auf weiteres Wachstum im Solarsektor Unsicherheiten im chinesisch geprägten Marktumfeld und geopolitische Risiken gegenüber. Die Bewertung der Aktie wird folglich von der Einschätzung abhängen, in welchem Umfang es dem Unternehmen gelingt, seine technologische Position zu verteidigen, Kapazitäten profitabel auszulasten und regulatorische Hürden zu managen. Angesichts der Vielzahl von Einflussfaktoren dürfte JinkoSolar für risikobewusste Investoren ein Wert bleiben, der eine laufende Beobachtung von Markt- und Unternehmensmeldungen erfordert.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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