BYD Aktie: EU prüft PHEV-Zölle
24.06.2026 - 04:15:56 | boerse-global.de
Der chinesische Elektroautobauer BYD steht in Europa vor einer neuen Handelsbarriere. Die EU-Kommission prüft offenbar, ihre bestehenden Strafzölle auf chinesische Elektroautos auf Plug-in-Hybride auszuweiten. Für BYD käme das zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.
Warum die EU jetzt Hybride ins Visier nimmt
Die bisherigen Zölle auf reine Elektrofahrzeuge haben chinesische Hersteller nicht gestoppt — sie haben sich umorientiert. BYD war im Mai 2026 die meistverkaufte Plug-in-Hybrid-Marke in Deutschland. Der PHEV-Marktanteil chinesischer Anbieter in der EU stieg von 8,3 Prozent auf 9,7 Prozent im Zeitraum Januar bis Mai 2026. Brüssel reagiert nun auf genau diesen Ausweicheffekt.
Die Ironie: Ausgerechnet im Monat, für den die EU die Untersuchung ankündigt, lieferte BYD starke Verkaufszahlen. Im Mai 2026 erreichte das Unternehmen 26.017 Neuzulassungen in der EU — ein Marktanteil von 2,7 Prozent, nach 1,1 Prozent im Mai 2025.
Kurs nahe Jahrestief, RSI tief im Keller
Die Börse reagiert trotzdem mit Druck. Die Aktie schloss zuletzt bei 8,49 Euro — knapp über dem 52-Wochen-Tief von 8,37 Euro vom Vortag. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 22 Prozent verloren und notiert mehr als 42 Prozent unter seinem Jahreshoch von 14,80 Euro. Der RSI liegt bei 21,1 — technisch klar überverkauft.
Produktion in Europa, Rekorde in China
BYD arbeitet an einer Antwort auf die Zollrisiken. In Szeged, Ungarn, baut das Unternehmen ein Werk mit einer geplanten Jahreskapazität von 300.000 Fahrzeugen. Lokale Produktion schützt vor Importzöllen — zumindest teilweise.
In China läuft das Geschäft derweil auf Hochtouren. Der neue SUV Great Tang verzeichnet über 150.000 Vorbestellungen. Das Modell lädt dank 1.000-Volt-Architektur in fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent. BYD plant den Export nach Europa für Ende 2026.
Beim Goodwood Festival of Speed vom 9. bis 12. Juli will BYD acht neue Modelle zeigen, darunter die Weltpremiere des Denza Z Coupé. Der Yangwang U9 Xtreme, der kürzlich einen Geschwindigkeitsrekord von 496 km/h aufstellte, wird ebenfalls präsentiert.
Das globale Bild bleibt gemischt. Kanada senkte seine Zölle auf chinesische Elektroautos von 100 auf rund 6 Prozent — ein klarer Kontrast zur Linie in Brüssel. Ob die EU-Kommission die PHEV-Zölle tatsächlich einführt und in welcher Höhe, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Das Ungarn-Werk dürfte dann zum wichtigsten Schutzschild für BYDs Europa-Geschäft werden.
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