Empresa Nacional de Telecomunicaciones-Aktie (CL0002262336): Starlink-Partnerschaft, Q1-Zahlen und Wettbewerb in Chile im Fokus
19.05.2026 - 12:25:30 | ad-hoc-news.deDie Empresa Nacional de Telecomunicaciones-Aktie rückt bei Anlegern wieder stärker in den Fokus, nachdem das Unternehmen jüngst Zahlen zum ersten Quartal 2026 vorgelegt und zugleich von strukturellen Marktbewegungen im chilenischen Telekomsektor profitiert hat. Parallel gewinnt eine Kooperation mit Starlink in Bolivien an Sichtbarkeit, die einen zusätzlichen Wachstumskanal im Satelliteninternet eröffnen könnte. Für deutsche Privatanleger wirft dies die Frage auf, wie sich die Kombination aus soliden Marktanteilen, Infrastrukturinvestitionen und neuen Partnerschaften langfristig auf das Profil des lateinamerikanischen Telekomkonzerns auswirkt.
Auslöser für das jüngste Interesse sind mehrere Signale aus den vergangenen Wochen: Am 05.05.2026 wurden im Rahmen eines Earnings-Calls die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vorgestellt, wie ein Transkript bei MarketScreener dokumentiert, das auf Daten der Börse in Santiago verweist (MarketScreener Stand 15.05.2026). Parallel zeigte ein aktueller Branchenbericht der chilenischen Subsecretaría de Telecomunicaciones (Subtel) zum ersten Quartal, dass Entel im Mobilfunk mit einem Marktanteil von 34,2 Prozent klar führt und im Festnetzgeschäft in wichtigen Segmenten Marktanteile gewinnt, wie die Tageszeitung La Tercera berichtet (La Tercera Stand 10.05.2026). Zudem erhielt das Satelliteninternet-Angebot Starlink in Bolivien innerhalb von nur drei Monaten rund 40.000 Installationen, was direkt mit der bestehenden Partnerschaft zwischen Entel und Starlink in dem Andenstaat verknüpft ist, wie das Fachportal DPL News berichtet (DPL News Stand 14.05.2026).
Stand: 19.05.2026
Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.
Auf einen Blick
- Name: Empresa Nacional de Telecomunicaciones
- Sektor/Branche: Telekommunikation, Mobilfunk, Festnetz, Datendienste
- Sitz/Land: Santiago de Chile, Chile
- Kernmärkte: Chile, Bolivien sowie ausgewählte regionale Unternehmens- und Wholesale-Kunden
- Wichtige Umsatztreiber: Mobilfunkdienste, Festnetz-Breitband inklusive Glasfaser, Unternehmenslösungen, Cloud- und Rechenzentrumsdienste sowie ergänzend Satelliten- und Wholesale-Angebote
- Heimatbörse/Handelsplatz: Bolsa de Comercio de Santiago (Ticker: ENTEL)
- Handelswährung: Chilenischer Peso (CLP)
Empresa Nacional de Telecomunicaciones: Kerngeschäftsmodell
Empresa Nacional de Telecomunicaciones, im Markt üblicherweise als Entel Chile bezeichnet, zählt zu den führenden integrierten Telekommunikationsanbietern in Chile. Das Unternehmen erzielt einen Großteil seiner Erlöse mit Mobilfunkdiensten für Privat- und Geschäftskunden, darunter Sprach- und Datentarife, Gerätefinanzierungen sowie Zusatzservices wie Roaming und digitale Mehrwertdienste. Eine weitere tragende Säule ist das Festnetzgeschäft mit Breitbandanschlüssen für Haushalte und Unternehmen, das zunehmend auf Glasfaser basiert und damit höhere Bandbreiten und stabilere Verbindungen ermöglicht. Im Unternehmenssegment bietet Entel darüber hinaus Netzwerk- und IT-Lösungen, Cloud-Services und Rechenzentrumsleistungen an, die auf die Digitalisierung von Firmenkunden abzielen.
