Eli Lilly Aktie: Haisco-Deal mit Milliardenpotenzial
02.06.2026 - 01:36:37 | boerse-global.deEli Lilly hat den Juni mit einer ungewöhnlichen Ansage eröffnet: Drei Lizenz- und Kooperationsvereinbarungen an nur einem Handelstag. Der Pharmariese erweitert sein Pipeline-Spektrum weit über die milliardenschwere GLP-1-Franchise hinaus.
Camurus-Partnerschaft ausgeweitet
Den Anfang machte Camurus. Der schwedische Biotech-Konzern gab bekannt, dass Lilly seine Option auf Amylin-Rezeptoragonisten gezogen hat. Das erweitert die bestehende Zusammenarbeit um eine dritte Wirkstoffklasse. Insgesamt umfasst der Vertrag nun bis zu vier Lilly-eigene Verbindungen – darunter duale GLP-1/GIP-Agonisten, Tripel-Agonisten und eben Amylin-Wirkstoffe.
Die Technologie dahinter: Camurus' FluidCrystal-Plattform setzt auf körpereigene Lipide, um Wirkstoffe über Wochen freizusetzen. Eine einzige Injektion soll reichen.
Für Camurus stehen bis zu 290 Millionen Dollar an Meilensteinen im Raum, plus 580 Millionen Dollar umsatzabhängige Zahlungen. Dazu kommen gestaffelte Royalties im mittleren einstelligen Prozentbereich. Allein die Optionsauslösung bringt Camurus fünf Millionen Dollar ein.
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Haisco-Deal mit Milliardenpotenzial
Parallel dazu sicherte sich Lilly eine Kooperation mit dem chinesischen Haisco Pharmaceutical. Der Vertrag umfasst bis zu fünf innovative Target-Programme. Haisco übernimmt die Entdeckung und Identifikation, Lilly die klinische Entwicklung und Vermarktung.
Die Finanzen: 87 Millionen Dollar fließen sofort oder kurzfristig. Dazu kommen potenzielle Meilensteine von knapp drei Milliarden Dollar. Ein Milliardenpakt – und ein klares Signal für die wachsende Bedeutung chinesischer Biotech-Firmen.
Hanmi-Lizenz: GLP-2 gegen Kurzdarmsyndrom
Der dritte Deal des Tages: Lilly sichert sich die globalen Rechte (außerhalb Südkoreas) an Sonefpeglutid. Das Kandidatmolekül ist ein GLP-2-Analogon, das auf Hanmis LAPSCOVERY-Plattform basiert. Es befindet sich derzeit in Phase-2-Studien gegen Kurzdarmsyndrom. Lilly prüft zusätzliche Indikationen.
Doppelstrategie mit Substanz
Die drei Deals zeigen ein klares Muster: Lilly baut sein metabolisches und immunologisches Portfolio über asiatische Partnerschaften aus. Gleichzeitig stärkt der Konzern mit Impfstoff-Akquisitionen das Infektionsgeschäft. Das Ziel sind differenzierte Therapien für Short-Bowel-Syndrom, Autoimmunerkrankungen oder Gürtelrose.
Ein schwacher Kurstag nach starkem Mai
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Die Aktie gab am Montag leicht nach. Der Kurs fiel auf 929,50 Euro – ein Minus von rund zwei Prozent nach dem Schlusskurs von Freitag. Der Rücksetzer folgt auf einen starken Mai, in dem das Papier über 14 Prozent zulegte – der beste Monat des Jahres. Mit einem RSI von 94,6 gilt die Aktie kurzfristig als überkauft. Dennoch notiert sie deutlich über allen wichtigen Durchschnittslinien und liegt nur vier Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 968,10 Euro.
Am 9. Juni tritt Lilly beim Goldman Sachs Healthcare Conference auf. Finanzvorstand Kenneth Custer wird ab 21:20 Uhr deutscher Zeit an einem Fireside-Chat teilnehmen. Anleger dürften gespannt sein, ob es weitere Deals oder Pipeline-Updates gibt.
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