Eutelsat Aktie: LEO-Umsatz springt 65 Prozent
29.05.2026 - 06:09:16 | boerse-global.deSeit Jahresbeginn hat sich die Eutelsat-Aktie in Paris mehr als verdoppelt. Hinter der Rallye steckt kein Hype — sondern ein handfester Wandel im Geschäftsmodell.
LEO-Wachstum überstrahlt das Videogeschäft
Die Zahlen aus dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 liefern den Kern der Geschichte. Eutelsat meldete Anfang Mai einen Gesamtumsatz von 293,0 Millionen Euro — nominal leicht rückläufig, aber organisch um 3,1 Prozent gewachsen.
Der entscheidende Treiber ist das Satelliten-Konnektivitätsgeschäft. Der Umsatz aus dem LEO-Segment kletterte auf 62,2 Millionen Euro. Das entspricht einem organischen Wachstum von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Regierungsdienste legten um 11,8 Prozent zu. Mobile Konnektivität wuchs sogar um 27,0 Prozent — unter anderem dank LEO-gestützter Lösungen in der Ukraine.
Auf der anderen Seite steht das schrumpfende Videogeschäft. Der Videoumsatz fiel im dritten Quartal auf 128,0 Millionen Euro, ein organisches Minus von 13,3 Prozent. Sanktionen gegen russische Sender und ausgelaufene Kapazitätsverträge beschleunigen den Rückgang.
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Klare Ziele für 2028/29
Eutelsat hat seine Jahresziele bestätigt. Das LEO-Segment soll im laufenden Geschäftsjahr um 50 Prozent wachsen. Die Nettoverschuldung soll zum Jahresende das 2,7-fache des bereinigten EBITDA betragen.
Mittelfristig peilt das Management einen Umsatz aus dem operativen Geschäft von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro bis Ende 2028/29 an. Die Ziel-EBITDA-Marge liegt bei mindestens 65 Prozent.
Das sind ambitionierte Ziele. Eutelsat muss das LEO-Wachstum aufrechterhalten und gleichzeitig den Videorückgang abfedern — bei einer Bruttoinvestitionsquote von rund 900 Millionen Euro im laufenden Jahr.
Kurs auf Jahreshoch, RSI im Keller
Die Aktie notiert aktuell auf ihrem 52-Wochen-Hoch von 4,47 Euro. Seit Jahresbeginn entspricht das einem Plus von 150 Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 2,65 Euro — der Kurs notiert knapp 69 Prozent darüber.
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Auffällig: Der RSI liegt bei 21. Das signalisiert technisch eine stark überverkaufte Lage — obwohl der Kurs steigt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von rund 89 Prozent zeigt, wie heftig die Ausschläge zuletzt waren.
Die nächste Bewährungsprobe kommt am 7. August 2026. Dann legt Eutelsat die Jahreszahlen für 2025/26 vor — und der Markt wird prüfen, ob das LEO-Wachstum die Videoeinbußen tatsächlich dauerhaft kompensieren kann.
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