Historisch hat Entel Chile eine starke Position im Mobilfunk ausgebaut und diese durch kontinuierliche Investitionen in Netzqualität, LTE- und 5G-Infrastruktur sowie durch wettbewerbsfähige Tarifmodelle gefestigt. Nach den jüngsten Subtel-Zahlen zum ersten Quartal des laufenden Jahres hält Entel im Mobilfunkmarkt einen Anteil von 34,2 Prozent, was einem Anstieg von 1,3 Prozentpunkten im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2025 entspricht, wie La Tercera unter Berufung auf die Regulierungsdaten berichtet (La Tercera Stand 10.05.2026). Diese führende Stellung erlaubt es dem Unternehmen, Skalenvorteile bei Netzbetrieb und Kundenbetreuung zu nutzen und zugleich attraktive Bündelangebote mit Festnetz- und TV-Diensten zu platzieren.
Im Festnetzsegment ist Entel im chilenischen Markt vor allem im Bereich Glasfaser und qualitativ hochwertiger Verbindungen gewachsen. Die Subtel-Statistik zum ersten Quartal zeigt, dass kleinere und mittelgroße Anbieter im Breitbandbereich zuletzt Marktanteile zulasten der bisherigen Platzhirsche gewinnen. Entel gehört in diesem Kontext zu den Unternehmen, die laut Bericht in den letzten zwölf Monaten zu den Gewinnern zählen und ihren Festnetzkundenstamm um 12,3 Prozent steigern konnten, während etablierte Anbieter Marktanteile abgeben mussten, wie La Tercera ausführt (La Tercera Stand 10.05.2026). Die hohe Verbreitung von Glasfaser, die im chilenischen Markt laut Subtel im ersten Quartal einen Anteil von rund 85,3 Prozent an den Festnetzanschlüssen erreicht, steigert die Relevanz von Netzbetreibern, die über skalierbare Faserinfrastrukturen verfügen.
Über den Heimmarkt Chile hinaus ist Entel in ausgewählten internationalen Aktivitäten präsent, insbesondere in Bolivien, wo das Unternehmen als Partner im Mobilfunk- und Breitbandbereich agiert. In Bolivien wird der Telekomsektor von strukturell hohen Investitionsbedarfen geprägt, da weite ländliche Regionen bislang unterversorgt sind. Hier zielt Entel darauf ab, mit Mobilfunk, Festnetzdiensten und neuerdings verstärkt mit satellitengestützten Lösungen die digitale Kluft zu verringern. Die Kooperation mit Starlink, einem Anbieter von Satelliteninternetdiensten, eröffnet dabei neue Möglichkeiten, um auch entlegene Gebiete mit brauchbaren Bandbreiten zu versorgen, die bisher nur eingeschränkt über terrestrische Infrastrukturen erreichbar waren, wie DPL News berichtet (DPL News Stand 14.05.2026).
Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Empresa Nacional de Telecomunicaciones
Die bedeutendste Umsatzquelle von Empresa Nacional de Telecomunicaciones ist nach wie vor das Mobilfunkgeschäft in Chile, das sich durch hohe Penetration, steigenden Datenverbrauch und die Einführung leistungsfähiger 4G- und 5G-Netze auszeichnet. Die Nachfrage nach mobilen Datendiensten wächst durch Videostreaming, Social Media und mobile Unternehmensanwendungen kontinuierlich, was zu höheren durchschnittlichen Erlösen pro Kunde führen kann, sofern der Wettbewerbsdruck dies zulässt. Zudem spielt die Kundenbindung über Postpaid-Verträge und gekoppelten Hardwareverkauf eine Rolle, da Smartphones häufig über Ratenmodelle oder subventionierte Angebote vertrieben werden. Hier kann Entel die breite Kundenbasis nutzen, um Zusatzpakete wie Cloudspeicher, Sicherheitstools oder Entertainmentdienste zu vermarkten.
