DAX, Unterstützung

DAX: Ölpreisschock trifft Unterstützung

18.05.2026 - 17:09:36 | boerse-global.de

Geopolitische Spannungen und steigende Rohstoffpreise drücken den DAX. Brent-Öl erreicht 111 Dollar, während Anleger auf Risikovermeidung setzen.

DAX: Ölpreisschock trifft Unterstützung - Foto: über boerse-global.de
DAX: Ölpreisschock trifft Unterstützung - Foto: über boerse-global.de

Der deutsche Leitindex startet mit spürbaren Verlusten in die neue Handelswoche. Rund 23.830 Punkte — das sind etwa 0,5 Prozent weniger als zum Freitagsschluss. Treiber der Schwäche ist eine Mischung aus geopolitischer Anspannung und steigenden Rohstoffpreisen, die Anleger konsequent zur Risikovermeidung treibt.

Trumps Drohungen heizen den Ölpreis an

Der Kern des Problems liegt im Nahen Osten. Neue verbale Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran haben Befürchtungen vor einer militärischen Eskalation neu entfacht. Israel bereitet sich laut Berichten auf mögliche gemeinsame Angriffe vor. Das Ergebnis: Brent-Öl kletterte auf rund 111 Dollar je Fass — ein Anstieg von etwa 1,6 Prozent binnen eines Handelstages.

Für die Unternehmen im DAX bedeutet das eine Doppelbelastung. Höhere Energiekosten treffen ohnehin bereits unter Druck stehende Margen. Gleichzeitig steigen die Kapitalkosten, da die Hoffnung auf Zinssenkungen zusehends schwindet. Märkte preisen mittlerweile sogar eine Zinserhöhung der Fed in diesem Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent ein. Bei der EZB werden drei Anhebungen für 2026 einkalkuliert.

Die negativen Vorgaben aus Asien und den USA verstärken den Druck. In Fernost beendete der Nikkei 225 den Handel mit deutlichen Abgaben, die US-Indizes schlossen am Freitag unterhalb ihres europäischen Schlussstandes — die KI-Rally hatte dort eine Auszeit genommen.

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Charttechnik: Kritische Zone in Sicht

Aus technischer Perspektive steuert der DAX auf eine wichtige Unterstützungszone um 23.675 Punkte zu. Der Index war zuletzt unter seine gleitenden Durchschnitte der vergangenen 20 und 200 Handelstage gerutscht — klassische Verkaufssignale. Auf der anderen Seite signalisieren der 50-Tage-Durchschnitt und die Slow Stochastik noch Kaufimpulse, was auf eine mögliche Konsolidierungsphase hindeutet, bevor ein erneuter Vorstoß in Richtung 24.300 Punkte folgen könnte.

Zum Vergleich: Das Allzeithoch aus dem Januar 2026 bei 25.507 Punkten liegt weit entfernt.

Sartorius hebt sich ab, Lufthansa leidet

Inmitten der trüben Stimmung gibt es einen Lichtblick: Sartorius zieht um mehr als zwei Prozent an. Auslöser ist ein Bericht über den Einstieg des Aktivisten Elliott beim Sartorius-Großaktionär Bio-Rad — mit dem erklärten Ziel, auf eine bessere Kursentwicklung hinzuwirken. Elliott hält auch direkt Anteile an Sartorius, was Spekulationen über strategische Veränderungen nährt.

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Lufthansa hingegen gerät gleich von zwei Seiten unter Druck. Der steigende Ölpreis belastet das Geschäftsmodell direkt. Zusätzlich dämpfte Ryanair mit dem Verzicht auf eine Gewinnprognose für 2026 — begründet mit der Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt — die Stimmung für die gesamte Branche. Meldungen über eine mögliche Beteiligungsaufstockung durch die Kühne Holding konnten dem Kurs nicht aufhelfen, da der Markt diese Option längst eingepreist hatte.

Auch Rheinmetall kämpft sich gegen den Trend: Eine Kaufempfehlung der Citigroup, die den jüngsten Rücksetzer für übertrieben hält, bescherte dem Rüstungskonzern ein Plus von über einem Prozent.

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