Circio, Aktie

Circio Aktie: 50-fach höhere Proteinspiegel im Auge

18.05.2026 - 20:58:34 | boerse-global.de

Circio präsentiert auf der ASGCT-Tagung vielversprechende circVec-Daten mit reduziertem Zellstress und höherer Proteinausbeute.

Circio Aktie: 50-fach höhere Proteinspiegel im Auge - Foto: über boerse-global.de
Circio Aktie: 50-fach höhere Proteinspiegel im Auge - Foto: über boerse-global.de

Starke Daten, schwacher Kurs. Circio präsentiert auf der ASGCT-Jahrestagung in Boston vielversprechende Ergebnisse für seine circVec-AAV-Plattform – die Aktie fällt dennoch um knapp neun Prozent auf 0,93 Euro. Was steckt hinter dem Widerspruch?

Weniger Stress, mehr Protein

Das norwegische Biotech-Unternehmen zeigt, dass sein circRNA-Expressionssystem zellulären Stress signifikant reduziert. Konkret senkt die circVec-Plattform die Aktivierung der unfolded protein response (UPR) – einer Stressreaktion, die bei herkömmlichen AAV-Therapien regelmäßig zu Toxizität führt. Und das bei gleichzeitig höherer Ausbeute: Im Herzgewebe erzielte Circio rund 40-fach höhere Proteinspiegel, im Auge sogar 50-fach im Vergleich zu Standard-AAV-Vektoren.

Für Analysten bedeutet diese Entkopplung einen potenziellen Durchbruch. Bislang erkauften sich höhere Wirkstoffmengen meist durch stärkere Nebenwirkungen. Circios Ansatz könnte dieses Dilemma auflösen.

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Dosisreduktion als Hebel

Die verbesserten Sicherheits- und Expressionsprofile ermöglichen eine drastische Senkung der benötigten Dosis – um das Zehn- bis Zwanzigfache gegenüber aktuellen klinischen AAV-Programmen. Das ist in der Gentherapie ein entscheidender Vorteil: niedrigere Herstellungskosten, weniger logistische Hürden, breitere Sicherheitsmargen.

Besonders bemerkenswert: Die dosisparende Wirkung zeigt sich nicht nur im Auge, sondern auch im Herzen. Rund 80 Prozent der Kardiomyozyten exprimierten selbst bei niedrigen Dosen circRNA. Ein Hinweis darauf, dass die Plattform gewebeübergreifend funktioniert.

Parallel dazu sicherte sich Circio eine voll finanzierte Machbarkeitsstudie mit einem der fünf größten Pharmakonzerne der Welt. Die Partnerschaft unterstreicht das Industriewachstum im RNA-Sektor. Finanziell steht das Unternehmen mit 42 Millionen norwegischen Kronen net cash vergleichsweise gut da.

Ausblick mit Spannung

Weitere Daten zur Wirksamkeit in Krankheitsmodellen und zur T-Zell-Belieferung werden im zweiten Halbjahr 2026 erwartet. Der Aktienkurs – aktuell 0,93 Euro, knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 1,12 Euro – reagiert bislang verhalten. Anleger scheinen die positive Nachricht nicht vollständig einzupreisen. Ob sich das mit den nächsten Readouts ändert, bleibt abzuwarten. Die technische Grundlage für eine Neubewertung der Plattform ist jedenfalls gelegt.

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