Ein weiterer zentraler Wachstumstreiber ist das Festnetz-Breitbandgeschäft, bei dem Entel zunehmend auf Glasfaser setzt. Die Subtel-Statistik zeigt, dass in Chile im ersten Quartal der Anteil von Glasfaseranschlüssen an allen Festnetzverbindungen bei rund 85,3 Prozent lag, während ältere Technologien wie HFC mit 10,6 Prozent und andere drahtlose Lösungen inklusive Satelliteninternet lediglich 3,6 Prozent ausmachen (La Tercera Stand 10.05.2026). Für Entel bedeutet der Ausbau von Glasfasernetzen hohe Investitionen, bietet aber zugleich die Chance, langfristig stabile, wiederkehrende Einnahmen mit geringen Ausfallraten zu sichern. Insbesondere Bündelprodukte, die Internet, Festnetztelefonie und TV oder Streaming kombinieren, dienen als Instrument zur Erhöhung der Kundenloyalität und zur Differenzierung gegenüber reinen Mobilfunkanbietern.
Im Unternehmens- und Wholesale-Segment generiert Entel Erlöse mit Vernetzungslösungen für Firmenkunden, IP- und Datendiensten, Cloud- und Rechenzentrumsservices sowie internationalen Leitungen. Für Geschäftskunden sind Themen wie Ausfallsicherheit, Latenzzeiten, Cybersecurity und Compliance von zentraler Bedeutung, weshalb Telekomunternehmen mit stabilen Netzen und integrierten IT-Angeboten profitieren können. Entel positioniert sich hier als Partner für digitale Transformation, etwa indem es Firmen Virtual Private Networks, Software-Defined-WAN-Lösungen oder Managed-Services offeriert. Diese Angebote können margenstärker sein als das klassische Massengeschäft mit Privatkunden, verlangen aber kontinuierliche Investitionen in Know-how, Plattformen und Sicherheitsarchitektur.
Eine zusätzliche Rolle spielt der Bereich Satelliten- und ländliche Konnektivität, insbesondere in Märkten wie Bolivien. DPL News berichtet, dass in Bolivien seit Februar dieses Jahres rund 40.000 Starlink-Installationen durchgeführt wurden, die direkt mit einer Partnerschaft zwischen Entel und Starlink verknüpft sind, mit der die digitale Kluft reduziert werden soll (DPL News Stand 14.05.2026). Der dortige Regulierer ATT erklärte laut Bericht, dass Starlink eine sechsmonatige experimentelle Lizenz erhalten habe, während gleichzeitig an einem endgültigen Regelwerk gearbeitet wird, das auch anderen Anbietern den Markteintritt unter regulären Wettbewerbsbedingungen ermöglichen soll. Für Entel eröffnet diese Kooperation die Perspektive, seine Rolle als nationaler Infrastrukturpartner zu stärken, indem es konvergente Angebote aus Mobilfunk, Festnetz und Satellitendiensten schnürt.
Im Kontext der jüngsten finanziellen Performance ist zudem relevant, wie sich diese Umsatztreiber in den Quartalszahlen niederschlagen. Laut einem Transkript des Earnings-Calls zum ersten Quartal 2026, das bei MarketScreener dokumentiert ist, präsentierte Empresa Nacional de Telecomunicaciones ihre Kennzahlen für die ersten drei Monate des Jahres am 05.05.2026 (MarketScreener Stand 15.05.2026). Im Mittelpunkt standen dabei typischerweise Kennziffern wie Umsatzentwicklung, EBITDA, Nettoergebnis und Investitionsvolumen, wobei der Konzern häufig die Belastung durch Infrastrukturprojekte im Mobilfunk und Glasfaserausbau, aber auch Effizienzprogramme im Betrieb hervorhebt. Konkrete Zahlen wurden im Transkript von MarketScreener in Verbindung mit der Entwicklung des chilenischen Pesos und der Nachfrage im Unternehmenssegment diskutiert, ohne dass hier ein detaillierter Ausblick für das Gesamtjahr 2026 im Vordergrund stand.
Offizielle Quelle
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Zur offiziellen WebsiteBranchentrends und Wettbewerbsposition
Die Telekombranche in Chile befindet sich in einem intensiven Wettbewerbsumfeld, das gleichzeitig durch hohen Investitionsbedarf in Netzinfrastruktur und regulatorische Anforderungen geprägt ist. Laut Subtel-Bericht zum ersten Quartal beträgt die Gesamtzahl der Festnetz-Breitbandanschlüsse im Land rund 4,9 Millionen, was einem Anstieg von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht (La Tercera Stand 10.05.2026). Gleichzeitig verschiebt sich die Marktstruktur, da kleinere Anbieter und Herausforderer im Festnetzsegment Marktanteile hinzugewinnen, während bis dato dominierende Player etwas an Gewicht verlieren. Entel positioniert sich dabei als einer der Hauptprofiteure dieser Verschiebung, indem das Unternehmen seine Glasfasernetze sukzessive erweitert und neue Kundengruppen anspricht.
