Evonik Aktie: 475 Millionen EBITDA im ersten Quartal
30.05.2026 - 04:57:30 | boerse-global.deEvonik bekommt von der DZ Bank mehr Vertrauen beim Kursziel. Die Analysten heben den fairen Wert auf 19 Euro an, lassen die Aktie aber bei „Halten“. Genau darin steckt der Kern der aktuellen Lage: operativ läuft es besser als erwartet, am Markt reicht das bisher nicht für neue Euphorie.
Peter Spengler verweist auf ein solides erstes Quartal. Evonik erreichte sein operatives Gewinnziel trotz schwierigem Umfeld, das bereinigte EBITDA lag bei 475 Millionen Euro und damit leicht über den erwarteten rund 450 Millionen Euro. Die Botschaft ist klar: Das Geschäft hält sich besser, als viele es in der Chemieschwäche vermuten.
Technik sendet Warnsignale
Der Börsenkurs erzählt eine andere Geschichte. Am Freitag schloss die Aktie bei 16,83 Euro, leicht unter der 50-Tage-Linie von 16,87 Euro. Die Bewegung wirkt klein, hat aber Signalwirkung. Der RSI liegt mit 74,4 bereits auf einem hohen Niveau, die kurze Überhitzung im Chart ist damit sichtbar.
Auf Wochensicht verlor das Papier 3,22 Prozent, auf Monatssicht 3,50 Prozent. Seit Jahresbeginn steht trotzdem noch ein Plus von 26,35 Prozent zu Buche. Das zeigt: Der Aufwärtstrend des Jahres ist intakt, kurzfristig ist die Dynamik aber abgeflaut.
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Chemie bleibt zäh
Auch das Umfeld hilft derzeit nur bedingt. Die Geschäftserwartungen in der Chemiebranche gehen zurück. Für Evonik könnte es im zweiten Quartal dennoch etwas Rückenwind geben, weil Kunden in der Region Naher Osten teils Vorräte aufbauen könnten. Das ist kein großer Trend, aber ein möglicher Puffer.
Beim Ausblick bleibt der Konzern selbst zuversichtlich. Für das zweite Quartal 2026 stellt Evonik ein bereinigtes EBITDA von mindestens 550 Millionen Euro in Aussicht. Im Vorjahr waren es 509 Millionen Euro. Das ist eine klare Ansage, auch wenn der Markt sie bislang nicht voll honoriert.
Hauptversammlung bringt Weichenstellungen
Spannend wird es im Juni auf der Hauptversammlung. Dann soll über eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie abgestimmt werden. Außerdem stehen Ermächtigungen für Wandel- und Optionsanleihen bis zu 1,25 Milliarden Euro sowie für bedingtes Kapital auf der Tagesordnung.
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Auch personell hat Evonik bereits nachgelegt. Der Vertrag von CEO Christian Kullmann läuft bis 2030, Michael Rauch hat im Mai den Finanzvorstand übernommen. Für Anleger bleibt damit vor allem entscheidend, ob die operative Stabilität in den kommenden Quartalen reicht, um den Kurs wieder klar über die 50-Tage-Linie und näher an das Ziel der DZ Bank zu bringen.
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