Commerzbank, Aktie

Commerzbank Aktie: 2,7 Milliarden Euro Kapitalrückgabe gesichert

22.05.2026 - 18:52:44 | boerse-global.de

Die Hauptversammlung der Commerzbank stimmt mit großer Mehrheit für Kapitalrückgaben und stärkt damit den eigenständigen Kurs gegen die UniCredit-Übernahme.

Commerzbank Aktie: 2,7 Milliarden Euro Kapitalrückgabe gesichert - Foto: über boerse-global.de
Commerzbank Aktie: 2,7 Milliarden Euro Kapitalrückgabe gesichert - Foto: über boerse-global.de

Die Aktionäre der Commerzbank haben auf der Hauptversammlung Mitte Mai ein klares Zeichen gesetzt. Mit überwältigender Mehrheit stimmten sie den Vorschlägen für Dividende und Aktienrückkäufe zu – und stellten sich zugleich hinter den eigenständigen Kurs des Vorstands. Das ist in mehrfacher Hinsicht relevant: Die Bank wehrt sich seit Monaten gegen das Übernahmeangebot der UniCredit.

Die Aktie notiert am Freitag bei 36,09 Euro, knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro. Der RSI von 80,6 deutet auf eine technische Überkauftheit hin – die Stimmung ist also bereits eingepreist.

Rekordzustimmung für Kapitalrückgabe

Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien (Tagesordnungspunkt 7 und 8) passierte mit 96,25 beziehungsweise 97,79 Prozent. Das Mandat erlaubt Rückkäufe von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals – die Fortsetzung der Ausschüttungspolitik ist damit gesichert. Die Dividende für 2025 von 1,10 Euro je Aktie erhielt 99,88 Prozent Zustimmung.

Zusammen mit bereits abgeschlossenen Rückkäufen von rund 1,5 Milliarden Euro summiert sich die Kapitalrückgabe für 2025 auf 2,7 Milliarden Euro. Das entspricht laut Bank 100 Prozent des um Sondereffekte bereinigten Nettogewinns. Künftig soll die Dividende mindestens die Hälfte der Kapitalrückgabe ausmachen.

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Eigenständigkeit gegen UniCredit

Die hohen Zustimmungen sind auch ein strategisches Votum. Vorstand und Aufsichtsrat hatten den Aktionären empfohlen, das Umtauschangebot der UniCredit abzulehnen – mit Verweis auf fehlende Prämie und einen aus ihrer Sicht nicht tragfähigen Fusionsplan. Die Anteilseigner folgten dieser Linie und entlasteten das Management mit Mehrheiten über 99 Prozent.

Die operative Basis für den eigenständigen Kurs liefern die zuletzt angehobenen Ziele. Im ersten Quartal 2026 erzielte die Bank ein operatives Ergebnis von 1,358 Milliarden Euro, die harte Kernkapitalquote lag bei 14,5 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management nun ein Gewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro an, nach zuvor 3,2 Milliarden.

Bis 2030 soll die Nettoeigenkapitalrendite auf rund 21 Prozent steigen, das Nettoergebnis auf 5,9 Milliarden Euro wachsen. Gleichzeitig plant die Bank 600 Millionen Euro Investitionen in künstliche Intelligenz.

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