Im Mobilfunksegment bleibt der Wettbewerb intensiv, doch Entel konnte laut Subtel-Zahlen zum ersten Quartal seinen Marktanteil auf 34,2 Prozent steigern, während Konkurrenten wie Movistar und ClaroVTR jeweils Anteile abgaben. La Tercera berichtet, dass Movistar im Mobilfunk einen Marktanteil von 23,1 Prozent erreicht, was 0,8 Prozentpunkte weniger als im März 2025 sind, während ClaroVTR mit 21,3 Prozent einen Rückgang von 1 Prozentpunkt verzeichnet (La Tercera Stand 10.05.2026). Die Fähigkeit von Entel, in diesem Umfeld Marktanteile aufzubauen, deutet darauf hin, dass sowohl Netzqualität als auch Tarifstruktur bei Kunden gut angenommen werden. Zugleich bringt dieser Wettbewerb einen anhaltenden Preisdruck mit sich, der die Margen belasten und damit die Profitabilität begrenzen kann.
Ein structureller Branchentrend ist die zunehmende Konvergenz von Diensten: Kunden erwarten gebündelte Angebote, die Mobilfunk, Festnetz, TV und digitale Services umfassen. Unternehmen, die über integrierte Netze und Plattformen verfügen, sind besser in der Lage, solche Pakete zu schnüren und Synergien zu heben. Entel kann hier auf Erfahrung im integrierten Angebot bauen, muss jedoch weiterhin in Technologie und Kundenservice investieren, um nicht von aggressiven Wettbewerbern oder neuen Marktteilnehmern verdrängt zu werden. Parallel nimmt die Bedeutung von Cloud- und Securitylösungen zu, wodurch der Telekomsektor noch stärker mit IT-Dienstleistungen verschmilzt. Für Entel eröffnen sich dadurch zusätzliche Erlöse im B2B-Segment, erfordern aber auch erhebliche Investitionen in Kompetenzaufbau und Partnerschaften.
Stimmung und Reaktionen
Warum Empresa Nacional de Telecomunicaciones für deutsche Anleger relevant ist
Für deutsche Privatanleger ist Empresa Nacional de Telecomunicaciones vor allem als ausländische Telekomaktie aus einem Wachstumsmarkt interessant, die Diversifikationsmöglichkeiten abseits Europas bieten kann. Der chilenische Telekommarkt zeichnet sich durch eine im regionalen Vergleich hohe Durchdringung mit Mobilfunk- und Breitbanddiensten aus, was für stabile Nachfrage sorgt. Gleichzeitig existieren in Chile und Bolivien nach wie vor ländliche Regionen und unterversorgte Gebiete, in denen der Ausbau von Glasfaser und Satelliteninternet langfristiges Wachstum ermöglichen könnte. Entel ist in diesem Umfeld als einer der führenden Anbieter positioniert und partizipiert an der zunehmenden Digitalisierung von Haushalten und Unternehmen, wie die Subtel-Statistiken zum ersten Quartal mit den steigenden Breitbandanschlüssen dokumentieren (La Tercera Stand 10.05.2026).
Hinzu kommt, dass viele große internationale Telekomkonzerne verstärkt auf Effizienz und Cashflow achten, während in Lateinamerika zugleich noch signifikante Investitionsbedarfe im Netz bestehen. Entel kombiniert eine starke Marktposition im Heimatland mit Wachstumspotenzen in angrenzenden Märkten wie Bolivien, wo über Kooperationen mit Anbietern wie Starlink Zugang zu neuen Kundensegmenten möglich ist. DPL News berichtet von 40.000 Starlink-Installationen in Bolivien innerhalb von drei Monaten und verweist darauf, dass diese Entwicklung eng mit der Entel-Partnerschaft verbunden sei (DPL News Stand 14.05.2026). Für Anleger mit Fokus auf Infrastruktur- und Versorgerwerte kann eine solche Kombination aus relativ defensivem Telekomgeschäft und selektiven Wachstumsinitiativen von Interesse sein, allerdings immer im Bewusstsein länderspezifischer Risiken.
Ein weiterer Aspekt für deutsche Investoren ist die Handelbarkeit der Aktie. Entel wird primär an der Börse in Santiago im chilenischen Peso gehandelt, wie MarketScreener anhand der ISIN CL0002262336 und des Tickers ENTEL ausweist (MarketScreener Stand 15.05.2026). Je nach Broker können aber auch Handelsmöglichkeiten an alternativen Märkten oder über Zertifikate bestehen. Deutsche Anleger müssen bei einem Engagement in der Regel sowohl das Unternehmensrisiko als auch das Währungsrisiko des chilenischen Pesos berücksichtigen. Wechselkursbewegungen können die in Euro gerechnete Rendite deutlich beeinflussen, insbesondere wenn der Peso gegenüber dem Euro schwankt, was bei Schwellenländerwährungen nicht unüblich ist.
Welcher Anlegertyp könnte Empresa Nacional de Telecomunicaciones in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein
Unternehmensprofile wie Empresa Nacional de Telecomunicaciones könnten eher für Anleger interessant sein, die eine Kombination aus Infrastrukturorientierung, stabilen Cashflows und moderatem Wachstum in Schwellenländern suchen. Telekomwerte gelten häufig als defensiver Bestandteil eines Portfolios, weil der Bedarf an Kommunikation und Datenübertragung auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten stabil bleibt. Investoren, die auf längerfristige Trends wie den Ausbau von Glasfaser, 5G und Satelliteninternet setzen und bereit sind, geografische Diversifikation in Lateinamerika zu akzeptieren, könnten Entel daher als Baustein einer breiter gefassten Infrastruktur- oder Dividendenstrategie ins Auge fassen, sofern sie das spezifische Länderrisiko berücksichtigen.
Vorsichtiger agierende Anleger, die stark auf Währungsstabilität und hohe Transparenz setzen, sollten hingegen bedenken, dass Investitionen in lateinamerikanische Märkte mit erhöhten Schwankungen verbunden sein können. Politische Entwicklungen, regulatorische Eingriffe in Tarife oder Netzbedingungen sowie makroökonomische Veränderungen in Chile und Bolivien können den Unternehmenswert und die Kursentwicklung beeinflussen. Zudem konkurriert Entel auf seinen Märkten mit internationalen und regionalen Anbietern, was trotz der aktuellen Marktanteilsgewinne insbesondere im Festnetzbereich ein anhaltend intensives Wettbewerbsumfeld bedeutet, wie der Subtel-Bericht mit den Marktanteilen im Festnetz- und Mobilfunkgeschäft dokumentiert (La Tercera Stand 10.05.2026). Kurzfristig orientierte Trader, die primär auf hohe Liquidität und enge Spreads in Europa aus sind, könnten daher eher in anderen Titeln aktiv sein.
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Risiken und offene Fragen
Beim Blick auf Empresa Nacional de Telecomunicaciones sollten Anleger mehrere Risikofaktoren im Hinterkopf behalten. Ein zentrales Risiko liegt im hohen Kapitalbedarf der Branche: Der Ausbau von 5G-Netzen, die Verdichtung des Mobilfunknetzes und die flächendeckende Glasfasererschließung erfordern kontinuierlich hohe Investitionen. Dies kann sich auf die Verschuldung und die freie Liquidität des Unternehmens auswirken und die finanzielle Flexibilität einschränken, insbesondere wenn sich konjunkturelle Bedingungen verschlechtern oder die Finanzierungskosten steigen. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass sich erwartete Nachfrageimpulse weniger dynamisch entwickeln als geplant, was die Amortisation der Infrastruktur deutlich verlängern könnte.
Zudem unterliegt der Telekomsektor in Chile und Bolivien einem engen regulatorischen Rahmen. Entscheidungen der Regulierungsbehörden, etwa zu Lizenzvergaben, Frequenzgebühren, Interconnection-Regelungen oder zu Preisobergrenzen für bestimmte Dienste, können direkte Auswirkungen auf die Profitabilität haben. In Bolivien wurde Starlink zunächst eine sechsmonatige experimentelle Lizenz erteilt, während laut ATT-Direktor Carlos Agreda noch an einem endgültigen Regulierungsrahmen gearbeitet wird, der Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer definiert, wie DPL News berichtet (DPL News Stand 14.05.2026). Ein späterer regulatorischer Kurswechsel könnte die Rahmenbedingungen für Entel und seine Partner im Satellitenbereich verändern. Hinzu kommen allgemeine politische und wirtschaftliche Risiken in der Region, die Wechselkurs, Nachfrage und Investitionsklima beeinflussen können.
Wichtige Termine und Katalysatoren
Für die weitere Kursentwicklung der Empresa Nacional de Telecomunicaciones-Aktie dürften vor allem die kommenden Quartals- und Jahreszahlen entscheidende Katalysatoren sein. Mit dem Earnings-Call zum ersten Quartal 2026, der am 05.05.2026 stattfand, hat das Management einen Zwischenstand zu Umsatz, Ergebnis und Investitionsprogrammen geliefert, wie das Transkript bei MarketScreener dokumentiert (MarketScreener Stand 15.05.2026). Für Anleger sind insbesondere Aussagen zum Fortschritt beim Glasfaserausbau, zur Monetarisierung von 5G-Diensten und zur Entwicklung der Unternehmenssparte relevant. Ebenso wichtig sind mögliche Hinweise des Managements auf Dividendenpolitik, Schuldenabbau oder potenzielle Portfolioanpassungen in einzelnen Märkten.
Neben den regulären Berichtsterminen können regulatorische Entscheidungen und Branchentrends als Katalysatoren wirken. Die endgültige Ausgestaltung des Lizenzrahmens für Satelliteninternet in Bolivien, an dem laut DPL News der Regulierer ATT derzeit arbeitet, könnte bestimmen, in welchem Umfang Entel langfristig von der Starlink-Kooperation profitiert (DPL News Stand 14.05.2026). Zugleich können neue Frequenzauktionen oder die Vergabe von Spektrum für 5G und zukünftige Mobilfunkstandards in Chile wertrelevante Entscheidungen darstellen. Marktbeobachter achten darüber hinaus auf M&A-Aktivitäten im Telekomsektor, da Konsolidierungen oder Kooperationen die Wettbewerbssituation verändern können. Entel könnte in diesem Umfeld als Partner oder Ziel in strategischen Allianzen eine Rolle spielen, was sich kurz- bis mittelfristig auf die Wahrnehmung am Kapitalmarkt auswirken würde.
Fazit
Die Empresa Nacional de Telecomunicaciones-Aktie verbindet die Merkmale eines etablierten Telekomkonzerns mit der Dynamik eines lateinamerikanischen Marktes, in dem weiterhin erheblicher Infrastrukturbedarf besteht. Der jüngste Subtel-Bericht zum ersten Quartal zeigt, dass Entel sowohl im Mobilfunk als auch in Teilen des Festnetzgeschäfts Marktanteile gewinnt und damit seine Position gegenüber Wettbewerbern festigt, während die Kooperation mit Starlink in Bolivien laut DPL News mit rund 40.000 Installationen in nur drei Monaten einen Hinweis auf zusätzliche Wachstumspotenziale im Satellitenbereich liefert. Der Earnings-Call zum ersten Quartal 2026, wie von MarketScreener dokumentiert, unterstreicht zudem die Bedeutung laufender Investitionsprogramme und Effizienzmaßnahmen für die künftige Ergebnisentwicklung. Für deutsche Anleger stellt Entel damit ein international orientiertes Infrastrukturinvestment dar, dessen Chancen und Risiken eng an regulatorische Rahmenbedingungen, Währungseffekte und die Wettbewerbsintensität im chilenischen und bolivianischen Telekommarkt geknüpft bleiben.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.
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